Altenau in alten Ansichten Band 2

Altenau in alten Ansichten Band 2

Autor
:   Alex Wellner
Gemeinde
:   Altenau
Bundesland
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6517-4
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Altenau in alten Ansichten Band 2'

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21 Schützenumzug

Dieses wohl älteste der in das Buch aufgenommenen Fotos zeigt einen Schützenumzug, der sich durch die gesamte Breite Straße zieht. Es enthält eine Fülle von Details zur Kleidung der Menschen, zur Uniform der am Umzug Beteiligten und zum Straßenbild. In der ersten Reihe ist der Pritschenmeister, eingerahmt von zwei Scheibenweisern, zu sehen. Dahinter stehen Trommler und Pfeiffer, die bis heute zum Schützenfest einladen. Ihnen folgen die Honoratioren und die mit den geschulterten Waffen ausgestatteten Mitglieder des Schützenvereins, danach fahnengeschmückt Musikkapellen und Vereine.

Im Gegensatz zur folgenden Aufnahme sind die Kastanien im Garten rechts noch klein, auf der Straße ist weder Gosse noch Bürgersteig zu erkennen.

An der Giebelseite des auf der rechten Seite langgestreckt erkennbaren Brauereigebäudes ist eine Wasserstelle mit 'Entsilberungskessel' zu sehen, vorn links sieht man eine solche mit einem genieteten, gußeisernen Trog.

22 Schützenumzug

Dieses Foto wurde später aufgenommen als das vorhergehende, was an der Größe der Kastanien auf der rechten Bildseite zu erkennen ist.

Es zeigt ebenfalls einen Schützenumzug durch die Breite Straße, kurz vor Erreichen des Festplatzes an der 'Schützenklippe' . Allen voran geht das 'Heckmännel'. Unter diesem stacheligen Kostüm, das ganz aus Fichtenzweigen bestand, verbargen sich meist junge Männer, die bereit waren die Strapazen ihrerVerkleidung auf sich zu nehmen.

Auf dem Bild schließen sich ihnen zwei Junggesellen an, mit Frack und Zylinder. Diesen folgt eine stattliche Anzahl von weißgewandeten Ehrenjungfrauen.

Sie gehen vor einer Musikkapelle und diese führt den Schützenverein an. Der ganze Umzug wird von neugierigen Kindern begleitet.

Die Straße ist bereits in einem besseren Zustand. Man kann schon Bürgersteige und Rinnsteine unterscheiden. Die Aufnahme ist nach der Elektrifizierung der Bergstadt entstanden, deutlich sind die Masten auf den Häusern der linken Straßenseite zu erkennen.

23 Café Meier

Auch diese Aufnahme wurde von dem in Altenau ansässigen Fotografen Carl Ahrenhold angefertigt, dürfte also vor der Iahrhundertwende entstanden sein. Sie zeigt das heutige Café Meier, das damals die Konditorei und Bäckerei Gustav Baumann beherbergte. Am 1. Mai 1913 wurden Gebäude und Betrieb von Bäckermeister Karl Meier übernommen, dessen Nachfahren bis heute hier tätig sind.

Vor dem Haus ist eine einspännige Kutsche vorgefahren, die sicher vorwiegend von Kurgästen genutzt

wurde. Neben der fehlenden Zeit fûr Spazierfahrten, dürfte der Fuhrlohn für die Einheimischen zu teuer gewesen sein. Pro Stunde wurden fûr den Einspänner 1,50 Mark, für den Zweispänner 2,50 Mark verlangt, das Kutscher-Trinkgeld nicht inbegriffen.

So jedenfali ist es einem Führer für Kurgäste aus dem Iahr 1886 zu entnehmen.

24 Schützenhaus

Die aus einem frühen Kurgastprospekt stammende Abbildung zeigt links die Rückseite des am Neujahrsmorgen 1908 abgebrannten Schützenhauses.

Im Vordergrund ist das Flußbett der Großen Oker mit der Brücke und dem zum Fiekenplatz und zur Oberstraße führenden Weg zu sehen, im Hintergrund die Erhebung der Schützenklippe.

Eines der Gebäude rechts davor war der Schießstand, in dem die Schützen ihre Scheibenschießen durchführten.

Auf der von jungen Laubbäumen gesäumten Wiese auf der rechten Seite ist eine kreisrunde 'Figur' zu sehen. Hierbei handelt es sich um die Trittspur eines von Pferden gezogenen Karussells auf der Schützenfestwiese (vor 1908).

25 Schützenoffizium

Dieses wohl aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg stammende Foto zeigt das Schützenoffizium mit Schützenkönig und Fahne, rechts und links von Schützen flankiert, die das Gewehr präsentieren.

Bei dem Mann links neben dem Trommler handelt es sich um den Pritschenmeister. Sein Amt geht zurück auf die Tradition, daß die Schützen bis weit ins 19. [ahrhundert während ihrer Feste selbst für Ruhe und Ordnung zu sorgen hatten. Er war Polizist, Possenreißer, Redner und Dichter in einer Person.

Am Morgen des Tages an dem das Fest beginnen sollte, zog der Pritschenmeister in seinem Kostüm (ursprünglich eine buntscheckige Narrentracht)

durch die Straßen und forderte die Gäste auf zum Schützenhof zu kommen. Er marschierte am Anfang des Festzuges und ging nach Eintreffen auf dem Festplatz unter Pfeiffer- und Trommlerbegleitung über denselben, rief die Schützen in den Schießstand und war später bei der Preisverleihung wieder die Hauptperson.

Auf dem Foto hat er die Pritsche, die ihm den Namen gab, in der rechten Hand. Es war ein klatschendes Schlaginstrument aus klaffend gespaltenem Holz, an dem Lederstreifen befestigt waren.

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