Overath in alten Ansichten

Overath in alten Ansichten

Auteur
:   Stephan Nuding
Gemeente
:   Overath
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6573-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Overath in alten Ansichten'

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Einleitung

Liebe Leser, Gott helep üch!

Wie archäologische Funde belegen, war der Overather Raum bereits in vorchristlicher Zeit besiedelt. Eindeutige Indizien hierfür sind unter anderem archäologische Funde, die bis in die Mittelsteinzeit zurückreichen und die vorgeschichtliche Wallanlage auf dem Lüderich. Als 'Achera superior' wird das in den Tälern von Sülz und Agger gelegene Gemeinwesen erstmals im Iahr 958 nach Christus erwähnt. Damals schenkten die Brüder Humfried und Wolfried zu Achera die Güter Brambach, Frielingshausen, Hufenstuhl und die Kirche zu Hohkeppel dem Kölner Severinsstift. 1064 schenkt der Kölner ErzbischofAnno H. die Liegenschaften und Besitzungen zu Overath und Cyriax der Benediktinerabtei auf dem Michaelsberg zu Siegburg. Seit dem 14. Jahrhundert war Overath berühmt für seine Glockengießereien. Die meisten frühen Glocken des Bergischen Landes wurden hier gegossen. Wie eine Urkunde aus dem Iahr 1363 belegt, gehörte Overath zu dieser Zeit verwaltungstechnisch zum bergischen Amt Steinbach. 1555 waren in Overath zwei Hofgerichte ansässig. In den dreißiger Jahren des 17. Jahrhunderts, also während des Dreißigjährigen Krieges, wurde die Gemeinde von den kaiserlichen Truppen mehrfach schwer heimgesucht. Auch während des Spanischen Erbfolgekrieges (1701-1714) hatte Overath viel infolge von Truppendurchmärschen, Kriegssteuern und Requirierungen zu leiden. Während des Siebenjährigen Krieges (1756-1 763) und den französischen Revolutionskriegen (1795 -18 01) war es nicht anders. Zur Zeit der französischen Fremdherrschaft unter Napoleon Bonaparte, die wiederum mit zahlreichen Drangsalen verbunden war, gehörte die Gemeinde zum Kanton Lindlar, der dem Arrondissement Mülheim am Rhein angehörte. Nach der Befreiung von den Franzosen fiel das ehemalige Herzogtum Berg, in dem auch Overath gelegen war, im Wiener Kongreß an das Königreich Preußen. Im Rahmen der Einführung der preußischen Kreisordnung (1816) kam

Overath zum Kreis Mülheim am Rhein. 1932, mit Gründung des Rheinisch-Bergischen Kreises, fiel die Gemeinde an diesen und gehört ihm noch heute an. Am 1. Ianuar 1997 wurde Overath zur mittleren kreisangehörigen Stadt erhoben.

Wie überall im Bergischen Land, so hat sich auch das Gesicht der ehemaligen Gemeinde und heutigen Stadt Overath gerade im Laufe der letzten dreißig Jahre drastisch gewandelt. Vieles Gute und Alte, über Generationen hinweg bewahrte und überkommene, wurde und mußte auch manchmal dem Fortschritt geopfert werden. Dennoch gelang es, in Overath den Charme eines liebenswerten bergischen Gemeinwesens zu erhalten, das Alteingesessenen und Neuzugezogenen eine Heimat ist. Gerade deshalb wurde das vorliegende Büchlein zur Förderung der Liebe und der Achtung zur Heimat geschrieben. Es möchte weniger als ein historisches Standardwerk, denn als ein Spaziergang durch die Vergangenheit angesehen werden, der uns an manches, was vergangen ist, erinnert. Es soll der Geschichte, den Häuser, Menschen, Sitten und Gebräuchen der Stadt Overath ein kleines Denkmal setzen. Deshalb wurde auch manchmal ein Blick über die heutigen Stadtgrenzen hinweg geworfen undAnsichten undAufnahmen, die sich nicht auf das heutige Stadtgebiet Overaths beziehen, aber auf die eine oder die andere Art und Weise in enger historischer Verbindung mit Overath stehen, in das Buch aufgenommen. Gott dank üch!

Der Verfasser

Literaturnachweis

Becher, Franz: Overath im Wandel der Zeit. Herausgegeben vom Heimatverein Overath. Overath 1 95 0.

Becher, Franz: Neunhundertjahre Overath 1064-1964. Herausgegeben von der Gemeinde Overath, Overath 1964.

Bendel, Johann: Das Heimatbuch des Landkreises Mülheim am Rhein. Scriba-Verlag Köln, 5.Auflage (Faksimile) 1981.

Kieven, Lydia: Kulturführer Rheinisch-Bergischer Kreis. Herausgegeben vom Bergischen GeschichtsvereinAbteilung Rhein-Berg e.V und dem Rheinisch-Bergischen Kreis. Bergisch Gladbach, 1998.

Nuding, Stephan: Der bergische Schelm. HeiderVerlag, Bergisch Gladbach 1991.

Nuding, Stephan: Rheinisch-Bergisches Land. Hayit Verlag, Köln 1991. Nuding, Stephan: Bergisches Land. Eulen Verlag, Freiburg, 1997. Peters, Klaus- Werner: Mühlen und Landgasthöfe im Bergischen Land. Edition DNA, Straßburg 1998.

Rheinisch-Bergischer Kalender, diverse Jahrgänge. Heider Verlag, Bergisch Gladbach.

Rutt, Theodor (Bearbeiter): Heimatchronik des Rheinisch-Bergischen Kreises. Archiv für Deutsche Heimatpflege, Köln (3. Auflage) 1972. Rutt, Theodor: Overath Geschichte der Gemeinde. Rheinland- Verlag GmbH,Köln 1980.

C. Simons: Das Aggertal bei Overath. Kölner Verlags-Anstalt, Köln 1901. Strutz, Edmund (Herausgeber): Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, 73. Band. Druck und Verlag Ph.C.WSchmidt, Neustadt an der Aiseh.

Bildnachweis

Alle Bilder, soweit nicht anders vermerkt, stammen aus dem Privatarchiv Stephan Nuding.

Bantes, Mathilde (t): 72, 75

Felder, Hans (t): Bild 33,65,71 Hilburg, Falko c 17, 19,26,32,56

Kraus, Fred (t): Bild 2, 3, 5, 7, 10, 12, 13, 15, 24, 34, 36,46, 51, 53, 62,63,64,67,71

Laudenberg, Dr. Fritz: Bild 48,57, 58, 60

Scheppe, Brigitte: Bild 1, 7,24,31,33,37,38,39,40,41,43,44,50, 61,73

Vohs, Katharina (t): Bild 69,70,75

Für die Ausleihe von Fotos und ergänzende Hilfe und Hinweise dankt der Autor: Frau Mathilde Bantes (t); Herrn Hans Felder (t); Herrn Falco C. Hillburg; Herrn Michael Jobb; Herrn Fred Kraus (t); Herrn Dr. Fritz Laudenberg, Vorsitzender der Abteilung Overath des Bergischen Geschichtsvereins; Frau Brigitte Scheppe; Frau Kathatrina Vohs (t). Für die Durchsicht des Manuskriptes und Unterstützung bei der Beschaffung der Abbildungen: Seinen Eltern Helga und Ottmar Nuding.

1 Schon vor dem Zweiten Weltkrieg war das landschaftlich reizvoll gelegene Overath für die Wochenendausflügler aus den rheinischen Ballungszentren Köln und Düsseldorf ein beliebter Zielpunkt. Die zahlreichen, durch die umliegenden Wälder führenden Spazier- und Wanderwege der Gemeinde lockten insbesondere in den Sommermonaten viele Besucher an. In einer Broschüre des Verkehrsverbandes Rheinland aus den 1930er [ahren heißt es:' ... Weiteraufwärts im Aggertal grüßt Overath mit Steinenbrück, Heiligenhaus, Vilkerath und Marialinden .... Eine weiteAussicht in die Kölner Bucht bietet der Lüderich mit seinen stimmungsvollen Landschaftsbildern. Zwischen Overath und Clef liegt die Burgruine Bernsau. Über

Marialinden führte der alte Römerweg ins Homburger Ländchen.'

2 Die Geschichte des Steinhofes, gegenüber der in ihren Ursprüngen romanischen Pfarrkirche gelegen, reicht bis weit in das Mittelalter zurück. Zunächst war der Hof eine Wasserburg, die von den Rittern vom 'Steynhuys' bewohnt wurde. Im Laufe der [ahrhunderte wurde der Steinhof mehrfach verkauft und verpfändet. Seit dem 16. [ahrhundert ist in ihm die Gastwirtschaft 'Im Sternen' nachweisbar. 1705 wurde der Steinhof Haltestelle der zwischen Köln und Siegen verkehrenden Postkutsche. 1832 wurde der Steinhof erste Overather Poststelle. Im Revolutionsjahr 1848 sprachen im Steinhof Robert Blum und Gottfried Kinkel zu den Overathern. N och heute beherbergt der

Steinhof einen Gastronomiebetrieb. (Bild um 1950.)

3 Während des Dritten Reiches wurden die Häuser der Gefolgschaftssiedlung der Firma Rudolf Dienes im Overather Ortsteil Vilkerath erbaut. Im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauung, die die 'Schonheit der Arbeit' propagierte, entstanden damals vielerorts ähnliche Siedlungen, die es Arbeitern und Angestellten ermöglichen sollten, preiswert eigenes Eigentum zu erwerben, oder zumindest aber aus einer minderwertigeren Wohnumgebung in eine bessere umzuziehen. Sowohl der Kaufpreis, wie auch gegebenenfalls die Miete der Objekte waren sehr günstig und wurden häufig auch vom Staat, insbesondere bei kinderreichen Familien, gefördert. (Bild von 1 937.)

4 Robert Lennefer, im Volksmund' das Hexenkeielchen' genannt, war ein Original und pflegte seine Briefe mit der Unterschrift 'Robert der Erfinder' zu signieren. Er lebte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in einem baufälligen Fachwerkhaus in der Nähe des Gehöftes Linde bei Heiligenhaus. Einer geregelten Arbeit ging er nicht nach. Um ihn ranken sich viele Anekdoten. So heißt es, daß in seinem Hausflur jahrzehntelang der Sarg gestanden habe, den er sich schon frühzeitig hatte anfertigen lassen. Ernährt hat er sich von Füchsen, Dachsen und totgeborenen Kälbern. Manchmal soll er sogar deren schon verscharrte Kadaver ausgegraben und verzehrt haben. Als er alt und gebrechlich geworden war, wurde er in das Altersheim

Mittelsteeg gebracht. Doch das geregelte Leben vertrug der alte 'Waldkauz' nicht. Geistig verwirrt und durch mehrere Hungerstreiks geschwächt verstarb er bald. (Bild um 1942.)

5 Noch in der Mitte des 20. Jahrhunderts war das dörfliche Leben des Bergischen Landes stark durch den katholischen Glauben geprägt. Wie hier bei Marialinden war es damals noch üblich die Mai-Andacht nach alter Sitte vor dem Hofkreuz zu halten. Auch war es Sitte, daß der Bauer, morgens, wenn er auf das Feld ging und abends, wenn er von dort zurück kam, vor dem Hofkreuz stehen blieb, seine Kappe zog und ein kurzes Gebet sprach. Während des ganzen [ahres wurde das Hofkreuz mit Blumen geschmückt. Es gibt im Bergischen Land noch heute Hofkreuze, die mehrere hundert [ahre alt sind. (Bild um 1950.)

6 Dr. med. Fritz Wester wurde am 6. Juni 1880 in Marialinden geboren. Seine Eltern betrieben dort eine Landwirtschaft, einen Gemischtwarenladen, eine Krautpresse und eine Gastwirtschaft mit Pension.

1 907 ließ sich Dr. Fritz Wester als Landarzt in Overath nieder. 1 914 gründete er zusammen mit seinen Brüdern in Köln die 'SanitátsMolkerei Dr. Fritz Wester & Co'. 1923 wurde er als Zentrumsabgeordneter in den Preußischen Landtag gewählt. Aufgrund seiner antinationalsozialistischen Gesinnung erhielt er 1935 ein Berufs- und Aufenthaltsver bot für das Rheinland und Westfalen. Dr. Fritz Wester übersiedelte nach Berlin und baute dort eine neue Praxis auf. In Zusammenhang mit den Ereignissen des Hitlerattentates mußte

er irn Iuli 1944 untertauchen. Nach dem Krieg war Dr. Fritz Wester unter anderem einer der Lizensträger der Kölnischen und Bonner Rundschau. Daneben war er in fast allen Spitzenverbänden der Deutschen Ärzteschaft. Völlig überraschend starb er am 11 . November 1950. (Bild um 1940.)

7 Im Sommer 1 938 wurde Overath durch ein schweres Unglück erschüttert. An einem den Heiligenhauser Berg herabfahrender Holztransporter mit Anhänger versagten die Bremsen. Das Fahrzeug raste in die Overather Hauptstraße hinein. Dort fuhr es in eine Hauswand und kippte um. Bei dieser regionalen Katastrophe kamen fünf Menschen zu Tode und etliche wurden verletzt. Vorliegende Aufnahme wurde kurz nach dem Ereignis aufgenommen. Gut zu erkennen sind die vielen Schaulustigen und die Mitglieder der Ortspolizei, die den Unfallort absicherten. (Bild von 1938.)

8 Jakob Krieger wurde um das [ahr 1846 herum in Loope im mittleren Aggertal geboren. Nach derTeilnahme am Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 zog er nach Overath. Aber schon bald wanderte er nach Südamerika aus. Dort arbeitete er über zwanzig [ahre hinweg immer nur so lange an einem Ort, bis er das Geld zur Weiterreise zusammen hatte und legte so im Laufe der [ahre zu Fuß 28 000 Kilometer durch den amerikanischen Kontinent zurück. Er arbeitete in den unterschiedlichsten Berufen, lebte bei Indianern und besuchte sechzehn amerikanische Länder und zweiunddreißig Staaten der USA.

Schließlich zog ihn aber das Heimweh zurück in seine Bergische Heimat und nach Overath, wo er seinen Lebensabend verbrachte. (Bild um 1906.)

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