Altenau in alten Ansichten Band 2

Altenau in alten Ansichten Band 2

Autor
:   Alex Wellner
Gemeinde
:   Altenau
Bundesland
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6517-4
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Altenau in alten Ansichten Band 2'

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31 Skilauf

Diese alte Postkarte hat den Skilauf von Kindern an einem Abhang des Rothenberges festgehalten, die handschriftliche Notiz datiert das Sportereignis auf Weihnachten 1 91 2.

Der Oberharz kann sich mit Recht als eine der Wiegen zumindest des als Sport betriebenen Skilaufs bezeichnen. Man fuhr mit einem Stock, der zum Bremsen mit beiden Händen zwischen die Beine genommen wurde.

Bei den Skiern handelt es sich bereits um die 'Norwegischen' mit gebogener Spitze.

Vom heutigen 'Standard' im Hinblick auf die Piste, die technische Ausrüstung und die Bekleidung war man, wie man deutlich erkennen kann, noch sehr weit entfernt.

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32 Königliches Hüttenamt

Das Foto zeigt das Königliche Hüttenamt. Das Haus steht heute noch, ist allerdings als ehemaliges Amtsgebäude nicht mehr erkennbar.

Es beherbergte die Verwaltung der Silberhütte: unter anderen den Hûttendirektor und den Hutteninspektor. In der Personengruppe links ist die Leitung der Hütte zu sehen.

Bereits der 'Wegweiser durch den Harz' von Berlepsch empfiehlt im [ahr 1 868: In dem Hochofen lasse man sich die Verfertigung des Granulireisens zeigen.

Und Fieke ergänzt in seinem Geleitsmann für Kurgäste 'Bad Altenau im Harz' (1886): Erlaubnis zur Besichtigung der Silberhütte wird den Fremden gern erteilt; nachzusuchen ist dieselbe im Hüttenamtsgebäude bei dem Direktor oder Inspektor des Werks und wird dann zur Führung eine mit dem Betriebe vertraute Person bestellt. Die Besichtigung ist kostenfrei; etwaige trotzdem gezahlte Gelder werden gesammelt und zu Spendungen an kranke Hüttenleute ete. verwandt (um 1 9 1 1).

33 Kesselhütte

Diese Teilansicht der Altenauer Silberhütte zeigt die Kesselhütte, die direkt an der Oker lag. Davor sind deutlich demontierte Entsilberungskessel zu erkennen, die während des Produktionsprozesses in diesem Gebäude aufgestellt waren. Die ausrangierten ersetzten bereits vor dem Iahr 1863 in Altenau die bis dahin verwendeten hölzernen Bottiche.

Dies ist einem Ersuchen des Oberbergrats Meibom zu entnehmen, der im Februar des genannten [ahres bei der Bergstadt Clausthai anfragte, ob man nicht auch hier, 'wie in anderen Bergstädten bereits geschehen, namentlich in Altenau' , die Kristallisierkessel zur Wasserversorgung aufstellen könnte.

Aus diesen Bottichen deckte die Bevölkerung den Wasserbedarf für Menschen und Tiere, außerdem dienten sie als Löschwasserbecken.

In Clausthai wurden die Vorschläge des Oberbergrats offenbar aus Kostengründen erst fast dreißig Iahre später umgesetzt. Lieferant der ersten, am 1. August 1891 ausgelieferten Kessel, war aber die Altenauer Silberhütte.

Die Kessel wogen zwischen 1 700 und 2000 kg; der Transport erfolgte mit Pferdefuhrwerken.

34 Innenaufnahme

Diese Innenaufnahme der Altenauer Silberhütte zeigt die Entsilberungskessel noch im Produktionsprozeß. In ihnen wurde der Silberschlamm weiter verarbeitet.

Er entstand nachdem er mehrere Aufbereitungsverfahren durchlaufen hatte durch Bebrausung der silberhaltigen Granalien mit verdünnter heißer Schwefelsäure. Diese hatte zur Folge, daB unter Luftzufuhr das Kupfer in Lösung ging und als Rohlauge abfloß, die das ungelöste Silber als Suspension in Form von grauem Schlamm enthielt.

Der Silberschlamm mit dem vermengten Rohvitriol (alte Bezeichnung für wasserlösliche Sulfate zwei-

wertiger Schwermetalle) wurde dann auf geneigte Pritschen geschlagen, die der Lauge das Ablaufen ermöglichten.

NachAbtrocknen des Rohvitriols und Erwärmen setzte sich in den 'Krystalllsir-' oder Entsilberungskesseln der Silberschlamm ab, der dann im Hochofen verschmolzen wurde.

Heute dienen die Kessel als Brunnen der Ortsverschönerung, wie der Hermann-Kraft-Born an der Bergstraße (vor 1 911) .

3S InnenaufnahIne

Dieses Foto gehört zu einer Serie von Innenaufnahmen der ehemaligen Silberhütte. Es zeigt einen sogenannten Brillenafen, der bei der Kupfergewinnung zum Einsatz kam. Hierin wurde der silberhaltige Kupferstein durch die Krätzkupferarbeit, die unter anderem wiederholtes Rösten beinhaltete, zunächst zu Concentrationsstein und endlich in Schwarzkupfer überführt.

Außerdem wurden sowohl hochhaItiger Kupferstein als auch Spurstein, eine chemische Verbindung von Kupfer, Eisen und Schwefel, erzeugt.

Bei den Brillenöfen handelte es sich um halbhohe Öfen, die ein gewaltiges Rauhgemäuer besaßen.

An der Hinterwand befand sich eine wassergekühlte Windfarm, an der Vorderseite das Auge. Das war eine

Öffnung für den ununterbrochenen Austritt der geschmolzenen Masse aus dem Ofen an der tiefsten Stelle, der nach vorn geneigten Ofensahle.

Die austretende Masse floß abwechselnd in einen der beiden kleinen Gestübbeherde, die vor den Öfen in der Hüttensohle ausgespart waren.

Die Silberhütte verfügte über zwei Brillenöfen aus den Iahren 1836 und 1857. Letzterer ist hier abgebildet. Er wurde später durch den Einbau einer Wasserkühlung technisch verbessert, weil festgestellt worden war, daß sich das Feuer häufig im Gemäuer und nicht in dem dafür vorgesehenen Ofenschacht befand.

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