Otterndorf in alten Ansichten

Otterndorf in alten Ansichten

Auteur
:   Erna Kayser
Gemeente
:   Otterndorf
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2517-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Otterndorf in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Otterndorf ist schon seit dem Jahre 1400 Stadt. Herzog Erich IV. von Sachsen Lauenburg hielt den kleinen Ort für wichtig genug, ihm das Stadtrecht zu verleihen. Ausschlaggebend für Otterndorfs Bedeutung war sicherlich seine verkehrsgünstige Lage an der moorbraunen Medern nahe der hier 16 Kilometer breiten Elbmündung. 'Südliche Nordsee' wird das Gebiet heute im Sprachgebrauch des belebten Fremdenverkehrs genannt. Gute Wasserwege waren damals wie heute sehr wichtig. Natürlich war ihre Bedeutung früher viel größer, als es kaum Landwege gab, die befestigt waren. Auf der Medern wurden die landwirtschaftlichen Erzeugnisse des Binnenlandes auf flachen geteerten Lastkähnen, den 'Flöten und Bullen', nach Otterndorf gefahren, um direkt an die Bürger verkauft oder vertauscht zu werden. Die großen Speicher an der Medern und in der Stadt hatten Böden genug, um das Korn lagern zu können. Das Vieh wurde meistens zu den Frühlings- und Herbstrnärkten angeliefert. Dann lagen im Otterndorfer Hafen so viele Schiffe, daß man die Brücke zum Überqueren der Medern eigentlich kaum brauchte. Segelfrachter, später motorisierte Ewer, transportierten Korn, Lebensmittel, Ziegelsteine weiter elbaufwärts nach Glückstadt, Stade, Hamburg. Otterndorf wurde so zum Handelszentrum der Umgegend. Handwerksbetriebe aller Art, Geschäfte, Hotels und Gaststätten, aber auch gute Schulen entstanden recht früh trotz der geringen Einwohnerzahl von um 1500 zum Beispiel ungefähr 500 Personen.

Über die ersten Siedler ist wenig bekannt. Man nimmt an, daß sie von einer Art Sand- und Schlickbank angeloekt wurden, die sie mit Abfall aller Art und Treibgut zu einer Wurt erhöhten, um vor leichterem Hochwasser geschützt zu sein. Die Kirchwurt ist mit ihren sechs Metern Höhe die höchste im weiten Umkreis. Zusammenfassende Deichbauten begannen erst im 11. und 12. Jahrhundert. Doch schon im 13. Jahrhundert wird der Kirchenbau erwähnt, und bereits im 14. Jahrhundert besaßen die Herzöge von Sachsen-Lauenburg ein Schloß für ihren ständigen Amtmann. Es war nach drei Seiten durch Wasser geschützt, brannte ab, wurde aber vielfach erneuert. 1773 erbaute man es neu aus Steinen und so dient es heute als Amtsgericht. Auch Otterndorf selbst wurde im 16. Jahrhundert durch zwei große Brände fast völlig vernichtet, dazu noch rigoros durch bischöflich bremische Truppen gebrandschatzt. Im gleichen Jahrhundert erbaute man die Stadttore, deren eingemauerte Herzogs- und Stadtwappen sich heute neben dem Eingang des Rathauses befinden. Eine starke Befestigung hatte Otterndorf nicht, nur den durch Planken und Wasser geschützten Norder- und Süderwall und die Torhäuser.

Der Ort mit seiner Umgebung, dem Lande Hadeln, fiel bis heute unter die Verwaltung der verschiedensten Oberhoheiten, gehörte auch einmal zum Königreich Hannover. 1885 wurde es Kreisstadt des neuen preußischen Kreises 'Hadeln '. 1929 vergrößerte sich die Einwohnerzahl durch die Eingemeindung der

Kirchspiele Westerende- und Osterende-Otterndorf. Es blieb Kreissitz, als 1932 die bisherigen Kreise 'Hadeln' und 'Neuhaus/Oste' zusammengelegt wurden zum neuen Kreis 'Land Hadeln'. 1977 ging der Kreis imneuen 'Landkreis Cuxhaven' auf. Otterndorf verlor den Kreissitz. So weit kurz aus der Geschichte.

Aus der wechselvollen Geschichte Otterndorfs, das aber nie wirklich aus seiner Ruhe geriet, will nun dieser Band alter Postkarten und Fotos den Zeitraum von 1880 bis etwa 1930 herausheben. Die kurzen Unterschriften sollen neben einigen Daten etwas mehr von der Atmosphäre des bürgerlichen Lebens jener Jahrzehnte vermitteln, wobei der harte Arbeits-Alltag wohl leicht zu kurz kommt. Leider waren keine Bilder der in den zwanziger Jahren aufkommenden neuen Betriebe zu finden.

Sonst habe ich neben dem Kranichhaus Museum besonders dem Privatsammler H.J. Rehfeldt in Hamburg zu danken und Franz Ball jun. in Otterndorf. Mein Dank gilt auch Frau Allers, Frau Baumann, Frau Ludwig, Frau Schaap, Frau Ripplinger, Herrn R. Doek und Herrn R. Vöge, sowie allen, die mir durch Erzählungen weiterhalfen. Die Angaben aus der Geschichte Otterndorfs entnahm ich Dr. Rudolf Lembckes Buch 'Otterndorf - Kleine Stadt am großen Strom', das 1978 im Auftrage der Stadt im Christians Verlag Hamburg erschien.

AL T-OTTERNDORF (Niederelbe)

Das frühere WestertGT

1. Obwohl das Westertor im Zuge .des Brückenneubaus 1866 schon 1865 abgerissen wurde, zeige ich auch diese Fotografie. Sie dürfte die älteste fotografische Aufnahme von Otterndorf sein, die der künstlerisch begabte Ernst Nöldecke später als Postkarte herausgab. Am Kaufmannshaus rechts vergrößert ein hübsch verglaster Erker die Ausstellungsfläche. Heute zeigen moderne Fenster in einer neueren Backsteinfront die Waren der Firma H. Cordts. Aus den Fachwerkhäusern rechts hinter der alten Holzbrücke entstand um 1900 das Geschäft Cent-Jaensch. Eine geräumige Gastwirtschaft (Grethe), die im Obergeschoß einen gemütlichen Saal besaß, war vor der Brücke links. Die Front wurde später glatt aufgezogen. 1914 eröffnete in diesem 'Hadler Hof' die Vereinsbank Hamburg eine Nebenstelle.

F H. :llel"er, Photogr., Otterndorf.

2. Gehen wir vor das Westertor! Der Poststempel dieser Ansichtskarte von der fast unbebauten HerzogErich-Straße trägt die Jahreszahl 1902. Rechts im Schatten liegt das neue Bahnhofsgebäude, das nötig wurde, als man 1881 die neue Bahnlinie Stade-Cuxhaven für den Verkehr freigab, Während man in der dahinter liegenden Bahnhofstraße schon Haus an Haus sieht, steht hier rechts das große rote Eckhaus einsam an dem neuen Verbindungsweg zum Bahnhof. Der Fotograf F.H. Meyer hatte es bauen lassen. Ihm verdanken wir viele Ansichtskarten der damallgen Zeit. Bis 1914 jedoch war auch diese Straße, nach dem Herzog Erich IV. von Sachsen-Lauenburg genannt, mit Villen im Gründerjahre- beziehungsweise Jugendstil voll bebaut.

3. Fast wie ein Schlößchen sieht die grauweiße Villa aus, die um 1900 an der Ecke Herzog-ErichStraße/Westertorstraße von der Familie von Seth erbaut wurde. Später hatte hier Dr. Duesberg eine Praxis, die heute seine Tochter führt, Die Villa ist sicherlich nicht wiederzuerkennen, da sie 1936 durch eine helle Klinkerverblendung modernisiert wurde. Auf jeden Fall war es damals das Glanzstück des Prominentenviertels um den neuen Bahnhof.

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KÖJligl. neabyJ.ul~ /' /' Erinnerung an Ot erndcrf. Unter·Elbe ./

4. Im Jahre 1892 wurde das Königliche Realprogymnasium erbaut. Das Haus hat eine wahrhaft wechselvolle Geschichte, wie ich der Festschrift der Johann-Heinrich-Voß-Schule von 1965 entnehmen konnte. Ich gebe sie hier kurz an, obwohl ich damit den vorgegebenen Zeitraum von 1880-1930 überschreite. Doch dieses Gebäude gehört für zu viele Otterndorfer und Hadier zu ihren Jugenderinnerungen. 1893 heißt es schlicht 'Königliche Realschule', ab 1919 'Staatliche Realschule ', bis es 1928 als Mittelschule den Namen Johann-Heinrich-Voß-Schule erhält. Nach kurzer britischer Besetzung 1945 wird es wieder Schule, nimmt 1954 sogar zusätzlich die ersten Klassen des Gymnasiums auf. Heute befinden sich Grundschule und Sonderschule darin. Die letztere nennt sich jetzt 'Wittmackschule'.

Olterndorf

5. Ebenfalls an der ehemaligen Westertorstraße, die später Altenbrucher Chaussee hieß und sich heute Cuxhavener Straße nennt, liegen die gelbweißen reich verzierten Häuser, die der Deutsch-Amerikaner W. Harms 1900 nach seiner Heimkehr bauen ließ. Dahinter sieht man noch die schlichten Backsreinbauten vom 'Bahnhofshotel' und vom 'Hadler Hof', die an den Ecken zur Großen Ortstraße standen und stets voller lustiger Gäste waren. 1918/19 tagte im Bahnhofshotel allerdings der Soldatenrat! Der Obelisk im Vordergrund wurde aus Spenden zur Erinnerung an die Gefallenen des Krieges 1870/71 errichtet. Er fielleider um 1970 einer neuen Straßenplanung zum Opfer.

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Otlerndorf

Partie an der Mühle.

6. Dort, wo heute zwischen der Textilhandlung Wulff und dem Schreibwarengeschäft Schröder an der Cuxhavener Straße der Riemer'sche Geschäftsneubau steht, war nur grüne Weide. Die Bockmühle stand ziernlich isoliert. Es gab genügend Anfahrplatz für die Ackerwagen. Hinter der Mühle fiel das Gelände zur Medern ab, die dort tief genug war, daß Ewer ent- und beladen werden konnten. Sie wurde um 1900 abgebrochen. Auf der Weide erbaute Herr Brüning später ein großes Fachwerkhaus als Gaststatte und Ausspann, aus dem danach das neue Deutsche Haus der Familie Petersen wurde. Viehwaage, Bauernbörse, Frerndenzimmer, ein kleiner Saal sorgten für ein abwechslungsreiches Leben, von dem noch viele Döntjes kursieren. Seit 1978 existiert auch das Haus nicht mehr.

7. In Otterndorf waren bis nach 1920 die Straßen mit Linden, Ulmen, Kugelakazien verschönt, wo immer es möglich war. Hinter den Häusern der rechten Straßenseite fließt die Medem, die für Kaufleute, Handwerker undvor allem für Fischer und Schiffer günstige Anlegemöglichkeiten bot. Wahrscheinlich wurde daher der wintertiche 'Schiffer-, Fischer- und Bürgerball' mit starker Blasmusik, viel Körn, Gelächter und Tanz so gerne links in der Dock'schen Reiehshalle gefeiert. Sie war auch groß genug für Kino- und Zirkusvorstellungen. Zwischen 1920 und 1930 übte dort die neue Gymriastikabteilung der Damen des T.S.V. (Turn- und Sportverein) nach der flotten Klavierrnusik von Mudel Rehm, Heute nimmt Aldi den Platz der ersten beiden Häuser ein. Das Bahnhofshotel war abgebrannt (1971).

8. Voller Sehnsucht sprechen viele Leute vom kleinen 'Tante-Emma-Laden'. In dem Haus links war einer. Nicht nur für Großenorter Kinder war er ein kleines Paradies. Dabei war die alte 'Tante Grote' sehr energisch, ließ aber niemanden ohne 'Bonschen' als Zugabe aus dem Laden gehen. Hinter dem kleinen Raum voller lackbildverzierter Holzpantoffeln, Lebensmitteln, Petroleumfaß neben grüner Seife und Salzheringen, lag der Hutsalon ihrer stattlichen Tochter Betty. Und ihr noch stattlicherer Sohn konnte herrliche Geschichten erzählen. In diesem Haus gab es nicht nur fast alles fürs leibliche Wohl, sondern hier hatte immer irgendjemand Zeit, sich Kummer und Sorgen anzuhören und zu trösten.

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