Oschersleben in alten Ansichten Band 2

Oschersleben in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Joachim Wullstein
Gemeente
:   Oschersleben
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6278-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Oschersleben in alten Ansichten Band 2'

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Einleitung

Der zweite Band 'Osehersleben in alten Ansichten' zeigt 'wieder Bilder und Geschichtliches aus unserer Heimatstadt. Ansichtskarten und Fotografien von der wilhelminischen Zeit bis zur Reichspräsidenten-Zeit Hindenburgs. Der Alltag in unserer fortgeschrittenen Industriegesellschaft mit weitgehender Mobilität birgt Orientierungsprobleme. Ungehemmte Informationsmöglichkeiten führen zu Belastungen. Menschen suchen Herkömmliches. Es bedarf des Austausches von Zeugnissen derVergangenheit mit der Gegenwart. Dazu möge dieser Bildband beitragen.

Vom OschersleberWeg

Für die Entstehung menschlicher Siedlungen waren Flüsse mitbestimmend. Nur wo es Wasser gab konnte sich der Mensch allmählich vom Zufall der Jagd und des Nahrungsammelns unabhängig machen, Er lernte Tiere zu zähmen, den Boden zu bebauen und auch die Schrecknisse des Hochwassers in den Segen der Bewässerung zu verwandeln. Aber die Menschen mußten auch lemen, ihre so entstandene Bleibe vor dem Eindringen landhungriger, neidvoller und böswilliger Nachbarn zu schützen. Diesen Bedûrfnissen entsprach eine in die nördliche Sumpflandschaft unseres Großen Bruches hineimagende, treekenere. erhöhte Landzunge.

Als Ergebnis erdgeschichtlicher Entwicklung vor Millionen von Iahren entstand hier das Urstromtal der EIbe und an dessen Rand fruchtbarer Schwarzerdeboden.Viel, viel spater siedelten sich hieraufMenschen als Jäger und Sammler nach und nach an. Sie standen auf mittelsteinzeitlicher Entwicklungsstufe. In der Jungsteinzeit wanderten höher stehende Menschen ein: Ackerbauern und Viehzüchter. Der Pflug wurde erfunden, Getreide wurde zu Brot verarbeitet. Bodenfunde in Form von Werkzeugen, Waffen, Schmuckgegenständen und Gefäßen aller Art las-

sen sich nachweisen. Aus der Bronzezeit wird von Kulthandlungen und Zusammenkünften am Kniel berichtet. Einer der germanischen Stämme, die unser Gebiet hauptsächlich besiedelten waren die Cherusker. Mit dem Namen 'Germanen' belegten die Kelten ihre nordöstlich und östlich von ihnen wohnenden Nachbarn.

Bei unseren südlichen Nachbarn, den Römern am Mittelmeer, wurde zur Festigung der weitreichenden Eroberungen eine Steuerreform von ihrem Kaiser Augustus durchgesetzt. Damit begann später auch für unsere Vorfahren die heutige Zählung der [ahre. Ebenso der vom östlichen Mittelmeer ergangene Aufruf an alle Menschen mit ihrem Nächsten so zu leben, wie sie es selbst gern hätten. Er wird von unseren christlichen Kirchengemeinden heute noch bezeugt.

Klimaverschlechterung, Bedrohung durch andere Vólker, Kunde von Lebensbedingungen unter südlicher Sonne, von reisenden Kaufleuten überbracht, oder einfach Überbevölkerung ließen die Menschen unzufrieden werden. Die Sippen suchten neues Siedlungsland. Es begann die Völkerwanderungszeit. Mit Ochsen bespannte, und mit Sack und Pack beladene Planwagen rumpelten ûber die Lande. Begleitet von neugierigen, kampflustigen aber auch beutegierigen Kriegern. Wahrscheinlich aus Dankbarkeit gegenüber einem gewissen Ansgar oder Oskar, von der Ostseeküste kommend, lag der Endpunkt seiner Wanderung bei uns am Großen Bruch und wurde Oskereslebo genannt; was im Laufe der [ahrhunderte zu Oschersleben wurde. Aber ohne die von Martin Luther hoffàhig gemachte deutsche Sprache und die von Friedrich dem Großen 1763 eingeführte Schulpflicht vielleiebt schon Osserschläm heißen würde. Leben, germanisch laiba, mittelniederdeutsch leve. Das bedeutet Erbe, Hinterlassenschaft, Familiengut, Bleibe.

Warnen, Nordsueben, Angeln und Nordthüringer in unserer Gegend

bildeten später den Stammesverband der Ostfalen. Ihre ländliche Lebenswelt war eng rnit der Natur verbunden. Sie paßte sich dem Rhythmus der Iahreszeiten an. Im Kampfums Dasein gab es Erfolge und auch Niederlagen. Das tägliche Brot war eine Gabe des Himmels, die der Mensch der Erde abringen mußte. Die Wertschätzung des Brotes spiegelt sich im Glauben und Volksbrauch wider. Die Viehwirtschaft des Mittelalters war weitgehend Weidewirtschaft.

Anfänge deutscher Geschichte gehen weit zurück über das 10. Iahrhundert. Das Imperium Romanum, das Römische Reich, ging an die Franken unter Karl dem Großen. Nach blutigen Kämpfen vertrugen sich schließlich unsere aufsässigen und freiheitsliebenden Vorfahren, die Sachsen mit den Franken. Durch Heinrich den Ersten und Otto den Großen entstand allmählich ein Deutsches Reich, Fränkisches Erbe blieben bis heute Grundlinien staatlicher Verwaltung. Die Völker des germanischen Nordens und des slawischen Ostens kamen näher mit dem Westen in Berührung und treten allmählich in die Europäische Geschichte ein. Burgen entstanden und wirkten als Kristallisationskeime für Handel und Handwerk. Für die nach größtmöglicher Autarkie strebende frühmittelalterliche bäuerliche Wirtschaft war aber handwerkliche Tätigkeit für den eigenen Bedarf charakteristisch und hielt sich bis weit in die Neuzeit.

Unwissenheit und die Geißel des Krieges, sinnlose, grausame, blutige Menschenverfolgungen und verheerende Krankheiten forderten zu allen Zeiten große Opfer von unseren Vorfahren.

Doch nicht nur mit Kriegen sollten bessere Lebensbedingungen errungen werden. Es wurde auch schöpferischeArbeit geleistet. Neue Erfindungen wurden gemacht und neue Erkenntnisse durchgesetzt. Basierend zum Beispiel auf dem über islamische Kulturen zu uns gelangtem, indischen Gelehrten zu verdankenden 'arabischeri' Zahlensystem.

Bis zum 12. [ahrhundert waren die römischen Zahlen vorherrschend. In den Kanzleien und Schreibstuben hatte aber diese Neuerung auch gleich wieder unangenehme Folgen. Die mit diesem Fortschritt arbeitenden Schreiher wurden während der Zeit der Inquisition mit dem Teufel in Verbindung gebracht und verfolgt.

Abschließend, die vielen zwischenzeitlichen weltlichen und geistli chen Herrscher überspringend, aber ihre Würde anerkennend, entstand im Iahre 1816 die Preußische Provinz Sachsen. Von Preußen bleiben durfte offiziell bis heute noch der Adler im derzeitigen Wappen unseres jetzigen Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Es entstand im Iahre 1858 wieder eine Kreisverwaltung mit dem Sitz in unserer Heirnatstadt Oschersleben. So möge auch für uns, wie bisher, die an den biblischen Noah nach einer furchtbaren Flutkatastrophe schon ergangene Verheißung gelten: 'Solange die Erde steht, sollen nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.'

Den vorgeschriebenen Zeitraurn etwas ûberschreitend hier ein 'Situations-Plan Grass Oschersleben von

1861 '. Die Scheunen arn oberen Rand würden heute in der PuschkinstraBe stehen. Die mittelalterlichen Namen 'Hinter der Mauer, Magdeburger-Halberstädter- und HornhäuserTor' erinnern an die damallgen Zeiten entsprechende Wehrbereitschaft der Bürger. Genug der Informationen auf einmal. Eins nach dem Anderen. L'un après l'autre! So hat uns unser französisch Lehrer diese vor StreB bewahrende Weisheit mit auf den Lebensweg gegeben.

2 Der Bruchgraben Ende des 19. [ahrhunderts. Erste Versuche die großen Sümpfe mit holländischen Kolonisten durch Entwässerung für die Kultur zu gewinnen, gehen in die frühe Zeit des Bischofs von Halberstadt, Dietrich, 1180 bis 1193 zurück. Bedingt durch veränderte Nutzung des Bruches, so heute als namrnahes Gebiet, und vernachlässigte Pflege in Kriegszeiten, waren durch all die [ahrhunderte große Arbeitseinsätze zur Erhaltung der Wirtschaftlichkeit erforderlich.

3 Der Ehrfurcht gebietende Eingang zur Stadtverwaltung. Aufgenommen in den dreißiger Iahren von der Marktseite. Schon immer war man beim Verlassen eines Rathauses klüger als man es beim Betreten war. Kein Fußballspiel ohne Schiedsrichter, keine Gemeinschaft ohne Ordnung. Darüber hinaus ermöglichen es die Stadtväter heute jedem unbescholtenen Bürger seine eigenen Erfahrungen rnit einzubringen.

4 Platzkonzert auf dem Marktplatz mit Kapelle Unger? Sie spielt hier für die NSV oder das WHW während der Hitlerzeit. Oder spielt hier noch die Schalmaienkapelle der KPD 1932? Jedenfalls wacht das 'Auge des Gesetzes' über die Einhaltung von Sicherheit und Ordnung. Rechts im Bild sieht man das Kurzzeitgefàngnis mitAusnüchterungszellen, genannt Kaffee 'Wiesner", Tag und Nacht geöffnet und immer Zimmer frei!

5 Der Marktplatz noch mit einer Schucke. Man erkennt den Schönheitssinn unserer Stadtväter als sie 1836 diesen Rathausanbau mit den Tûrmchen errichten ließen. Er diente bis 1880 als Gerichtsgebäude. Im Hintergrund links das Hotel 'Zum König von Preußen'. 1918 mußte es umbenannt werden und wurde zur. .. , nein es heißt nur 'Goldene Henne'.

6 Das ist der von der Firma August Lûder, Wurstfabrik, in den zwanziger [ahren gestiftere schöne Brunnen auf dem Marktplatz. Links dahinter steht die Vieringsche Neue Apotheke. Das Haus Nr. 4 gehórte dern Gärtner Gehrmann und war Laden und Atelier des Fotografen Niehoff.

I ~

7 Zu dem Magazin fûr Haus- und Küchengeräte, kundenfreundlich geführtem Geschäft von Hermann Schneider kamen noch Eisenwaren und Spielwaren. Hier ein Bild aus den besten Iahren ohne Angst vor einern Krieg. Alles überragend dahinter die Türme der evangelischen Nicolaikirche: im gotischen Stil erneuert 1445, die welsehen Hauben aufgesetzt nach den großen Bränden irn 1 7. Iahrhundert, immer wieder erneuert 1803, 1855, 1894, 1954 und 1994. Rechts neben Marktschneider die Läden von Seilerwaren Döbbel, Papierhandlung Hagemeister und KürschnermeisterWaitz, später Dames Hutgeschäft, heute das Nicolaikaffee. Ganz

rechts im Bild ist noch der Turm auf dem Iffland'schen Grundstück Halberstädter Straße 26 zu sehen.

8 Der Altarraurn der evangelischen Nicolaikirche nach dem Neubau von 1881, noch vor der Renovierung der Innenausstattung und malermäBigen Erneuerung kurz vor dem Zweiten Weltkrieg. Zu erkennen ist noch die Buntverglasung der Fenster, die der visnellen Erfassung der christlichen Botschaft diente. Beachtenswert auch die der gotischen Hallenkirche entsprechenden MaBwerkfenster und gotischen Gewölberippen. Die Leuchter und der Taufstein stammen aus Spenden. Der heute noch vielen Betrachtern ungewohnte Anbliek des Gotteshauses ist nicht nur aufBombenschäden zurückzuführen, sondern ist nicht zuletzt auch Folge

der erzwungenen Beschränkungen während der DDRZeit.

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