Parchim in alten Ansichten

Parchim in alten Ansichten

Auteur
:   Wolfgang Kaelcke
Gemeente
:   Parchim
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5556-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Parchim in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Parchim gehörte immer zu den bedeutendsten Städten Mecklenburgs. Die Stadt war reich an Landbesitz und von der Natur gut bedacht. Der Besitz erstreckte sich auf über 14 800 ha, sodaß man hierzulande erstaunt und neidvoll ausrief: 'Wo kümmt Parehen dortau. '

Immerhin war das der größte städtische Besitz in Mecklenburg nach Rostock. Selbst Frankfurt am Main war ärmer. Parchim gebot über eine Fläche, die der des Fürstentums Liechtenstein nahe kam. Zehn Dörfer gehörten dazu.

Stolz war die Stadt auf ihre Wälder, in denen in neuerer Zeit der wohl beste Douglasienbestand Europ as wächst. Der Wockersee bot großen Fischreichtum, was auch für den Fluß Elde zutraf, der bei Dömitz in die Elbe fließt. Parchim und die dazugehörige Umgebung bildeten eine kleine Welt für sich. Einst war die um 1200 entstandene Stadt Zentrum eines Fürstentums. Den Charakter eines wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Mittelpunktes behielt sie auch danach als Vorderstadt des mecklenburgischen Kreises. Parchim vertrat neben Güstrow und Neubrandenburg die mecklenburgischen Städte im Landtag.

All das bewirkte, daß sich immer wieder bedeutende Ereignisse in Parchim abspielten. Die Stadt hatte

einst eigenes Geld geprägt, eine starke jüdische Gemeinde zeugte vom regen Handel, der erste Generalsuperintendent Mecklenburgs residierte hier. Die Stadt beherbergte von 1675 bis 1708 und von 1818 bis 1840 das höchste mecklenburgische Gericht; hier wurde mit dem Hinstorff-Verlag der bedeutendste norddeutsche Verlag gegründet und um 1850 soll die Stadt nach Rostock die meisten Fabriken im Lande gehabt haben. Eine besondere Rolle spielten die Tuchmacher, die Mühlenwerke und die Zichorienfabrik.

PARCHIM

11 000 Einwohner, Vorderstadt des mecklenburgischen Kreises, liegt an der schiffbaren Eide und an der meckienburgischen Südbahn, einem Zweig der Bahnstrecke BerlinHamburg, 1 Stunde nach Schwerin. Amtsgericht. Dragoner-Regiment Nr. 18. Gymnasium, Real-Gymnasium, höhere Töchterschule, Gasanstalt, Schlachthaus. Wasserwerk und Kanalisation im Bau. Hervorragend gesunde und landschaftlich schöne Lage. Die für Spaziergänger offenen der Stadt gehörigen grossen Laub- und Nadeiholzwälder reichen bis unmittelbar an die

Stadt. See- und Flussbäder. Billige Wohnungen. Für Rentner und Pensionäre geeigneter Wohnort.

Grosse Kornmühlen, Cichorien-, Conserven-, Marmor-, Papier-, Cellulose, Goldleisten-, Tuchfabrik. Lebhafter Landverkehr durch zahlreiche gute Kunststrassen.

Fûr gewerbliche Anlagen bei den günstigen Verbindungen und den billigen Bodenpreisen besonders gelegener Platz.

Weitgehendes Entgegenkommen der Stadtverwaltung wird zugesichert.

Deutsches Städtebuch, 1906

Die Stadt hat in ihrer langen Geschichte nicht nur blühende Zeiten erlebt. Pest, Feuer und Krieg setzten ihr immer wieder hart zu. So lebten am Ende des Dreißigjährigen Krieges nur noch 1 300 Einwohner. Plünderungen und Kontributionen waren auszuhalten. Ein halbes Jahrhundert stand Parchim unter preußischer Pfandbesetzung.

All das hat die Stadt überstanden, die in den Lebensläufen einer stattlichen Reihe bedeutender Persönlichkeiten genannt werden muß. Die ältesten Vorfahren der Schriftsteller H. und Th. Mann sind von hier, der Generalfeldmarschall von Moltke ist ge-

bürtiger Parchimer, der Dichter Fritz Reuter beendete in der Stadt seine Schulzeit. .. Viele Jahre lebte Friedrich Griese, einer der großen deutschen Erzähler, in und bei Parchim.

Eine Stadt mit dieser starken Vergangenheit muß um die Zukunft keine Angst haben. Möge in Erfüllung gehen, was am Ende einer Chronik aus dem Jahre 1670 steht:

Wünschet Parchim Glück! Es müsse wohlgehen denen, die dien lieben, es müsse dir wohl seyn, Parchim, und Friede inwendig in deinen Mauern und Glück in deinen Häusern! Gott selbst sey der Beschützer, der Kirchen Aufseher, der Schulen Regierer, des Rathes Rathgeber, der Bürger Helfer! ... Friede und Glück müsse seyn in deinen Kirchen, in deinen Rathsstuben, in deinen Thoren, in deinen Häusern und in aller Einwohner Herzen! Amen amen.

Wolfgang Kaelcke, Museumsleiter

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Grofsherzollthum

1. Im Wappen der Stadt Parchim befindet sich der gekrönte Stierkopf, das Herrschaftszeichen des mecklenburgischen Fürstenhauses. Pribislav I. (1238-1270) aus diesem Geschlecht residierte einige Zeit in der Stadt, dem Zentrum der Herrschaft Parchim-Richenberg. Lilie, Hirschgeweih, Kleeblätter und Sterne können als christliche Symbole eingesetzt worden sein.

2. Das Rathaus ist ein ursprünglich gotischer Backsteinbau aus dem 14. Jahrhundert. 1818 erfolgte der Umbau durch den Hofbaumeister Barca. Von 1667 bis 1708 und 1818 bis 1840 war das Gebäude Sitz des höchsten mecklenburgischen Gerichts. Links vom Rathaus wohnte im 17. Jahrhundert der älteste nachweisbare Vorfahre der Schriftsteller H. und Th. Mann. Eine Gedenktafel erinnert daran.

3. Am 23. August 1893 gegen 1.00 Uhr läuteten die Feuerglocken. Hinter dem Rathaus hatte es zu brennen begonnen. Begünstigt durch die lange Trockenheit breitete sich das Feuer schnell aus. Große Teile der Mittelstraße verwandelten sich in Schutt und Asche. Morgens gegen 6.00 Uhr brach hier erneut Feuer aus. Die sich entwickelnde unerträgliche Glut machte die Arbeit der Feuerwehr zeitweise beinahe unmöglich.

4. Anläßlich der 700-Jahr-Feier Parchims vom 10.-12. September 1926 wurde auch das Rathaus festlich geschmückt. Rudolf Tarnow widmete seiner Heimatstadt folgende Zeilen: Soebenhunnert Jahr hett uns all Stadt/ Sick doren de Tieden slagen,/ De Chronik meldt dat, Blatt för Blatt,! Wat Parchim all hett dragen,! Se kündt von Pest un swarten Dod,! Von Krieg un swieren Stunden.l Doch ümmer hett mit frischen Maud! uns' Stadt dit all verwunden.! Un denn tau'n letzten birren wi:! Mücht Gott uns nich verlaten!/ Noch eins tau'n Häben birren wi:! Hall Hand up Hus un Katen! un sägen uns' oll Vaderstadt! In Tieden, de noch kamen,! Wi hemm bet hüt Di bi uns hatt, -/ Bliew wieder bi uns. Amen!

5. Festzug 700 Jahre Parchim: das Götzenbild des Parkum, von vier Wenden getragen. In der Cleemannschen Chronik (1825) ist der abgebildete Götze mit der Unterschrift versehen: 'Parchum, der Parchimsche Götze, zerstört 1128.' Nach diesem heidnischen Abgott soll die Stadt benannt worden sein. Parchim wäre somit Ort des Sonnengottes. Wissenschaftler sind anderer Meinung. Sie sehen in Parchim ein slawisches Wort mit der Bedeutung von 'Ort des Parchom'. Der Parehom war wohl eine wichtige Person, aber kein Götze. Der Personenname enthält das Wort 'Räude':

6. Festzug 700 Jahre Parchim: katholische Geistliche mit Mönch. In Parchim lebten einst Franziskaner (1246-1553). Der Mönch in der Mitte auf dem Bild trägt ein Ferkel. In der Chronik steht dazu: 'Die Bettelmönche ... sind in der Stadt herumgegangen mit einem Ferkeloder jungen Schwein, welches sie Tönnies-Farken genannt, dem sie ... etwas gebettelt mit diesen Worten: 'Bedenkt de armen Bröder, und vergetet Tönnies-Farken ok nicht. .. ' Die 'Herren Brüder' genossen großes Ansehen in der Stadt. Wegen der Reformation mußten sie Parchim verlassen (vor 1553).

7. Festzug 700 Jahre Parchim: Kaufmannswagen aus dem 14. Jahrhundert mit Bewachung. Kaufleute spielten bei der Entstehung und Entwicklung Parchims eine große Rolle. So war eine Kaufmannssiedlung die Grundlage für die spätere Stadt. Gehandelt wurde mit Tuehen. Pferden, Rindvieh, Kom, Hopfen. Holz, Wein, Salz und Heringen. Die Ware ging in die Mark nach Perleberg, aber auch nach Hamburg, Lübeck, Magdeburg und Stralsund. Besonders gute Handelsbeziehungen gab es mit Lübeek. Parchimer Waren hatten dort Zollfreiheit.

8. Festzug 700 Jahre Parchim: Bürger bringen gefangene Raubritter. Immer wieder mußten sich die Parchimer gegen Übergriffe von Raubrittern der Umgebung wehren. Die wohlhabende Stadt war dabei ein ernst zu nehmender Gegner. So wurden die Knappen von Barner gestraft, indem man deren Dorf niederbrannte. Die Räuber mußten sich weiterhin schriftlich als die Schuldigen bekennen. 1395 wurden sechs Gefangene gemach t, die alle auf dem Alten Markt enthauptet wurden. Auch der Vergeltungszug 1397 nach Lenzen zeigte den Raubrittern, daß mit den Bürgern der Stadt Parchim nicht zu spaßen war.

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