Ostbevern in alten Ansichten

Ostbevern in alten Ansichten

Auteur
:   Eugen Kotte
Gemeente
:   Ostbevern
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2385-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ostbevern in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

1988 feierte Ostbevern sein 900jähriges Ortsjubiläum: In einer Urkunde aus dem Jahre 1088 überträgt der Adelige Everhard seinen Hof in Bevern (curtem in Bevere) an das Kloster Iburg. Untersuchungen über den Besitz des Domkapitels zu Münster berichten gar über ein Besitztum in Bevern Ende des 9. Jahrhunderts. Sicher wird man von einem organisierten Gemeinwesen erst um 1150 sprechen können.

Das Jubiläum mag Anlaß sein, in diesem Bildband skizzenhaft und im Überblick einige für die Geschichte des Ortes wichtige Fakten zusammenzustellen, ehe die Zeit um 1900 optisch durch alte Bilder sichtbar gemacht wird:

etwa 3000 v. Chr.: Jungsteinzeitliche Funde an den höher gelegenen Stellen zeigen, daß es im Bevertal schon Menschen gegeben haben muß.

etwa 650 n. Chr.: Die inzwischen am Beverlauf seßhaft ge wordenen Brukturer werden von den Sachsen verdrängt.

nach 800 n. Chr.: Das aus dieser Zeit stammende heidnischchristliche Gräberfeld am Ortsausgang nach Telgte zu zeigt, daß die Franken zur Zeit Karls des Großen auch in Ostbevern missioniert haben. An einer Doppelpfostenreihe wird das Fundament der ersten Kirche in Ostbevern erkennbar. Die Ausgrabungen an der Bever im Schirl zeigen, daß es bereits vor mehr als 1 000 Jahren menschliche Ansiedlungen im Raum Ostbevern gegeben hat. Neuerdings scheint auch ein altes Dokument darauf hinzuweisen.

vor 900 n. Chr.: In einem Totenbuch wird von einem Besitz Beveren gesproehen. der auf das Domkapitel Münster über-

tragen wurde und möglicherweise schon einige Jahre später geteilt worden ist , wodurch der Niehof, später Burg Bevern, entstanden ist.

1088: Zwischen 1088 und 1093 ist eine Urkunde entstanden, in der die Existenz einer Siedlung im Bevertal (curtem in Bevere) nachgewiesen wird. Kurze Zeit später wird in der Frekken horst er Heberolle, einem Abgabeverzeichnis des Klosters Freckenhorst, ein 'hova to Bevarnon' (Hof zu Bevern) erwähnt.

1180: Der Ort Bevern kommt zum Fürstbistum Münster und wird dem Amt Wolbeek zugeteilt.

1279: Am 23. Juni wird mit dem Kirchspiel Ostbevern (in parochia Ostbeveren) dieser Ortsname zum ersten Mal genannt. Die vorausgegangene Teilung in Ostbevern und Westbevern kommt einer Abpfarrung Westbeverns gleich.

im 14. Jahrhundert: Rund um die Kirche hat sich ein kleines. aus Fachwerkhäusern gebildetes Dorfzentrum entwiekelt. 1339: Ostbeverns Markenweisturn (13.12.1339), eine der ältesten Markensatzungen in plattdeutscher Sprache, zeigt, daß der Ort landwirtschaftlich orientiert ist und viele Landereien genossenschaftlich genutzt werden.

1377: Burg Halstenbeck, auf halbem Wege zwischen Ostbevern und Westbevern gelegen. wird im tecklenburgisch-rnünsterschen Grenzstreit von Bischof Florenz zerstört. Geblieben ist nur die Sage vom 'Jüfferken von Halstenbeck '.

1509: Das hölzerne Kirchenschiff wird abgerissen und durch ein steinernes Gebäude in spätgotischem Stil ersetzt, die heutige alte Kirche.

1610: Mit Hermann Thiring wird Ostbeverns erster Lehrer genannt. Er kann bereits an der frühestens für 1571 urkundlich erwähnten Pfarrschule tätig gewesen sein.

1622: Die Lage an der Grenze und an einer wichtigen Durchgangsstraße hat in Ostbevern immer wieder zu kriegerischen Verwicklungen , zu Einquartierungen und Kontributionen geführt. Das gilt besonders für den Dreißigjährigen Krieg. Die 'Fleckensteinsehen Horden', ein Teil der Truppen des Herzogs Christian von Braunschweig, plünderten den Ort.

1785: Die Beverfoerdes kaufen Schloß Loburg , seit 1294 urkundlich erwäht , im 14. Jahrhundert zur Ritterburg verändert , 1760 vermutlich nach Plänen von Konrad von Schlaun erbaut.

1803: Zusammen mit dem östlichen Teil des Münsterlandes und der Stadt Münster kommt Ostbevern durch die Säkularisation an das Königreich Preußen.

1808: Die Bevergemeinde wird Teil des von Napoleon gegründeten Großherzogtums Berg und Sitz einer Mairie im Ems-Departement.

1810: Alles Land nördlich der Hessel , also auch Ostbevern, wird Teil des französischen Kaiserreiches. Napoleon läßt ab 1811 die Heerstraße (=Dorfstraße) ausbauen und errichtet 1812 eine Poststation in Ostbevern.

1815: Durch den Wiener Kongreß kommt Westfalen an Preußen, auch der Kreis Warendorf, zu dem Ostbevern ab 1816 endgültig gehört.

1818: Ein Hauptzollamt wird nach Ostbevern verlegt. Es

steht in der Nähe von Mersbäumer an der preußisch-hannoversehen Grenze.

29. Dezember 1840: Die bereits am 11. September 1805 beantragte und von Napoleon angeordnete Aufteilung der Mark wird, 1831 begonnen, endgültig abgeschlossen.

1841: Ostbevern wird Sitz der Amtsverwaltung.

1848: Als Abgeordneter des Wahlkreises Warenderf wird auch in Ostbevern der damalige Pfarrer von Hopsten, Freiherr Emanuel von Ketteler , spater Bischof von Mainz und als Sozialbischof in die Geschichte eingegangen, gewählt: Sein Nachfolger wird der Ostbeverner Bernhard Thüssing, Führer der demokratischen Bewegung in Warendorf und später Justizrat in Dorsten.

1887: Die 1509 erbaute Kirche wird erweitert , der Turm erhält eine Spitze.

1936: Ostbevern wird Gaumusterdorf.

2. April 1945: Ostbevern wird von Amtsrentmeister Reekerman den Alliierten übergeben.

1951: Das Generalvikariat Münster verlegt das Gymnasium Johanneum von Wadersloh nach Ostbevern , Schloß Loburg. 1962: Die neue Kirche wird eingeweiht.

1. Januar 1975: Die Gebietsreform verändert die Grenzen der Gemeinde. Der Amtsbezirk wird aufgehoben. Die Gemeinden Einen und Milte kommen zur Stadt Warendorf, Ostbevern bleibr selbständige Gemeinde zusammen mit dem Ortsteil Broek.

1. Ostbevern ist eine kleine, an der Bever gelegene Landgemeinde im östlichen Teil des Münsterlandes. Ein dörflicher Mittelpunkt bildete sich zunächst rund um die Kirche: Handwerkerstuben. Gasthäuser, der Pfarrhof, die Schule. In den ersten Jahrzehnten unseres Jahrhunderts erstreckte sich das Dorf, wie das älteste Luftfoto von Ostbevern zeigt, beiderseits der Durchgangsstraße, die als Heer- und Handelsstraße von Wesel über Osnabrück nach Bremen und Hamburg führt und von Napoleon 1811 fest ausgebaut wurde. Der Ort wird Ende des 11. Jahrhunderts als Bevarnon urkundlich erwähnt und trägt seit 1279 den Namen Ostbevern im Unterschied zu Westbevern, das zwischen 1246 und 1279 abgepfarrt wurde. Die Gemeinde, kirchlich-politisch nach Münster, Telgte und Wolbeek orientiert, kam 1816 zum Kreis Warendorf, wurde 1841 Sitz des Amtes Ostbevern und ist seit der Gebietsreform 1975 selbständige Gemeinde mil etwa 8 000 Einwohnern.

2. Manch idyllischen Bliek hat die alte Kamera an der Bever eingefangen, die dem Ort den Namen gab. Das kleine Flüßchen, bis vor einigen Jahren im Ostbeverner Gemeindebezirk noch nicht reguliert, hat im eigentlichen Sinne gar keine Quelle: es entsteht durch Zusammenfluß von Salzbach und Süßbach im Mühlenkolk von Schloß Harkotten bei Füchtorf. Auch der Name lautete anfangs anders: noch das historisch für die Landgemeinde wichtige Ostbeverner Markenweistum von 1339 spricht von der Aa (=aqua=Wasser). Erst 1258 wird in einer Schutzbulle des Papstes Alexander IV. für das Kloster Rengering von 'aqua quae vulgariter Bevere appellatur' (von dem Wasser, das im allgemeinen Bever genannt wird) gesprochen.

3. Viele solcher oder ähnlicher Brücken führten über die Bever: hier die Zufahrt zum alten Haupthof Bevarnon, der dem Kloster Freckenhorst abgabepflichtig war und der möglicherweise schon in karolingischer Zeit urkundlich erwähnt ist. Der größte Teil des Bevertals wird zu diesem Haupthof gehört haben, der auf dem höheren Ufer des früher hundert und mehr Meter breiten Bevertals gelegen hat. Er wurde später in drei Teile geteilt: der östliche Teil blieb als Hof des Domprobstes erhalten ('Pröbstinghof') und ist heute im Besitz des Freiherrn von Beverfoerde; der südliche ging an den Bischofvon Münster und wurde von einem Dienstmannen auf Burg Bevern verwaltet, der dritte kam an die Ortskirche und führte zur Gründung einer geschlossenen Ortschaft.

4. Auch kleine, schmale Holzbrücken führten an vielen Stellen über die Bever. Sie wurden Schemm genannt. Es handelte sich um Möglichkeiten, das Vieh von einer Seite des Flusses auf die andere zu treiben. Natürlich waren derlei Übergänge auch für Spaziergänger von Vorteil, und manches alte westfälische Pättken nutzte so die Möglichkeit, das andere Beverufer zu erreichen. Im Bild haben wir 'Jagers Schemm' in der Bauerschaft Lehmbrock nach Westbevern zu. Leider sind diese 'Privatübergänge' spätestens im Zuge der Beverregulierung, die 1959 begann, abgerissen worden.

5. Weit über die Ufer trat der Fluß vom Herbst bis zum Frühjahr mit fast pünktlicher Regelrnäßigkeit, oft genug zur Freude der Dorfjugend, die im Winter auf den zugefrorenen Flächen mit Schlittschuhen längst durch das Bevertallaufen konnte. Manch schöne Erinnerung verbindet sich mit solchen Wintern: das 'Eiskunstlaufen', das Hockeyspielen, das Laufen in größeren Gruppen, das man in günstigen Zeiten bis nach Vinnenberg ausdehnen .konnte. Hier hat die Kamera einen Schnappschuß vom Gelände der heutigen Goldwiese auf den Ribbering versucht. Am jenseitigen Rand des Wassers führt jetzt die höher gelegte Umgehungsstraße durch die Beverwiesen.

6. Der zweirädrige Einspänner, 'Jick' genannt, hier auf einem älteren Foto in der kleinen Beverallee an der Volksschule, war schon ein komfortables Reisegefährt, rnit dem man werktags ins Dorf und sonntags zur Kirche fahren konnte, in dem man auch kleinere Einkäufe verstauen konnte, wenn man, wie allgemein üblich, 'unner de Hornisse' (während des Hochamtes) für die Woche eingekauft hatte. 'Up de Ärdämme' (auf den Erddämmen) hieß der Beveruferweg, weil man bei Überschwemmungen diesen Damm durch die niedrig gelegenen Beverwiesen benutzen konnte, um trockenen Fußes in den Ribbering und in die Bauerschaften Überwasser und Schirl zu kommen.

7. Mittelpunkt des Beverdorfes war und ist die St. Ambrosius Pfarrkirche. Sie ist die einzige dem heiligen Bischof Ambrosius geweihte Pfarrkirche im Bistum Münster. Ursprünglich gehörte die Bevergemeinde zur Urpfarrei Telgte, wurde jedoch wegen der Größe des Pfarrbezirks von Fürstbischof Hermann Il. um 1200 abgepfarrt und fortan als Pfarrei Bevern geführt. 1246 wurde eine 'parochia Beveren' (Pfarrei Bevern) auch urkundlich genannt. Wie eine Doppelpfostenreihe in dem 1937 gefundenen heidnisch-christlichen Gräberfeld am Ortsausgang nach Telgte nahelegt, hat es bereits in karolingischer Zeit in der heutigen Kirchbreede eine Kapelle gegeben. Die auf dem Bild sichtbaren, rund um die Kirche errichteten kleinen Fachwerkhäuser bildeten bereits im Mittelalter ein bescheidenes Ortszentrum, wo die Bauern aus den sechs Bauerschaften des Beverdorfes zur Kirche gingen, ihre Einkäufe machten oder das landwirtschaftliche Gerät reparieren lassen konnten.

8. Das aus dem Jahre 1928 stammende Foto der alten St. Ambrosius Pfarrkirche zeigt mehrere Bauabschnitte. Am ältesten ist der im Bild links sichtbare untere Teil des romanischen Turmes, der um 1200 erbaut ist und zunächst ein hölzernes Schiff besessen haben dürfte. Dieses wurde 1509 durch ein steinernes Gebäude mit drei Kreuzgewölbejochen und einem Chor im gotischen Stil ersetzt, Zwei der Joche sind noch vorhanden (mittlerer Teil der Kirche). 1887 wurde das auf dem Bild noch sichtbare neue Querschiff mit Chor angebaut, das nach dem Kirchneubau im Jahre 1962 abgerissen wurde. 1887 wurde auch der Turm mit einer Spitze versehen. Er hatte vorher ein niedriges, mit Ziegeln gedecktes Pyramidendach.

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