Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 2

Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 2

Autor
:   Günther Hagen
Gemeinde
:   Amt Neuhaus
Bundesland
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6670-6
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 2'

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29 Um1820wardiealte Kirche in Neuhaus so baufällig geworden, daß sie durch ein neues, größeres Gotteshaus an gleicher Stelle ersetzt werden sollte. Damals beschloß man auch, den Kirchhof zu schließen und eine neue Begräbnisstätte am Rande des Ortes auf dem Heiligen-GeistFeld anzulegen. In den folgenden Jahrzehnten mußte sie wiederholt vergrößert werden. Viel später erst erhielt sie die Kapelle. Sie wurde gebaut vor allem durch die beträchtliche Unterstützung von seiten der Familie von Carnap in Preten. 1911 wurde sie eingeweiht. Die Postkarte aus dem Verlag von Friedrich

Bell zeigt sie in den ersten [ahren ihres Bestehens. Von allen Seiten führen Wege zu ihr; heute sind sie zu Alleen geworden, die das Bauwerk fast verdecken. Seit 1981 war sie baupolizeilich ge-

schlossen. Am ersten Os tertag 1997 konnte sie in einem Frühgottesdienst wieder geöffnet werden, nachdem die Restaurierungsarbeiten abgeschlossen waren.

Neuhaus (Eibe) Friedhofskapelle

301mJahre 1937 wurde Karl Koch, geboren am 26. [anuar 1909 in Lerbach als Sohn eines Steinhauers, Gemeindepastor in Neuhaus als Nachfolger von Friedrich Bartels. Als er am Palm-

sonntag 1940 vom Pfarrhaus seine Konfirmandinnen und Konfirmanden zur Kirche führte, lag Schnee. Es war die erste Konfirmation im Krieg. Daß die Jungen wenige [ahre später

Soldat werden mußten, ahnte an diesem feierlichen Tag sicher keiner. Fünfzig [ahre später lud Pastorin Gisela Albrecht zur Goldenen Konfirmation ein. Viele, die auf diesem Konfirmations-

bild zu sehen sind, lebten nicht mehr; noch weniger waren zehn [ahre darauf im [ahre 2000 zur Diamantenen Konfirmation erschie-

nen.

31 Schon vor 1900 - aus dieser Zeit stammt die Aufnahme - bestand in Neuhaus ein Posaunenchor. Sein Dirigent war seinerzeit Karl Lorenz. Der am 18. Dezember 1835 geborene Schulmeister war seit dem 14. Oktober 1855 im Schuldienst. Seit dem 28. November 1880 wirkte er in Neuhaus, war zugleich Kantor, Küster und Organist. 1890 betrug sein [ahreseinkommen 1 082,61 Mark. Er starb 1900. Neben ihm sitzt Pastor Friedrich Carl Wilhelm Paul Erbe. Als Sohn des Fabrikanten Maximilian Leopold Erbe war er am 21. Dezember 1866 in Winsen an der Luhe geboren. 1892 kam er als Pastor

nach Neuhaus, nachdem sein Vorgänger, Pastor Stolzenburg, nach Knesebeck gegangen war. Pastor Erbe ging 1 92 1 in den Ruhestand. Es war immer eine besondere Freude, wenn

am Heiligen Abend nach der Christvesper die Besucher auf dem Weg nach Hause vom Turm die alten Weihnachtslieder hörten.

32 Am l.Aprill921 wurde dieser Gutschein im Werte von 1 0 Pfennig vom Flecken Neuhaus herausgegeben. Gedruckt hatte ihn die Flemming-Wiskott-AG im schlesischen Glogau. Beim Vorschußverein, der späteren Volksbank, so kann man auf der Rückseite lesen, war er einzulösen; er verlor jedoch seine Gültigkeit, wenn er nicht einen Monat nach erfolgter öffentlicher Aufforderung vorgelegt wurde. Das kleine Wertpapier zeigt auf der Vorderseite das Neuhauser Pfarrhaus und erinnert an Dr. Karl Peters, der darin geboren wurde. Nach der Wende wurde das Pfarrhaus zum Gemeindehaus. Es trägt den namen der Pastorin Gisela Albrecht, die seit 1968 in Neuhaus wirkte. ImAlter von 55 [ahren

starb sie am 15. April 1991 im Krankenhaus in Ludwigslust.

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33 Vor allem als Folge des Sieges über Frankreich 1870/71 entstanden Kampf- und Kriegervereine, denen Gediente beitraten. Sie begingen alljährlich am Sedanstag, dem 2. September, Feiern und Feste zur Erinnerung an den Er-

folg, der die Voraussetzung war für die Kaiserproklamation am 18. [anuar 1871 in Versailles. An vielen Orten wurden Eichen gepflanzt oder Denkmäler enthüllt, so am 2. September 1873 die Siegessäule in Berlin, 1881 in Neuhaus

die Enthüllung der Germania auf dem Marktplatz.

Die Zahl der Kriegervereine wuchs mit den [ahren gewaltig. 1873 zählte man knapp 28 000 Mitglieder, 1890 schon 404 000,1898 über 1 Million. 1888 gab es nach Schätzungen etwa

10 OOOVereine, 1899 zählte man 22 000; 1913 war die Mitgliederzahl in

32 000 Vereinen auf 2.8 Million gestiegen. Der Neuhauser Kriegerverein nahm 1933 mit einem Festwagen am Mai-Umzug teil.

34 Im Programm für das erste Schützenfest 1851 heißt es: 'Der Ausmarsch des Schützen-Corps findet an den beiden ersten Tagen Morgens 8 Uhr statt. Am Sonntag wird erst nachmittags ausmarschiert.' Am ersten Festtag sollte nach der Scheibe geschossen werden. Daran konnten nur 'wirkliche Mitglieder des Schützen-Corps ... zum Königsschuß ... zugelassen werden, während am zweiten Tage und am Tage der Nachfeier zum Verschießen von Gewinnen Jedermann sich Zutritt erwerben kann'. Die Aufnahme stammt aus dem [ahre

1909 und zeigt den Ausmarsch zum Kinderschützenfest.

35 Neuhaus, den 7.Januar 1851 :

Zur Aufbringung der Kosten eines geräumigen Tanz-Zelts usw. bildet sich eine besondere GeseHschaft, welche auf Actien à 5 ThJ. bis zu einer bestimmten Summe Anleihen

macht, dieselben von den Überschüssen der Fest-Einnahmen verzinset und nach und nach wieder abträgt. Sie nennt sich 'Zelt -Actien-GeseHschaft' ... In die Casse dieser Zelt -Actien-GeseHschaft fließen alle Einnahmen des Festes, als z.B.

der Beitrag des Schützen-Corps, das Entree der jedesmaligen Teilnehmer am Feste, Stätte-Geld von Zelten und Buden, welche außer dem Schützenzelte errichtet werden möchten, Strafgelder usw .... Aus derselben Casse werden aber auch

alle Kosten, welche mi t dem Feste verbunden sind, als z.B. für Musik, I11umination, Volks- Belustigungen, Handwerker und Tagelöhner usw. bestri tten.

36 Vor dem Haus des Schlossermeisters J ohann Heinrich Wilhelm Sack, der das Anwesen 1882 erworben hatte, haben sich vor dem Ersten Weltkrieg alle eingefunden, um den Schützenkönig abzuholen. Rechts stehen in dunkler Kleidung und mit Zylinder die Musiker, die den Zug anführten. Der Scheibenmeister in der hellen Uniform mit der Scheibe steht neben dem Paiarz (Bajazzo), dem Spaßmacher, der auf keiner Veranstaltung fehlen durfte. Wir sehen die Offiziere und den König mit der Kette. Links haben sich die Schützen mit der Fahne aufgestellt, die seit Bestehen des Vereins mitgeführt wurde. Uhrmachermeister Schwabe stiftete zum 7 5jährigen Jubiläum eine neue Fahne.

Aus diesem Hause kamen

mit Hermann Sack 1 914 und seinem gleichnamigen Sohn 1 92 3 zwei weitere Könige.

37 Am 2 1 . Februar 185 1 wurde das Schützenkorps Neuhaus-Carrenzien gegründet. Im selben [ahr noch erhielt es von der Landdrostei die Genehmigung, im Juni das erste Schützenfest zu feiern.

J.H.F. Hülsen ging als erster König in die Geschichte des Vereins ein. 1857 erwarb er die Würde ein zweites Mal. 1914 hieß der König Hermann Sack (sein Sohn tat

1 92 3 den goldenen Schuß). Der Erste Weltkrieg

unterbrach die Reihe der Feste. 1920 erst konnte man im herrlichen Rosengarten die Tradition fortsetzen. Nun übertrug der alte König die Insignien seiner Würde dem neuen. Es war H. Perger, der Ver-

walter der Neuhauser Molkerei. Mit der Kette geschmückt, steht er auf dem Foto neben seiner Frau im Kreis der Schützen.

381m [ahre 1830 hatte der Schuhmacher Carl Friedrich Franz Kurwahn Magdalene Oldenburg, die Erbin der Kleinkote Nr. 57 am Kirchplatz, geheiratet. Damals verließ er das Elternhaus in der Langen Reihe (später Uhrmacher August Kurwahn) und zog nach hier um. Fast hundert [ahre später hatte der Schlachtermeister Ludolf Kurwahn ein aufregendes [ahr: er wurde Neuhauser Schützenkönig, erlebte aber auch in allernächster Nähe, wie die einstige Großkote Nr. 4, die 1921 Wilhelm Grimthal erworben hatte, niederbrannte. Das Bild zeigt die Schützen im folgenden [ahr vor dem Hause des noch regierenden Königs, der als Leutnant eine Kompanie führte, beim Frühstück. Kurz darauf wurde Schmiedemeister

Franz Dencker aus der Delliener Straße neuer Schützenkönig.

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