Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 2

Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 2

Autor
:   Günther Hagen
Gemeinde
:   Amt Neuhaus
Bundesland
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6670-6
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 2'

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9 Von der Bahnhofstraße geht der Blick in die Poststraße. Das Haus auf der linken Seite hatte 1849 [iirgen David Schulz (Schulze) erworben. Erbe wurde sein Sohn, der Barbier Wilhem Schulz. Später gelangte der Besitz an Hermann Krage und dessen Erben. Wilhelm Schulz hatte im [ahre 1876 einen Bauplatz an den Musikdirektor Ferdinand Brandt veräußert, der sich darauf ein Wohnhaus baute. 1893 erbte Hugo Brandt das Anwesen. Brandts Tochter, Rosa Ladzinski, übernahm das väterliche Geschäft und baute es aus zu einer Buchhandlung. Nach der Wende hat wieder eine Buchhandlung hier ihr Domizil; sie trägt den Namen Amt Neuhaus.

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10 Das Fuhrwerk im Hintergrund erreicht gerade das Ende der Bahnhofstraße in Neuhaus. Dahinter erhebt sich das Gebäude, das 1885 Dr. med. Lohmann von dem Kaufmann Heinrich Friedrich Ludwig

Schwabe erwarb, der es von Grund auf erneuert hatte. Später kaufte der Leiter der Privatschule, Friedrich Lampe, das Haus und richtete darin Klassenräume ein. Links davor erhebt sich der Giebel des Hauses, das

sich seit 18 15 im Besitz der Familie Pieper befand. Zuletzt betrieb Hans Pieper hier ein Geschäft. Wo die Poststraße in die Bahnhofstraße mündet, liegt das Haus von Hermann Sack. 1882 hatte es der Schlos-

sermeister [ohann Heinrich Wilhelm Sack erworben. Die Erben betrieben lange Zeit ein Fuhrgeschäft. Das Gebäude auf der gegenüberliegenden Seite kam 1875 in den Besitz von Fritz Dörling.

Neuhaus (Elbe)

11 Beim großen Brand von 1835 sanken alle Häuser der Langen Reihe in Schutt und Asche. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Giebel auf die Straße geschaut. Nur ein Gebäude blieb danach giebelständig; alle andern zeigen nun mit derTraufe zur Straße. Das vordere Haus befindet sich seit 1 787 im Besitz der Familie Kurwahn. Der Schuhmacher Joachim Heinrich Curbahn aus Boizenburg hatte 1 754 die Witwe des damaligen Besitzers Keetz geheiratet und war zunächst Interimswirt. Aber der Sohn aus erster Ehe verkaufte 1 787 sein Erbe an den Stiefvater. Dessen Sohn, Franz Kurwahn, baute das

Gewese neu auf. Im 20. Jahrhundert betrieb einer seiner Nachkommen, August Kurwahn, ein Geschäft mit Uhren und Schmuck, das dann auf seinen Sohn August-Wilhelm überging.

Neuhaus a. d. Eibe, Lange Reihe

12 Die Postkarte wurde am 22. Oktober 1910 in Neuhaus abgestempelt. An der Hauptstraße, damals noch recht schmal mit einem Sommerweg , standen Alleebäume. Das Fachwerkhaus vorn besaß seit 1907 Kaufmann Paul Dräger; er hatte es 1896 von Zimmermeister Ernst Brusch erworben. 1912 ging der Besitz an Kaufmann Karl Drangmeister. Er starb bald. 1918 kaufte August Tilly das Haus. Die Geschäfte darin wechselten:

Heinrich Seedorf, dann Karl Brockmann handelten mit Textilien. Heute befindet sich hier die Bäckerei Ickert. Das helle Haus dahinter baute 1907 Schuh-

macher Heinrich Maas. Tochter Elisabeth heiratete Hermann Homeyer, der eine Drogerie eröffnete, die nach seinem Tode 1 964 Sohn Heinrich-Hermann bis 2000 weiterführte. Das

1897 von Bernhard Goldberg errichtete Gebäude dahinter erwarb 1901 der Textilkaufmann Max Spiegelberg.

13 Die Poststraße um

1 91 5. Rechts erhebt sich die Villa Kampff mit dem älteren Gebäude dahinter, das lange eineTabakmanufaktur war. 1859 übernahm diese J ohann Heinrich Winterberg von seinem Vater. Als er 1865 in Konkurs ging, erwarb Georg Kampff aus der Langen Reihe den Betrieb und übergab ihn 1879 seinem Sohn Georg, der im Ersten Weltkrieg fiel. N och einmal wurden in diesem Haus Zigarren gedreht, als Wilhelm Hagen das Haus mietete. Das Doppelhaus dahinter veräußerte der Glaser Kofahl 1926 an Schuhmachermeister Friedrich Tesch. Dieser verkaufte die eine Hälfte 1 93 1 an den

Friseur Bliefert. Auf der linken Seite steht vor dem hohen Postgebäude das Pfarrwitwenhaus. Die beiden folgenden Häuser besaßen Schneidermeister Friedrich Lange (seit 1901)

und Kaufmann Schröder (seit 1896).DerGiebel hinten gehört zum Haus des Schuhmachermeisters Wilhelm Beckmann.

Neuhaus (Eibe)

P tstras e

14 Im [ahre 1910 feierte die Liedertafel Harmonia ihr 50jähriges Bestehen. Dazu erschien eine Festschrift. Eine der Anzeigen darin stammte von Hugo Brandt aus der Poststraße; er hatte sogar zu reimen

versucht: Auch den Sänger dort erwarten / große Zahl von Ansichtskarten. / Drum Sangesbrüder kommt gerannt! / Kaufet ein bei Hugo Brandt!

Erwerben konnte man damals diese Straßenansicht. Sie zeigt einen Teil der

Hauptstraße. Rechts zweigt die Kirchstraße ab. Dahinter erkennt man das 1734 erbaute Gebäude, das 1888 der Bauunternehmer Adolf Erben erwarb. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es abgerissen. 1899 hatte der

Uhrmacher Wilhelm Schwabe einen Bauplatz von Erben gekauft und das hohe Haus errichtet. Die späteren Besitzer, die Geschwister Rump, betrieben hier ein Hutgeschäft.

Gruß au

euhaus E,b,,)

15 Nur wenige [ahre später: Wir blieken auf die gleiche Ansicht. Während auf der rechten Seite keine Änderungen zu erkennen sind, hat sich auf der gegenüber liegenden Seite

einiges gewandelt. Der Milchwagen, der in die Kirchstraße fährt, kommt aus der inzwischen gebauten Neuen Molkereistraße. Sie war angelegt worden, nachdem Maurermeister

Wilhelm Lütgens die einstige kirchliche ErbenzinsstelIe erworben hatte. Alle auf diesem Gelände stehenden Bauten - auch das auf dem vorigen Bild links sichtbare Haus - wurden abgerissen,

um Platz für neue Gebäude und die Straße zu schaffen (Siehe Titelbild des 1. Bandes!).

Deuhcus (elbe)

16 Im [ahre 1906 beschlagnahmte der Schuhmacher Wilhelm Voigt als Hauptmann die Stadtkasse von Köpenick; Carl Peters, der Pastorensohn aus Neuhaus, veröffentlichte seinen Bericht über die Gründung von Deutsch-Ostafrika; in Hamburg wurde der Hauptbahnhof errichtet. In der Langen Reihe baute der Arzt Dr. Garmsen auf dem erworbenen Hausplatz der Kleinkote 22 ein Wohngebäude. Franz Lust gründete das NeuhauserTageblatt; und in der Poststraße übernahm Friedrich Bell von seinem Schwiegervater, dem Buchbinder Max Bischoff, die Abbauerei 11 b. Bell betrieb einen Verlag mit Buchdruckerei und Buchbinderei und eine Buch-, Papier- und Schreibwarenhandlung. So steht es auf der Rückseite der Karte,

die sein Geschäft zeigt und auf der rechten Seite die Kaiserliche Post. 1 92 7 verkaufte er sein Grundstück an den Vorschußverein, der später zur Volksbank wurde.

.

Buchhaudlung VOn Friedricll Bell.

Kaiserliches Po stamt

17 Neuhaus (EIbe) und seine nächste Umgebung so lautet der Titel einer Landkarte im Maßstab

1 :25.000, die im Verlag Friedrich Bell vertrieben wurde. Das Erscheinungsjahr ist nicht angegeben. Da aber die Kleinbahn von Neuhaus nach Brahlstorf bereits eingezeichnet ist, muß sie 1 91 2 oder später entstanden sein. Der Ausschnitt zeigt deutlich, daß schon damals Neuhaus und Carrenzien zu einem Ort zusammengewachsen waren.

18 Mit der Eröffnung der Kleinbahn 1911 endete für Neuhaus das Zeitalter der Postkutsche. Lange [ahre hindurch fuhren von Dahlenburg und Brahlstorf morgens die Kutschen nach Neuhaus. Im Laufe des Nachmittags traten sie die Rückreise an. Seit Bestehen des heutigen Postamtes war hier An- und Abreisestation. Errichtet hatte die Post 1897 Franz Riebling. Er besaß seit 1893 die Stelle der Kleinkote Nr. 13 heute ist es das innen wie außen renovierte Gebäude in der Parkstraße. Vorher befand sich die Poststelle in der einstigen Apotheke von Kupffender; das Gebäude hatte 1890 der Färber Au-

gust Kampff erworben. Er betrieb neben der Färberei ein Textilgeschäft und eröffnete neben der Posthalterei auch noch ein Hotel Zur Post.

Gru s aus Neuhaus (EIbe)

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