Aindling in alten Ansichten

Aindling in alten Ansichten

Autor
:   Irene Kolatenko
Gemeinde
:   Aindling
Bundesland
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6627-0
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Aindling in alten Ansichten'

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31 Die alte Schmiede

Zum Ortsbild von unserem Heimatort gehörte bereits seit uralter Zeit eine Schmiede. Der Schmiedemeister war früher an einen Ehaftvertrag gebunden, was bedeutete, dass er zum Beispiel jederzeit seinen Kunden zurVerfügung stehen musste, wenn sie ihn brauchten.

Er stand unter der Aufsicht und dem Schutz des kurfürstlichen Pfleggerichts in Aichach bis ungefähr um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts. Für seine schweren Arbeiten brauchte er viel körperlichen Kräfteeinsatz, durfte aber nicht dafür verlangen was er wollte, denn die Preise wurden genau vorgeschrieben.

Das Bild, an einem schönen Wintertag 1947 oder 1948 aufgenommen, zeigt die alte Schmiede am Marktplatz wie sie den meisten von uns in Erinnerung geblieben ist.

Hier wurden die meisten Rösser der Landwirte beschlagen. Das Schmiedefeuer loderte, das rotglühende Hufeisen wurde auf dem Amboss mit klingenden Schlägen bearbeitet und anschließend zischend und qualmend auf den Hornhuf des pferdes mit Hufnägeln befestigt. Auch für die Herstellung und Reparaturen verschiedener Eisenteile eines landwirtschaftlichen Gerätes war die alte Schmiede eine vielbesuchte Arbeitsstätte gewesen.

Die fortschreitende Technisierung in der Landwirtschaft machte die pferde als treue Helfer der Bauern immer

mehr überflüssig und der Schmied hatte kaum noch Arbeit. Der letzte war Engelbert Schuier gewesen. Die Werkstatt wurde an ein Museum verkauft und das Gebäude abgerissen.

Links vor der Schmiede stand eine Hütte aus deren Dach ein Birnbaum herauswuchs. Im Hintergrund rechts ist das Anwesen des 'Schmiedbauern' zu erkennen. Die obere Giebelseite war mit Rosen aus Stuck verziert worden und galt einmal als das schönste Haus in Aindling.

32 Aus dem Leben eines Schuhmachers

Unter den ansässigen Handwerkern gab es mehrere Schuhmacher, und einer davon war Martin Manhard gewesen. Als Bub erlebte er hier seine Kindheit und kam nach seiner Lehre in Augsburg und Gersthofen zurück um sich eine eigene Werkstatt einzurichten.

Um genug Geld zu verdienen, mußte er auf die 'Stór' gehen, wie man so sagte. In bestimmten Abständen suchte er die Kunden in seinem Gebiet auf, wo er oft schon erwartet wurde. Zu Flicken gab es immer was in den großen Familien und bis dann alles repariert war, vergingen ein paar Tage. War die Arbeit in weiter gelegenen Orten, blieb er über Nacht dort, andernfalls kam er am Abend wieder heimwärts. Bekam er einen Auftrag für neue Schuhe, wurde genau Maß genommen, zugeschnitten und gesteppt bis sie getragen werden konnten. Die Kinder saßen dann manchmal still dabei und sahen ihm bei der Arbeit

zu.

Die Bauern hatten meist ein Teil Leder vorrätig, doch sein Werkzeug wie einen Dreifuß, Schusternägel und anderes brachte er in seinem Rucksack mit. Und er war immer auf 'Schusters Rappen' unterwegs. Vom einfachen Schuh bis zu den Paltenstiefeln lieferte er beste Qualität. Das kam ihm auch beim Militär zugute. Sein Weg führte ihn dabei durch Frankreich und Polen.

Im ganzen Landkreis gab es kaum einen Schuhmacher und nach mehrmaligen Eingaben wurde er von seiner Kompanie freigestellt und durfte wieder in die Heimat. Dafür musste er dann für über 2300 Kunden zurVerfügung stehen. Er bekam dann fünf Gesellen zugestanden und hatte zwei Lehrlinge die ihm halfen und eine Menge von ihm lernen konnten. Seine Werkstatt gehörte zu den größten im Aichacher Raum.

oft konnte nur unter großen Schwierigkeiten auf dem Schwarzmarkt neues Leder besorgt werden. Mit derWährungsre

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