Oschersleben in alten Ansichten Band 1

Oschersleben in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Werner Heyer
Gemeente
:   Oschersleben
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5192-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Oschersleben in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Wissenswertes ûber unsere Stadt.

Oschersleben, Kreisstadt an der Bode, dem Großen Bruch und dem Hohen Holz im Regierungsbezirk Magdeburg, liegt in einem alten Siedlungsgebiet, wie Funde aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit bezeugen. Im 3. und 4. Jahrhundert folgten Warnen aus dem Norden den nach Süden abziehenden Hermunduren, dem Stammvolk der Thüringer, und ließen sich in den von ihnen bewohnten Gebieten nördlich und westlich des Harzes nieder. Ihre Gründungen erhielten die Endung -Ieben in den Ortsnamen. So ist Oschersleben eine Warnengründung, wie der bedcutendste Sohn unserer Stadt Prof. Dr. Seelmann bei der Erforschung der Herkunft der Siedler im Sprachgebiet des Niederdeutschen nachwies.

Anfang des 9. Jahrhunderts kam Oschersleben zum Bistum Halberstadt. Durch den Damm am Ausgang des Seengebietes hatte unsere Stadt für das Bistum große Bedeutung als Zugang zu dessen nördlichen Gebieten, sowie später zum Erzbistum Magdeburg und dem Herzogtum Braunschweig. Zur Sicherung des Übergangs entstand eine Sumpffeste, die später zu einer Burg und schließlich zum Schloß ausgebaut wurde. Der heutige landwirtschaftliche Betrieb 'Burg Oschersleben' ist aus dem damaligen bischöflichen und später kurfürstlichen Besitz hervorgegangen. Die erste noch nachweisbare urkundliche Erwähnung von 'Oschereslevo' befindet sich in einer Urkunde Otto lIl. im Jahre 994.

Der Ort entwickelte sich zu einer bäuerlichen Marktsiedlung. 1235 wird Oschersleben als gut befestigte Stadt genannt, und die Bürger werden als 'burgenses' bezeichnet. Die Befestigung bestand aus Stadtmauer - ein Rudiment davon ist heute noch erhalten -, drei Stadttoren, Gräben und Wällen. Wann das Stadtrecht erteilt worden ist, kann nicht nachgewiesen werden.

Rathaus und Rat werden 1376 erwähnt. Auf der Burg residierte ein Vogt als Vertreter des Bischofs. Bis ins 18. Jahrhundert galt unsere Stadt als amtsässige Mediatstadt.

1648 wurde das Bistum weltliches Fürstentum und gelangte in den Besitz des Kurfürsten von Brandenburg. Zur Verwaltung wurden sieben Kreise gebildet, darunter auch der Kreis Oschersleben. Dieser bestand zunächst aus 14 Ortschaften, wurde in der napoleonischen Zeit aufgelöst Oschersleben kam zum Distrikt Helmstedt - und besteht wieder seit 1815 in unterschiedlicher Größe bis heute.

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich unsere Stadt nur langsam. Mehrere große Brände vernichteten Hab und Gut der Bürger und führten zu ihrer Verarmung, von der sie sich nur allmählich erholen konnten. Viele schöne Bürgerhäuser wurden durch ärmliche Katen ersetzt, auch das Rathaus, die Schule und die Kirche wurden davon nicht verschont. Lediglich die Kirchtürme aus dem Kirchenbau von 1445 hielten den Bränden stand. Der Verkehr umging zur damaligen Zeit ebenfalls unseren Ort. Erst durch den Bau der Eisenbahn 1843 änderte sich das. An der Strecke Magdeburg-Halberstadt wird von Oschersleben aus eine Querverbindung über Wolfenbüttel nach Braunschweig gebaut. Unser Bahnhof wird ein wichtiger Knotenpunkt, denn schon einige Jahre später konnte man von Berlin über Oschersleben in die westlichen Gebiete , wie bis Köln und Frankfurt/Main, reisen. 1895 wurde eine Bahn nach Schöningen gebaut.

Der fruchtbare Boden führte etwa zur gleichen Zeit zum verstärkten Anbau von Zuckerrüben und dadurch zur Gründung von Zuckerfabriken. 1840 begann die industrielle Zuckergewinnung in unserem Ort, 1844 entstand eine größere Zuckerfabrik mit angeschlossener Spritfabrik, 1879 eine weitere Zuckerfabrik und 1897 eine Zuckerraffinerie. Heute besteht keiner von diesen Betrieben mehr. 1843

begarm der Braunkohlenabbau auf dem Schacht JakobsbergINeindorf bei Oschersleben, zuerst im Tagebau und später im Tiefbau (Schacht Bülow). Eine Kohlenbahn parallel zur Chaussee brachte die Braunkohle in die Oscherslebener Betriebe. 57% der geförderten Kohle wurde zur damaligen Zeit von der Zuckerindustrie verarbeitet. Mit dem Aufblühen der Landwirtschaft, den Zucker- und Braunkohlenbetrieben wuchs der Bedarf an Geräten, Apparaturen und Maschinen. So entwiekelten sich aus Handwerksbetrieben und Manufakturen Industriebetriebe. Besonders zu nennen sind Eisen- und Gelbgießereien, Armaturen- und Pumpenfabriken, Ziegeleien und Baubetriebe, Landmaschinen-, Textil-, Tabak- und Zigarren-, Fleischwaren-, Schokoladen-, Malzfabriken, Brauereien, Fahrzeugbau, chemische und Düngerfabriken. Mit dieser Entwicklung wurde Oschersleben zu einer Industriestadt. Die Einwohnerzahl stieg von 3614 im Jahre 1840 auf 13 405 im Jahre 1900. Eine rege Bautätigkeit führte zu einer räumlichen Ausdehnung der Stadt.

Durch den Ersten Weltkrieg und die Inflation mit deren Folgen stagniertc die Entwicklung. Erst durch die Rüstungsindustrie in den dreißiger Jahren begarm wieder ein Aufschwung, der aber nur von kurzer Dauer sein sollte. Ein Flugzeugwerk loekte viele Mensenen in unsere Stadt, so daß die Einwohnerzahl die 20 000 überschritt. Viele Stadtrandsiedlungen und neue Wohnbauten entstanden für die neuen Bürger. Dieses Werk war im Zweiten Weltkrieg Ziel der alliierten Luftwaffe , so daß unsere Stadt mehreren Bombenangriffen ausgesetzt war und große Schäden erlitt. Etwa 150 Menschen mußten ihr Leben dabei lassen und mehrere hundert wurden verletzt. Tausende wurden obdachlos,

1945 kam Oschersleben zur sowjetisch besetzten Zone, woraus 1949 die DDR wurde. Wirtschaftsleben und Wiederaufbau gingen nur langsam voran. Eigeninitiative war nicht ge-

fragt, die bestehenden oder wieder aufgebauten Betriebe wurden 'volkseigen', Landwirtschaftsbetriebe entweder 'volkseigene Güter' (VEG) oder landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPG), Handwerksbetriebe wurden Handwerksproduktionsgenossenschaften (PGH). Daneben gab es noch 'halbstaatliche Betricbc', das waren Privatbetriebe mit staatlicher Beteiligung (KG).

Die Wohnungsnot konnte durch Neubauten eingedämmt werden. Dabei wurde die Altbausubstanz vollständig vernachlässigt. Immer mehr Hauseigentümer mußten ihre Grundstücke dem volkseigenen Wohnungssektor übergeben, weil sie nicht in der Lage waren, durch die niedrigen Mieten (Basis 1936) die Werterhaltung oder Modernisierung zu finanzieren. Im Norden der Stadt entstanden ab 1975 Neubaugebiete in Großblockbauweise und im individuellen Eigenbau überwiegend im Bungalowstil. Die Altstadtsanierung begann 1986 mit dem Abriß der alten, vernachlässigten Fachwerkhäuser und dem Ersatz in Großblockbauweise .

Eine vielfältige Freizeitgestaltung der Bürger ermöglichen ein großräumiges Freibad, ein Hallenbad ('Volksschwimmhalle'), der seit 1906 bestehende Wiesenpark mit Tiergehegen, Sportanlagen, ein Freizeitzentrum mit acht Kegelbahnen, Tischtennissaal und Schauaquarium, ein Autocrossgelände sowie auf kulturellem Gebiet das Heirnatmuseum. die Musikschule, Chöre und Jugendkapellen und -spielmannszüge.

Seit dem 3. Oktober 1990 gehört Oschersleben zum Lande Sachsen-Anhalt in der BRD.

1. Das Luftbild 1 zeigt den südlichen und östlichen Teil der Stadt. Vorn rechts ist der Burghof mit dem Taubenturm, vorn links sind einige Gebäude der alten Pumpenfabrik, in der Mitte die evangelische Nikolaikirche und hinten rechts die Schule in der Puschkinstraße (früher Breite Straße) zu erkennen. Links neben dem baumbestandenen alten Friedhof ist das alte Gaswerk und rechts daneben das alte Krankenhaus zu sehen.

2. Das Luftbild Nr. 2 zeigt den westlichen Teil der Stadt: vorn die katholische Marienkirche, rechts die Bruchstraße mit der 'Kampe', der Wohnkaserne der Saisonarbeiter des Gutes (das Wort kommt von karnpieren = lagern, übernachten), in der Mitte die Hornhäuser Straße mit der Lüderschen Wurstfabrik, davor das Realgymnasium, dahinter das Rittergut Hackelberg mit der Brennerei.

3. Der Marktplatz im Jahre 1896 mit Bliek auf die Halberstädter Straße. Das Hotel 'König von Preußen' ist das spätere Hotel 'Goldene Henne'. Im Vordergrund ist noch die alte Wasserpumpe und dahinter ein Kandelaber mit fünf Gaslaternen zu sehen. Der Aufmarsch der Schützen loekte eine große Zuschauermenge an.

4. Der Markt von der Kirchstraße aus gesehen. In der Mitte steht der 1911 von der Fleischwarenfabrik Lüder gestiftete Brunnen, der im Zweiten Weltkrieg abgebaut wurde und seitdem verschollen ist. Rechts ist das 1691 erbaute Rathaus mit dem 1836 errichteten dreistöckigen Anbau zu sehen.

5. Die Südseite des Marktplatzes. Hinter dem Eckhaus, dem Kaufhaus Schneider (im Volksmund 'Herzchen Schneider' genannt) und dem städtischen Grundstück mit Arrestzelle (nach dem Hausmeister 'Café Wiesner' genannt) ist die evangelische St.-Nikolai-Kirche zu sehen. Die Türme stehen unter Denkmalsschutz, der Unterbau stammt aus dem 15. Jahrhundert, während der Oberbau mit den Glokkentürmen im gotischen Baustil aufgesetzt ist.

OSCHc~SLEBEN a. B.

Halberstädter-Str.

6. Ein Bliek in die Halberstädter Straße von der Einrnündung der Hornhäuser Straße aus. Rechts ist das damalige Hotel 'König von Preußen' mit einem Schuhwarengeschäft im Erdgeschoß zu sehen. Die rechte Straßenfront wurde ein Opfer des Bombenkrieges 1944.

7. Das Erdgeschoß des damaligen 'Hauses am Rathaus', das bis nach dem Ersten Weltkrieg als Hotel und Restaurant 'Ratskeller' diente. Im Erdgeschoß waren Verkaufseinrichtungen, im ersten Stock Restaurant und Tanzsaal, der für die ersten 'kinomatographischen Vorführungen' genutzt wurde, und im zweiten Stockwerk die Hotelzimmer. Dann erfolgten Umbauten zur Nutzung als Rathaus.

8. Ein Bliek vom Rathaus in die Hornhäuser Straße. Vorn rechts ist der Eingang zur alten Ratsapotheke und im Hintergrund die alte Pumpenfabrik zu sehen.

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