Osterwieck in alten Ansichten

Osterwieck in alten Ansichten

Auteur
:   Günter Kirsten
Gemeente
:   Osterwieck
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5400-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Osterwieck in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Osterwieck, eine kleine Stadt im Nordharzvorland, spielte schon vor mehr als 1 000 Jahren eine nicht unwesentliche Rolle in der Geschichte. Zum Teil durch Legenden überliefert, zum Teil urkundlich belegbar, beginnt der Eintritt im Jahre 780 nach Christi.

Vom Leben der Menschen vor dieser Zeit geben uns zum Beispiel ein etwa 4 000 Jahre altes Hockergrab und steinzeitliche Werkzeuge einen Beleg (ausgestellt im Osterwiecker Heimatmuseum). Bei Bauarbeiten nur ca. 20 Meter vom Markt wurde unter anderem ein

Grubenhaus entdeckt (etwa 3000 bis 4 OOOJahre alt). Diese Siedlung, noch hieß sie Saligenstedde, ist um 780 von Karl dem Großen zu einem Missionszentrum gemacht worden. Den Schutz der Kirche nutzend folgten bald Handwerker und natürlich Händler. So ist wohl auch die Verdrängung des alten Namens Saligenstedde durch den neuen Namen Osterwieck (östliche Handelssiedlung) im 12. Jahrhundert zu erklären, Die rnächtigen Türme der St.-Stephani-Kirche künden noch heute von dem Reichtum der Bürger. Unter

Otto II. erhielt Saligenstedde schon 974 Münz- und Zollrechte, etwas später auch Marktrecht. Osterwiekker Münzen wurden noch bis ins 16. Jahrhundert als Zahlungsmittel erwähnt. Der Holzreichtum unserer Gegend war wohl auch ein Grund für die Herausbildung einer Holzarchitektur . Die handwerkliche Kunstfertigkeit der Baumeister ist noch heute an den Fassaden vieler Fachwerkhäuser zu bewundern.

Eine große Überschwemmung 1495 und einige Brände Anfang des 16. Jahrhunderts zerstörten große Teile der Stadt. Osterwieck wurde im 16. Jahrhundert größer und schöner wiederaufgebaut. Der Dreißigjährige Krieg brachte für Osterwieck mehrfach wechselnde Besatzungen durch kaiserliche und schwedische Truppen. Die Bürger litten große Not, aber die Stadt blieb von Zerstörungen weitestgehend verschont.

Nach dem Westphälischen Frieden trat Osterwieck wirtschaftlich in einen Dornröschenschlaf. Osterwieck als Kreisstadt (noch bis 1825) war wohl mehr eine Referenz an die Geschichte.

Ein Höhepunkt während dieser Zeit war der Besuch des russischen Zaren Peter 1. 1697 bei der Familie von Rössing auf dem 'Bunten Hofe'. Der wirtschaftliche Aufschwung begann Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Gründung einiger Fabriken. Zu den bedeutendsten entwiekelten sich die Harzer Bleiweißfabrik von L. Heubach, die Druckerei und Verlag A.W. Ziekfeldt und die Lederindustrie und Lederverarbeitung mit vierzehn Fabriken. Leider wurden in dieser Zeit fast alle Reste der alten Stadtmauer abgetragen.

Ab 1900 begannen sich die Menschen wieder mehr für die Geschichte ihrer Heimat zu interessieren. Paul Eisert (1869-1946) und Fritz Gille (1870-1938) haben sehr intensiv gearbeitet und uns einen großen Schatz an Heimatliteratur hinterlassen. Sie gründeten 1930, nach mehreren Jahren Vorbereitung, im alten Rathaus ein Heimatmuseum.

Ihre Arbeit fortzusetzen und das Bewußtsein vieler Osterwiecker für ihre Stadt und das Interesse an ihrer Stadt zu wecken soll dieses kleine Buch helfen.

1. Dieses Bild zeigt eine Luftaufnahme von Osterwieck um 1929.

Osterwleck a. Harz tekleche.

2. Die St.-Stephani-Kirche ist das älteste und bedeutendste Baudenkmal der Stadt. Eine ältere Holzkirche ist Anfang des 12. Jahrhunderts durch einen Steinbau ersetzt worden. Der heute noch vorhandene älteste Teil ist das untere Doppelturmensemble mit dem romanischen Westportal und seinen beiden mächtigen Türmen von 53 und 54 m Höhe. Im 16. Jahrhundert wurden das vermutlich baufällige Kirchenchor und Kirchenschiff größer und schöner aufgebaut und die Türme auf die heutige Höhe gebracht (Postkarte von 1909).

3. Das Langhaus (Kirchenschiff) wurde im spätgotischen Stil erbaut. Die Schlußsteine, Pfeiler, Emporen und Epitaphien tragen etwa 130 Wappen von Osterwiecker Familien. Die Kirche birgt auch einen einmaligen Reichtum an Steinmetzzeichen. Kunstgeschichtlich besonders wertvoll sind das Taufbecken (Erztaufe) und der gotische Altarschrein auf romanischem Steinaltar. Der Chorraum hat zu beiden Seiten ein sehr schönes Gestühl aus der Zeit um 1620.

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4. Der zweite bedeutende Sakralbau ist die Nikolaikirche, die um 1200 erbaut wurde. Aus dieser Zeit stammen der Turm und das alte Rundbogenportal. Der Eingang wurde bei der umfassenden Restaurierung der Kirche vollständig im alten Stil wiederhergestellt. Die Margaretenglocke (Stiftung der Klausnerin Margarete zu Osterwieck) im Turm ist von 1262, noch heute wird damit zum Gottesdienst geläutet. Prunkstück der mit vielen Malereien versehenen Kirche ist der Altar. Er ist wahrscheinlich Anfang des 15. Jahrhunderts entstanden, unter dem Einfluß van Konrad van Soest.

5. Anfang des 20. Jahrhunderts beschloß die Os terwiecker Stadtverwaltung die Anlage eines Denkmalplatzes. Zur Nordseite des Platzes erhebt sich das Ehrenmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Osterwiecker. An den vier Säulen lesen wir die in Stein gehauene Namen der Gefallenen.

6. Im zweiten Drittel des Platzes befand sich ein Denkmal zur Erinnerung an die im Kampf gegen Frankreich 1870-1871 gefallenen Krieger von Osterwieck. Der Sockel trug eine griechisch-dorische Säule; diese war mit einem Friedensengel bekrönt. Heute ist davon leider nichts mehrvorhanden.

7. Das alte Rathaus ist 1554 massiv in zwei Etagen ausgebaut worden. Wahrscheinlich wurde ein Vorgängerbau vergrößert und aufgestockt. Obwohl es schon mehrfach umgebaut wurde, befinden sich noch heute die ursprüngliche Wendeltreppe (Spindeltreppe) aus rnassiven Eichenbohlen und die großen Flure darin, Im Jahre 1930 wurde irn ehemaligen Bürgermeisterzimmer von Fritz Gille und Paul Eisert ein Heimatmuseum eröffnet. Ständig erweitert und vervollkommnet bietet das Heimatmuseum heute ein umfassendes Bild der Stadtgeschichte. Besonders zu erwähnen sind die prähistorische Sammlung und eine Fachwerkausstellung.

8. Auf diesem Foto sehen wir den Heimatdichter Fritz Gille im ehemaligen Rathaus und heutigen Heimatmuseum. Mit dem Zeichenlehrer Paul Eisert sammelte er einige Jahre für die Nachwelt erhaltenswerte Einzelstücke. Von ihnen wurde unter anderem auch der Erker - ein Teil des Museums - gestaltet (Bild von 1930).

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