Osterhofen in alten Ansichten

Osterhofen in alten Ansichten

Auteur
:   Hans H. Schön
Gemeente
:   Osterhofen
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3179-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Osterhofen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Der Boden, auf dem Osterhofen und die umliegenden Ortschaften liegen, die 1972 im Zuge der Gebietsreform zu einer Großgemeinde mit lO 000 Einwohnern zusammengeschlossen wurden, ist altes Kulturland. Die ersten Siedlungen entstanden Mitte des 5. Jahrtausends vor Christus, zu Beginn der Jungsteinzeit, als der Wandel von der jägerischen und sammelnden Wirtschaftsweise zum seßhaften Bauerntum abgeschlossen war. Sie lagen am Rand des heutigen Waldgürtels, des Forsthart, bei Eschlbach, Anning, Harbach, Schmiedorf, Langenamming und Maging. Auf der Suche nach neuem Ackerland wurden dann im 4. Jahrtausend auch die Gegenden um Obergessenbach, AItenmarkt, Haardorf und Thundorf besiedelt.

In der geschichtlichen Zeit übernimmt Osterhofen mehr und mehr die führende Rolle - erst als Stift Osterhofen, dann als Stadt. Unter den zwölf mittelalterlichen Städten Niederbayerns ist Osterhofen die jüngste. Ihre Gründung danken diese Städte (mit Ausnahme Abensbergs, einer Gründung der Grafen von Abensberg) dem Geschlecht der Wittelsbacher, die in Bayern von 1180 bis 1918 als Herzöge und Könige Herrschaftsrechte ausgeübt haben.

Nach Kelheim, Landshut, Straubing und Landau gründen sie wenig später, noch im 13. Jahrhundert, Vilshofen, Deggendorf, Dingolfing und Neustadt. Die jüngsten unter den alten Städten - Grafenau und Osterhofen - sind eine Gründung der Wittelsbacher

Linie Niederbayern-Straubing (neben Landshut, München und Ingolstadt ein Teilherzogtum Bayerns). Herzog Albrecht 1., Regent des Straubinger Landesteils, Sohn Kaiser Ludwigs des Bayern, weilt oft in Holland. Er überträgt die Verwaltung des Herzogtums dem Landgrafen Johann dem Alteren von Leuchtenberg, einem weitblickenden Staatsmann, der 1376 Grafenau und 1378 Osterhofen gründet.

Der Name Osterhofen weist auf einen Hof im Osten (eines herzoglichen Fiskalgutes bei Isarhofen), der als Herzogs- und Königspfalz verbürgt ist. Die Pfalz lag auf dem Lößrücken in Altenmarkt, etwa dort, wo jetzt das Kloster und die Basilika stehen, hoch über dem weiten, fruchtbaren Donautal.

Der Landgraf tat gut daran, den alten Markt, der rund um das Kloster gewachsen war und kümmerte, ins Tal zu verlegen - an die Handelsstraße am Donaustrom. 1428 wird die Stadt Osterhofen dem bayerischen Herzogtum einverleibt, das Stadtrecht bestätigt. Seitdem nimmt das Gemeinwesen einen erfreulichen Aufschwung, Handwerk und Handel blühen auf.

1452 erscheint erstmals das neue Wappen der Stadt. Es zeigt auf blauem Grund ein Osterlamm über einer roten Zinnenmauer, das eine Kreuzesfahne hält. Den Symbolgehalt des schönen Wappens - Schutz vor äußeren (Mauer) und inneren (Lamm) Gefahren bringt ein alter Spruch zum Ausdruck, der auch für die Zukunft geIten möge: Segen stets der Stadt, die Gottes Lamm zum Wächter hat.

1. An dieser ältesten Ansicht von Osterhofen, die um 1590 von Donauer gemalt wurde und im Antiquarium der Münchner Residenz zu sehen ist, hat sich bis ins 19. Jahrhundert nicht viel geändert. Es fällt auf, daß die Stadt nicht von einer Mauer umgeben war. Zum Schutz im Süden - im Norden schützte die Donau - wurden durch Stauung des Herzogsbaches Weiher angelegt, die heutigen Seewiesen. An Bauwerken sind zu erkennen - links außen die Georgskapelle am Georgiplatz, daneben der Getreidespeicher oder Herzogskasten, dahinter das Leuchtenbergschlößl, anschließend das ehemalige Rathaus (Traunerschlößl), dann das alte Rathaus (mit Türmchen) und der Bayerische Hof (mit Rauchfahne); rechts außen sehen wir die St. Antoniuskirche und die Häuser der Vorstadt,

2. DIE ALTEN STADTTORE

Die Stadtanlage war auch im Mittelalter ohne Wehrrnauer und Graben; die Häuserzeilen bildeten eine natürliche Wehr. Lediglich im Westen und Osten standen Stadttürme, die die Zufahrten bewachten. BeideTürme wurden im 16. Jahrhundert neu erbaut. Es waren ansehnliche Bauwerke mit Wächterwohnung, Haubenturm, Türmerstube und Glockentürmchen, Das Stadttor im Westen (in der Riehlkurve) brach man bereits 1823 ab, das Tor im Osten nahe der Kirche erst 1877. Es war von 1810 an in Privatbesitz und karn 1816 für 800 Mark in den Besitz der Commune. Der letzte Türmer war der Torwart Fröschl; bei Bränden läutete er die Feuerglocke, die man 'Hußaus' nannte - nach dem Ketzer Huß.

Osterhofen

3. DIE ALTE VORSTADT

Vor der Stadtgründung 1378 muß östlich davon eine präurbane Siedlung, eine Vor-stadt, bestanden haben, eine Art Straßendorf an der alten Handelsstraße. In Urkunden von 1381 und 1416 ist die Vorstadt ausdrücklich als im 'purkchgedinge zu Osterhofen' (= niederer Gerichtsbezirk) gelegen bezeichnet. Dafür sprechen auch die frühe Antoniuskapelle und das Spital aus der Zeit um 1220 am Ort der jetzigen Pfarrkirche. Das Bild zeigt die Vorstadt vor dem Ersten Weltkrieg mit der Kirche von 1872, dem Kaufhaus Heinrich Fischer am Marienplatz, der späteren Sparkasse (1936-1955), der Druckerei und Buchbinderei Karl Dietrich links und dem Gasthof 'Zum goldenen Kreuz' rechts, der ehemaligen Islingerbrauerei.

4. MARKT UND OSTENTOR

In den 'Antiquitates Osterhovenses' lesen wir: Im Jahre 1378 ließ Johann der Ältere, Landgraf von Leuchtenberg, den Markt neben dem Kloster, von dem er seinen Namen (0) hat, auf einen anderen Ort übertragen und machte diesen zu einer Stadt, welcher er den Namen des Klosters und des (alten) Marktes (Osterhofen) gab. Die neue Stadt wurde planvoll und großzügig angelegt: Sie schloß im Osten an eine bereits vorhandene Siedlung (Vorstadt) an der alten Donaustraße an, weitete sich zu einem stattlichen Marktplatz, der bis zum Leuchtenbergschloß am Georgiplatz reichte, und folgte von hier nach Westen oben genannter Straße, der einstigen via militaris romana von Passau nach Regensburg, der heutigen Bundesstraße 8. Zum Bild: Das Stadttor steht noch, der Kirchturm trägt ein Zwiebelhäubchen, der Bayerische Hof (re) einen mächtigen Giebel.

5. VOLKS- UND VIEHZÄHLUNGEN

Im Jahre 1832 werden in Osterhofen 160 Wohngebäude mit 1100 Einwohnern, in Altenmarkt 95 Gebäude und 584 Bewohner gezählt. 1890 sind es (in 0.) 378 Haushaltungen mit 709 männlichen und 807 weiblichen Personen. Die große Volkszählung vom 1. Dezember 1900 nennt in Osterhofen 1 532 Einwohner. Die Viehzählung zum gleichen Stichtag registriert 112 Pferde, 399 Rinder, 340 Schweine, 21 Ziegen, 1 Schaf, 45 Gänse, 35 Enten, 1177 Hühner, 16 Truthühner und 29 Bienenvölker. An Bäumen werden gezählt 775 Apfelbäume, 392 Birnbäume, 1 233 Zwetschgenbäume und 131 Kirschbäume.

6. GESAMTPROSPEKT

Wir erkennen links das ehemalige Rathaus und Amtsgericht, davor unter Bäumen das Kriegerdenkmal der Gefallenen von 1870/71, in der Mitte die Handlung Schlag und die ehemalige Sattlerei Huber; rechts der Ausfahrt in die Riehlkurve das Kaufhaus Hinker, den Gasthof 'Zur Post', die Glaserei Hällmayer (im alten Poststall der 'Hamburg-Amerika-Linie'), die Apotheke, die Kolonialwarenhandlung J.B. Mäusl und im Vordergrund rechts den Luitpoldbrunnen.

Osterhofen

êtadtplatz mit Luitpoldbrunnen

7. DER MARKT UM 1910

Dieser neue geräumige Markt wurde bald zu einem wirtschaftlichen Mittelpunkt und war von ansehnlichen Bürgerhäusern, vor allem von Kaufhäusern und Gasthöfen, gesäumt. 1914 gab es in Osterhofen bei einer Einwohnerzahl von 1 700 19 Wirtshäuser, und die Wirte zählten zu den angesehensten und wohlhabendsten Bürgern. Dennoch wechselten die Besitzer des öfteren. Rechts sind zu erkennen der frühere Bayerische Hof - die ehemalige Klingerbrauerei (der Giebel ist abgetragen), der Gasthof Seidl ehemals Wurmbräu, sowie die Brauerei Huber, später Sandner - der heutige Bayerische Hof der Brauerei Moos. Die Lebzelterei Loibl dahinter ist heute das Hotel Pirkl (s. Brauereien). Linker Hand schließen das Kaufhaus Lermer (Volksbank), das Kaufhaus Zizlsperger und das Scharrerhaus den Stadtplatz nach Osten ab. Anmerkung: Der Luitpoldbrunnen ist falsch 'rnontiert'.

Osterhofen

Partie am 5ladlplalz.

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8. DIE SCHRANNEN

Das Wort Schranne bedeutet ursprünglich Bank, auf der das Getreide gemessen wurde. Meßeinheit war der Scheffel, der 1871 durch den Doppelhektoliter ersetzt wurde. Der Preis für 1 Scheffel Weizen lag bei 22 Gulden (fl), für Gerste bei 11 fl. 1876 wird die Markwährung eingeführt, der dhl Weizen wird zu 34 M, Gerste zu 22 M gehandelt: Der Gulden hatte also den Wert von ca 1.50 M. Die Preise blieben stabil. Die Schrannen waren gut besucht: Am 4. Januar 1871 werden 56 Scheffel Weizen und 181 Scheffel Gerste angeboten. 1903 werden über Osterhofen 7529 Tonnen Getreide ausgeftihrt. Anfang Juli ist Erntedingmarkt:

Knechte werden für den Schnitt zu einem Wochenlohn von 12-15 M, Mägde für 8-10 M ge dingt, 'bei freier Unterkunft, guter Verpflegung und reichlich Trunk', versteht sich. Eine Woche später ist Emtewarenmarkt.

9. DIE VIEHMÄRKTE

Es gab 7 Jahrmärkte und 4 große Schweinemàrkte. An den Montagen nach den Jahrmärkten wurden Homviehmärkte abgehalten, ferner Pferdemärkte jeden Montag in der Fastenzeit und om 5. September und 24. Oktober, so der Chronist. Die Pferdemärkte waren bestens besucht, Am 6. März 1882 werden 336 Stück mit ihren 'Käufern, Verkäufern und Schmusern' gezählt, wovon die guten Rösser 700 bis 800 Mark kosten. Die Hornviehmärkte gingen weniger gut, weshalb für den Hornviehauftrieb Prämien bezahlt wurden. Außerdem erhob der Magistrat keine Marktgebühren und keinen 'Pflasterzoll'. Auch die Fleischpreise blieben Jahrzehnte gleich: 1898 werden notiert - Spanferkel das Paar 10-12 M, Frischlinge das Stück 28-36 M, Schweine je Ztr Lebendgewicht 40 M, Pfundpreis im Laden 70 Pfennige. Für Rinder bezahlte man je Ztr lbd. 30 M, für das Pfund beim Metzger 40-45 Pr. 15 Knackwürste kosten 1 M, 1 Paar Weiße 15 Pf.

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