Altenau in alten Ansichten Band 2

Altenau in alten Ansichten Band 2

Autor
:   Alex Wellner
Gemeinde
:   Altenau
Bundesland
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6517-4
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Altenau in alten Ansichten Band 2'

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16 Haus Dr. Rath

Dieses Foto zeigt das Haus des Arztes Dr. Wilhelm Adolf Felix Rath, das später in den Besitz seines Nachfolgers Dr. Deneke (sen.) überging. Es ist an der Breiten Straße neben der alten Schule gelegen, deren Giebel man auf der linken Bildseite erkennen kann. Während das ehemalige Schulgebäude einem modernen Zweckbau weichen mußte, hat dieses Haus bis heute fast unverändert dem Zeitgeist getrotzt.

Dr. Rath kam nach dem Weggang des Dr. med. Adolf Behrmann, der von 1905 bis 1937 seine ärztliche Tätigkeit in Zellerfeld fortsetzte, als Knappschaftsarzt

nach Altenau. Da er sein Gehalt überwiegend aus der Knappschaftskasse erhielt, galten seine beruflichen Pflichten vordringlich den Betriebsangehörigen der Silberhütte und deren Familien, dann erst folgten erkrankte Einwohner Altenaus.

Möglicherweise ist der Arzt selbst auf dem Foto neben dem linken Torpfeiler zu sehen. Er ging später nach St. Andreas berg (Datum 23. August 1 906) .

17 Breite Straße

Ein Zug von Bergleuten ist für einen Moment stehengeblieben, um für das vorliegende Foto zu posieren. Es entstand in der Breiten Straße.

Das Haus mit der Schieferfassade ist das der Familie Tolle, daneben das Parkhaus, zu diesem Zeitpunkt ohne Veranda und noch nicht in seiner späteren Bestimmung als Café und Pensionshaus. Ganz rechts das Schirmer-Haus.

Die zum Umzug formierten Männer sind Bergleute, wie man an ihrer Uniform deutlich erkennen kann. Die Versammelten sind auf dem Weg zum Bergdankfest-Gottesdienst. Hinter den 'Obereri' des Bergbaues an der Spitze, haben die Musiker der' Alten Berghornisten' Aufstellung genommen, die im Volksmund "Irompeter' hießen (Bild um 1900).

18 Hüttenhornistenkorps

Dieses Bild des 'Photographen Karl Ahrenhold, Bad Altenau i. Harz', wie es einem Stempel auf der Rückseite zu entnehmen ist, zeigt nach mündlicher Überlieferung die Mitglieder des Hüttenhornistenkorps. Es wurde am 21. April 1 837 gegründet und dürfte damit einer der ersten im Harz gegründeten Vereine gewesen sein. Die Bergbehörde genehmigte erst in diesem Iahr die Bildung von Berg- und Hüttenkapellen, lange vor der 1848 erfolgten allgemeinen staatlichen Erlaubnis für vereinsgründungen.

Die Waldarbeiterkapelle, die einzige bis heute bestehende, die in Anlehnung an türkische Militärmusiker den Namen 'Ianitschareri' führt und deshalb von den Einwohnern bis heute die 'Schar' genannt wird, wurde 1847 ins Leben gerufen. Das Berghornistenkorps folgte im Iahr 1862.

Das Hüttenhornistenkorps feierte im Iahr 1912 noch sein 7Sjähriges Bestehen, ging infolge der Einstellung der Silberhütte im Iahr zuvor aber ein (14. Oktober 1894).

19 Bergparade

Auf dieser Fotografie ist eine Bergparade ebenfalls auf der Breiten Straße zu sehen.

Das Haus in der Mitte ist die Apotheke. Es ist eine stattliche Zahl von Bergarbeitern angetreten. Dies läßt auf eine Entstehungszeit des Fotos möglicherweise noch vor 1904 schließen.

Am Beginn dieses Iahres wurde der Bergbau im benachbarten Schulen berg eingestellt. Er war für einen großen Teil der Altenauer Bevölkerung die Haupterwerbsquelle, nachdem die Gruben hier bereits früher zum Erliegen gekommen waren.

Deshalb führte die Schließung der Gruben bei Schulenberg auch in Altenau zu einer schnellen Abnahme der im Bergbau Beschäftigten. Im Iahr 1907 waren es nurmehr 49, 1904 immerhin noch 105 und zwei Iahre vorher sogar 147, die hier ihren Wohnsitz hatten.

Der Weg zu den Gruben in Clausthal war zu weit, er nahm vor der Errichtung der Eisenbahn je zwei Stunden für den Hin- und Rückweg in Anspruch. Außerdem war er in Anbetracht der klimatischen Verhältnisse für die Arbeiter zu anstrengend.

20 Breite Straße

Diese Aufnahme der Breiten Straße dürfte eine der ältesten der abgebildeten sein. Die 'Steinwüste' auf der rechten Seite ist die Einfahrt in die Kleine Oker. Eine Pflasterung als Straßenbelag fehlt noch, lediglich die rechts und links am Rand verlaufende 'Gosse' ist mit Kopfsteinen befestigt. Die Pflasterung der Straße und die Anlegung von mit Platten versehenen Bürgersteigen erfolgten erst vor dem Heimatfest 1 930. Alle Häuser haben einen aus großen Steinen bestehenden "Iritt', um in den Hausflur zu gelangen, außerdem sind noch überwiegend Schiebefenster vertreten.

Am Giebel des rechten Hauses steht die 'Bodenluke' offen, eine doppelflügelige Tür, die zur Einbringung des Heuvorrates für den Winter für die von fast jedem Haushalt gehaltenen Kühe benötigt wurde. Die Kindergruppe im Vordergrund spielt, nur an der Arbeit des Fotografen interessiert, auf der heutigen Durchfahrtsstraße.

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