Pegnitz in alten Ansichten Band 1

Pegnitz in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Peter Spätling
Gemeente
:   Pegnitz
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3288-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Pegnitz in alten Ansichten Band 1'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Pegnitz, seit der letzten Gebietsreform als Mittelzentrum eingestuft, an der Autobahn Nürnberg-Berlin gelegen, ist eine Stadt, die sich gerne 'Tor zur Fränkischen Schweiz' oder 'Stadt im Grünen' nennt. Diese Attribute weisen auf die reizvolle landschaftliche Lage im Fränkischen Jura hin, verheimlichen jedoch, daß Pegnitz eigentlich eine kleine Industriestadt ist und der Fremdenverkehr nicht die Rolle spielt, wie es sich die Stadtväter und das Gastgewerbe gerne wünschen würden. Dabei haben Fremde die Ortsgeschichte immer wieder beeinflußt, meist zum Leidwesen der Pegnitzer Bürger.

Der Name 'Pegnitz' taucht zum ersten Mal im Jahre 889 als 'Pagniza' auf, allerdings zur Bezeichnung des Flusses, der am Fuß des Schloßberges als Karstquelle entspringt. Gräber aus der Hallstattzeit, die in der Nähe der Stadt entdeckt wurden, weisen jedoch auf weit frühere Besiedlung zurück. Um das Jahr 1000 wird das kleine Dorf 'Begenz' in die politische Ordnung des Nordgaues eingegliedert, den die bayerisehen Grafen von Andechs vom Bistum Bamberg aus errichteten. In den folgenden Jahrhunderten üben verschiedene Lehensherren ihre Hoheitsrechte über den Ort aus. Dabei handelt es sich ursprünglich um zwei getrennte Siedlungen, der schon 1119 erwähnten 'Altenstadt' und dem erst zwischen 1347 und 1357 auf dem sogenannten Letten von den Landgrafen von Leuchtenberg gegründeten eigentlichen Ort Pegnitz. Dieser erhält durch Kaiser Kar! IV. das Stadtrecht und auch auf dem hochaufragendem Schloßberg die

Feste 'Beheimstein' , die zum Schutz der alten Heerund Handelsstraße errichtet wurde. 1402 kommt Pegnitz durch den Burggrafen Johann lIL in den Machtbereich der Hohenzollern. 1430 wird das Städtchen in den Hussitenkriegen ebenso wie später in den Markgrafenkriegen schwer verwüstet. Als 1553 gar noch die Feste Böheimstein von den Nürnbergern gründlich zerstört wird, versinkt das Städtchen fast in die Bedeutungslosigkeit. Eine Entwicklung setzt erst wieder ein, als Pegnitz 1810 bayerisch wird.

Zu diesem Zeitpunkt hat die Stadt knapp 1 000 Einwohner und ernährt sich vor allem von der Landwirtschaft, die auf den kargen Juraböden rings um Pegnitz betrieben wird. Doch auch Handwerk und Gewerbe nehmen dann langsam einen Aufschwung, als 1877 die Bahnlinie Nürnberg-Bayreuth eröffnet wird. Zwischen den beiden Weltkriegen beginnt ein verstärkter Verkehrsausbau und auch neue Industrien und Gewerbezweige siedeln sich an. Trotz des schweren Rückschlages im Zweiten Weltkrieg erholte sich Pegnitz doch rasch, und viele Flüchtlinge brachten neue Ideen und neuen Elan mit in die Stadt. Wieder siedelten sich weitere Betriebe in der Stadt an, und das Ortsbild veränderte sich rascher als jernals zuvor. Ein wenig von dem heute Verschwundenen und Veränderten festzuhalten, soll auch die Aufgabe dieses Büchleins sein. Für die älteren Pegnitzer wird so manche liebevolle Erinnerung wiederkehren und vielleicht wird so manches 'Ach ja, so war's einmal' ein bißchen Wehmütigkeit entstehen lassen, wenn man

daran denkt, rnit wieviel Eif'er so manche Idylle in den letzten Jahrzehnten beseitigt wurde.

Den jungen Pegnitzern, die sich an vieles nicht mehr erinnern können, sollen die Bilder die Ruhe und Beschaulichkeit vermitteln, die sie oftmals ausstrahlen und ihnen zeigen, daß auch unsere Vorfahren mit bescheidenen Mitteln ihre Umwelt und ihre Lebenszeit angenehm zu gestalten wußten. Vielleicht wurden so manche Feste intensiver und herzlicher gefeiert als heute, wo in unserer schnellebigen Zeit ein Gerneinschaftsgefühl verlorenzugehen droht.

Der Autor, selbst in der Pegnitzer Altstadt geboren, fühlt sich seinem Heimatstädtchen eng verbunden und hat sich nicht selten geärgert, wenn einmal ein altes Haus abgerissen wurde und er nicht vorher noch ein Foto davon gemacht hat. Doch nicht nur Straßen und Plätze sollen in diesem Büchlein gezeigt werden, sondern auch die Menschen, die hier lebten, wie sie arbeiteten und auch feierten. Auch das Vereinsleben soll berücksichtigt werden. Erwähnung sollen schließlich auch jene Orte am Rand von Pegnitz finden, die im Zuge der Gebietsreform nach Pegnitz eingerneindet wurden und heute zum Stadtgebiet gehören.

Die Suche nach alten Ansichten von Pegnitz war ein inneres Bedürfnis, um Erinnerungen wachzurütteln. Viele Postkartenbörsen und Tauschtage wurden mit diesem Ziel über Jahre hinweg auf'gesucht, Doch ohne die Unterstützung von vielen Freunden und 'alten Pegnitzern' sowie der Stadt Pegnitz wäre es nicht möglich gewesen, das Leben der Stadt so vielfältig auf

Bildern darzustellen. Allen, die mitgeholfen haben und bereitwillig Bilder zur Verfügung gestellt haben, gilt der besondere Dank.

Das Bild auf dem Einbanddeckel ist eine sehr reizende Lithographie kurz vor der Jahrhundertwende und vermittelt idyllisch die romantischen Züge des kleinen Städtchens sowie auch Tradition und Lebensfreude, die darin herrschen. Das Ortsbild rechts oben zeigt die Lage von Pegnitz in einem von welligen Höhen umgebenen Kessel. Beherrschendes Bauwerk ist die alte Bartholomäuskirche. Links oben der Schloßberg, der 'Hausberg' der Pegnitzer, von dem aus sie gerne in die Ferne blieken, der sie aber auch zu vielen Festivitäten und Geselligkeiten bis heute anlockt. Der Gasthof 'Zum Weißen Lamm' ist eines der ältesten Häuser am Marktplatz und seit 1674 Gastwirtschaft. Die Bilder werden umrahmt von Gerstenhalmen und Hopfenranken, die Grundstoffe des Bieres, das durch die früher gebräuchliche Bierkanne dargestellt wird. Das Bierbrauen selbst ist in Pegnitz eine alte Tradition. So wurde neben der Gerste, die im Umland überall auf den Feldern wächst, sogar schon 1435 der Hopfenanbau in der Gegend des heutigen Milchhofes versucht. Viele Häuser der Stadt hatten darüberhinaus das Braurecht, 1843 waren 57 Kommunbrauer registriert. Über den alten Pegnitzer Brauch, das 'Flindem', welcher damit eng zusammenhängt, soll an anderer Stelle noch berichtet werden.

Fegr:i:;z (Fr-är:k. Sel:. weiz)

1. Die Gründung des eigentlichen Ortes Pegnitz erfolgte auf einem von West nach Ost ziehenden Hügel, dessen geologische Beschaffenheit vcrwiegend der Ornatenton ist. Daraus erklärt sich die Bezeichnung 'Stadt uff dem Letten', die in den Stadtfreiheiten von 1516 und 1542 auftritt. Durch Anlegung des Mühlgrabens wurde der Hals des Talspornes durchstochen, wodurch der Marktplatzbuckel künstlich in einen Umlaufberg verwandelt wurde und so einen wesentlich besseren Schutz bot als die ursprüngliche Siedlung, die Altenstadt, die am rechten Bildrand noch zu erkennen ist. Auffällig ist weiterhin die kaum bewaldete Umgebung. Lediglich am Horizont erstreeken sich die größeren Waldflächen des Kitschenrains.

2. Die ältere Siedlung, das Dorf an der 'Begenz', in einer Stiftungsurkunde des Klosters Michelfeld 1119 zum ersten Mal erwähnt, liegt auf einem flachen, sanft geböschtem Hügel südlich des jetzigen Stadtkerns und ist auch heute noch durch eine breite Wiesenfläche, dem 'Wiesweiher' , von diesem getrennt. Als Markt hatte der Ort das Recht der Befestigung und war nachweislich von einer Mauer, und einem Graben umgeben, sowie mit zwei Toren befestigt, wovon das letzte, das sogenannte 'Altenstädter Tor' erst 1895 beseitigt wurde. Im Vordergrund sieht man die Nürnberger Straße, deren linke Seite um 1903 fast noch unbebaut war.

Pegnitz (fränk. chweiz)

3. Einen Bliek von der Altstadt in Richtung Norden bietet diese Aufnahme. Die 'Altenstädter' konnten also im wahrsten Sinne des Wortes auf die 'Pegnitzer' herunterschauen. Längst abgerissen oder wesentlich verändert sind auch die Häuser der Kettengasse im Vordergrund. Am linken Bildrand ist zuerkennen, wie entlang der Nürnberger Straße eine Verknüpfung zwischen den beiden Stadtteilen vor sich ging. Der freie Wiesengrund dazwischen ist auch noch heute von der Bebauung im wesentlichen ausgenommen, Der Name 'Wiesweiher' deutet schon auf feuchtes Gelände hin, obwohl die dort befindlichen Weiher schon sehr früh wieder verruilt wurden, Trotzdem blieb das Gelände für die Landwirtschaft nur schwer nutzbar. Die auf diesem Bild deutlich sichtbaren Entwässerungsgräben belegen diese Tatsache. Heute erfreuen sich die Pegnitzer dort an einer Parkanlage mit schattenspendenden Bäumen,

4. Eng schmiegen sich die Häuser der Altstadt aneinander. Gleichsam schutzsuchend scharen sie sich um das kleine Friedhofskirchlein, das an der Stelle steht, wo 1360 die erste Pegnitzer Kirche St. Gilgen oder Ägidienkirche erwähnt wird. Im Laufe der Jahrhunderte wurde es mehrmals umgebaut und verändert, und die Gottesackerkirche wird heute in erster Linie bei Beerdigungen benutzt. Daß die Altenstädter ein eigenes Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelten, geht aus ihren Auseinandersetzungen mit der Stadt Pegnitz immer wieder herver. Bis in das 19. Jahrhundert verwaltete sich die Altenstadt selbst und lag wegen Flur- und Steuerrechten mit der Stadt auf dem Letten häufig im Streit. Dieser gipfelte in dem Versuch, die beiden Stadtteile völlig zu trennen, was jedoch am Einspruch der Kreisregierung scheiterte. Erst 1876 wurden beide Ortsteile miteinander vereinigt, doch der Zwist um Grundbesitz dauerte noch bis zum Jahre 1920.

Fränkisché Schweiz, Pegnitz

5. Einen Bliek auf die beiden Ortsteile von Westen aus zeigt diese um 1909 entstandene Aufnahme. Im Mittelteil sieht man die nun schon stärker ausgebaute Nürnberger Straße, die die alte Handelsstraße durch die Pegnitzer Altstadt wesentlich entlastete, Die Straße im Vordergrund war der Hauptverbindungsweg nach Pottenstein, die Pottensteiner Straße, und gehörte noch zur Altenstädter Gemarkung. Sie wurde später nach dem Pegnitzer Chronisten Heinrich Bauer urnbenannt. Links anschließend ist die ebenfalls noch unbebaute Schmiedpoint zu sehen, Dieses Flurstück gehörte seit 1483 der Familie Trautner, in deren Nachkommenschaft viele Schmiede anzutreffen waren.

6. Unbebaute Wiesenfläche war auch um 1905 das heutige 'Pädagogenviertel' mit Straßennamen benannt nach Pestalozzi, Herder, Comenius, Wilhelm von Humboldt und Kerschensteiner (heute: Dr-Dittrich-Allee). Links im Bild das zweite Pegnitzer Stadtwappen, das im 17. Jahrhundert seine endgültige Form erhielt und bis heute Gültigkeit hat, Das rechte obere Feld zeigt das schwarz-weiß gevierteilte Zollernschild, das linke obere Feld den roten Brandenburger Adler mit offenem goldenem Schnabel, goldenen Waffen und einem goldenen Kleeblattbogen auf dem Flügel. Die untere Hälfte zeigt die Symbole der Stadt, einen Fisch über silbernen Wellen.

legnilz (Frän«. Schweiz). )Ylarklp/at;: .

7. Der Ort auf dem 'Letten' wurde in der im 14. Jahrhundert üblichen Weise eines Angerdorfs gegründet. Die Häuser stehen meist giebelständig auf beiden Seiten der Hauptstraße, die sich in der Mitte zu einern Marktplatz erweitert, auf dem wiederum das Rathaus steht, Parallel zur Hauptstraße laufen oft ein oder mehrere Gassen, in Pegnitz die Rosengasse und die Brauhausgasse, Die Hauptstraße selbst wurde durch zweigeschossige Torhäuser, dem Bayreuther Tor und dem Nürnberger Tor, abgeriegelt, die aber schon 1838 bzw, 1829 abgerissen wurden, Vorn ehemaligen Bayreuther Tor ist nur noch ein Wappenstein mit der Jahreszahl1544 erhalten, der jetzt im Rathaus eingemauert ist. Das Grundmuster dieser Anlage ist bis heute kaum verändert,

~ränkische Schweiz, Fegnitz, )r1arktplatz

~'

-

8. Bis Ende des 19. Jahrhunderts stand der Marktplatz hauptsächlich im Dienste der Landwirtschaft. Um das aufweiter entfernten Wiesen entlang der Pegnitz und Fichtenohe eingebrachte Heu vor drohenden Gewittern zu retten, holte man es halbtrocken in die Stadt und breitete es auf dem Marktplatz aus, So konnte man es bei Regen schnell doch noch unter Dach bringen. Es blieb bis 1927 der Marktplatz bis auf einen schmalen Streifen links und rechts entlang der Häuser unbefestigt. Auch die GänselieseI, die ein Zeichner nachträglich in das 1901 entstandene Bild hineingezaubert hat, dürfte damals sicherlich zum Alltag des Platzes gehört haben, Die vor den Häusern abgestellten Heuwägen ergänzen den ländlichen Charakter. Die erst fertiggestellte evangelische Kirche irn Hintergrund ist noch ohne Turmuhr, wasjedoch nicht heißen soll, daß die Zeit damals langsamer verging.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek