Ahlen in alten Ansichten

Ahlen in alten Ansichten

Autor
:   Josef Hesse und Frau Dr. Ute Ewering
Gemeinde
:   Ahlen
Bundesland
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6576-1
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Ahlen in alten Ansichten'

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50 Optisch hervorgehoben und dominant auf dieser Grußkarte um die Iahrhundertwende ist eine Ansicht der Westfälischen Stanz- und Emaillierwerke von Iohann und Heinrich Kerkmann. Die Brüder gelten als die Begründer der Ahlener Industrialisierung. Direkt neben dem Fabrikgelände ist das Wohnhaus, die Villa Kerkmann, abgebildet. Zwei weitere, kleinere Ansichten der Stadt komplettieren die Karte. Das Kriegerdenkmal, das auf dem Marktplatz steht und ein Blick in die Oststraße mit der alten Marienkirche sind weniger groß hinzugefügt.

5 1 Ein weiterer Beleg für die aufblühende Industrialisierung der Stadt Ahlen ist diese Grußkarte. Durch die ornamental aufwendige Einrahmung ist das Fabrikgelände der Stanz- und Emaillierwerke der Gebrüder Seiler optisch auf der linken oberen Seite hervorgehoben. Zwei weitere repräsentative Straßenzüge der Stadt umrahmen die Eckgestaltung der Karte. Rechts oben ist ein Blick auf das Westtor wiedergegeben. Eine Ansicht auf die Bahnhofstraße rundet das Bild auf der unteren linken Seite ab.

52 Aus Ahlen's Industrieviertel. Der Beginn der Industrialisierung Ahlens datiert auf das Iahr 1863. Es ist das Gründungsjahr des späteren Emaillierwerks Kerkmann. Am 1. April eröffneten die Brüder Johannes und Heinrich Kerkmann einen eigenen kleinen Betrieb. Mit der Firmengründung war der Grundstein für die Industrialisierung der Stadt gelegt. Insgesamt zwanzig emailleproduzierende Firmen kamen im Verlaufhinzu. Die Postkarte dokumentiert sehr gut den Stolz über den Fortschritt der Industrialisierung. Gleich drei verschiedene Abbildungen von Fabriken schmücken die Karte.

Rauchende Schornsteine waren die Symbole nicht nur für den Fortschritt, sondern gleichzeitig ein Aushängeschild für den wirtschaftlichen Wohlstand der aufblühenden Stadt.

üeutsche St.hl-Boltich-GeseUsch.ft m. b. H.

53 Grußkarte aus Ahlen aus den fünfziger Iahren. Die Karte zeigt insgesamt neun verschiedene Ansichten aus der Stadt. Mittelpunkt der Karte bildet eine Sicht auf das Bahnhofsgebäude. Links daneben ist ein Blick über Ahlen zu sehen, dessen Mittelpunkt die das Stadtbild überragende Marienkirche bildet. Am linken Rand ist die Bartholomäuskirche auszumachen. Oben links auf der Karte ist das alte Rathaus am Marktplatz wiedergegeben. Unten links ist

dann der gesamte Marktplatz von der Bartholomäuskirche aus abgelichtet. Oberhalb des Spruchbandes ist das Westtor mit der ehemaligen Villa Buschhoff

gezeigt. Ein Blick in die Nordstraße ist in der Mitte unten gezeigt. Auf der rechten Seite oben sehen wir das ehemalige Kloster und Pensionat St. Michael, das heutige gleichnamige

Gymnasium. Darunter befindet sich eine Abbildung des alten Postamtes auf der Bismarckstraße. Ein weiterer Straßenzug der Ahlener Innenstadt rundet die Ansichtskarte ab.

54 Blick in die Oststraße mit der Bäreninsel auf der linken Seite. Die sogenannte Bäreninsel befand sich

am oberen Ende der Oststraße gegenüber dem Hotel Gretenkort. Der Kiosk, dessen Dach mit einer Bärenfigur geschmückt war, mußte im Zuge des Ausbaus der Fußgängerzone einem Buswendeplatz Raum schaffen. Die Stadt als Eigentümerin ließ den Kiosk

1 987 abreißen. Die Insel gehörte nicht nur für Iahrzehnte zum vertrauten Stadtbild, sondern an dem Kiosk gab es in den fünfziger und sechziger Iahren das beste Frisch-Eis in Ahlen.

55 Freiwillige Feuerwehr um 1 920. Viele Brände in der Stadt, begünstigt durch die leicht brennbaren Baumaterialien, machten die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr notwendig. Obwohl es in Ahlen eine Zwangsfeuerwehr gab, gründete sich am 23. September 1883 die Freiwillige Feuerwehr, nachdem in

der Stadt eine Liste für die Freiwilligen ausgelegt worden war. 165 Bürger hatten sich dort eingetragen. Am 1 9. März 1885 mußte die junge Wehr ihren ersten Brand löschen, da das Berghoff'sche Nebenhaus auf der Nordstraße brannte.

56 Das alte Eisenbahnviadukt am Werseteich an der Uhlandstraße, das ebenfalls, wie so viele öffentliche Gebäude der Stadt, vom Bauunternehmer Krämer gebaut worden war.

Im Zuge der fortschreitenden Industrialisierung begann man in Ahlen um 1910 mit dem viergleisigen kreuzungsfreien Ausbau der Bahnstrecke. Im Zuge dieser Erweiterung verschwand auch die zu klein gewordene dreibogige Wersebrücke. Die neue Bogenbrücke war in den Iahren 1915/16 fertiggestellt worden.

Ahlen i. W.

Elsenbahn-Uiad uct

57 Die alte Ölmühle in Ahlen. Das Gebäude lag an der Werse und wurde durch Wasserkraft betrieben. Nachdem die Ölfrüchte wie Raps, Rübsamen oder Leinsamen ausgedroschen waren, wurden sie in der Mühle mittels zweier Steinwalzen ausgepreßt. Die Rückstände wurden wiederum zu Kraftfutter, dem sogenannten Ölkuchen, verarbeitet. Schon im Iahre 1700 war die Ölmühle vorhanden und im Besitz der Stadt.Im Iahre 1881 kauften die Brüder Johannes und Heinrich Kerkmann die Mühle auf und nutzen sie für ihr Emaillierwerk. Später ist das Gebäude zu Wohnzwecken umgestaltet worden.

58 Seit 1916 befindet sich der sogenannte Dicke Stein an der Dolberger Straße. Der mächtige, unter Denkmalschutz stehende Geschiebeblock aus Neokomsandstein war durch die Eiszeit bis nach Ahlen geschoben worden. Gefunden wurde er im Lehmboden unter einer nur 25 Zentimeter hohen Schicht unter der Erdoberfläche auf dem Besitz der Ziegelei von Anton Rötering. Der Stein wiegt etwa 90 Tonnen und ist mit seinen Ausmaßen von 5,2 x 2,8 x 2,6 Metern einer der größten Findlinge im Münsterland.

59 Die Belegschaft der Strontianitgrube 'Schacht Alwine' hat sich vor dem Schachtgebäude versammelt. Das Mineral Strontia nit wurde im 19. Iahrhundert in großen Mengen für die Zuckerindustrie wegen seiner chemischen Eigenschaften benötigt. Es diente zur Restentzuckerung der Melasse. Im Münsterland begann eine fieberhafte Schürf- und Gewinnungstätigkeit nach dem im Volksmund 'Silberstein' oder 'Strunz' genannten Mineral. In der Gegend um Ahlen wurde 1880 mit dem Abteufen von ersten tiefen Schächten begonnen. Der Strontianitbergbau befand sich 1884 in Ahlen auf dem Höhepunkt.

Der hoffnungsvoll begonnene Bergbau scheiterte jedoch nach wenigen Iahren kläglich, als das Ersatzprodukt Coelestin das schwer gewinnbare Strontianit verdrängte.

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