Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 2

Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 2

Autor
:   Günther Hagen
Gemeinde
:   Amt Neuhaus
Bundesland
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6670-6
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

Lieferzeit: 2-3 Wochen (unverbindlich). Der gezeigte Umschlag kann abweichen.

   


Auszüge aus dem Buch 'Amt Neuhaus in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

69 Im [ahre 1691 besaß der Kötner Claus Ketze in Haar das herzogliche Braurecht. Das Bier hatte er von der Brauerei in Neuhaus zu beziehen. Groß war die durchschnittlich in einem [ahr verkaufte Menge nicht; sie betrug nur etwa 30Tonnen. Die Krüger in Carrenzien, Joachim Ernst Rabe und J ohann Schmidt, der dazu auch Fährmann war, setzten die doppelte Menge um. Eine der Ursachen könnte der geringe Verkehr gewesen sein; denn durch Haar führte keine Heerstraße. Erst in der Mitte des

19. Jahrhunderts wurde von Darchau über Haar nach Neuhaus eine Straße gebaut. Dabei war Haar der

Sitz einer Amtsvogtei. Der Vogt war zugleich Deichvogt. Als Friedrich Kruse zu Beginn des lO.Jahrhunderts seinen Gasthof betrieb, waren die Straßenverhältnisse wesentlich besser.

ORUSS IIUS HIIIIR O.sthof IIOn Friedr. Kruse:

70 Bis 1945 bildeten Neu Garge und das auf der anderen Seite der Elbe liegende Alt Garge eine Gemeinde. Dieser Zustand änderte sich im Iuli 1945, als Neu Garge zum mecklenburgischen Kreis Hagenow und damit zur sowj etisch besetzten Zone geschlagen wurde. Damit endeten auch die Besitzverhältnisse der Realgemeinde: Bauern in Alt Garge und die Kirchengemeinde Barskamp verloren ihre Ländereien im Amt Neuhaus. 1952 wurden drei bäuerliche Familien aus Neu Garge zwangsweise ausgesiedelt. Im Herbst desselben [ahres begann die Kollektivierung. Schon 1950 waren Neu Garge und Viehle vereinigt worden; seit 1 974 waren beide Orte nach Sumte eingemeindet worden. Der Fischerkrug wurde von Hein-

rich Lembke betrieben; später von Karl Vogelsang aus Neuhaus.

71 Stiepelse liegt heute geschützt hinter dem hohen Elbdeich. Auch die argen Zeiten, in denen der Grenzzaun die Menschen vom Fluß trennte und im 5-km-Streifen einengte, sind glücklich vorüber. Die Elbe hat über lange Zeit das

Schicksal der Bewohner bestimmt. 1 629 brach der Deich und zerstörte dreizehn Gehöfte. Schon 1596 wurde die erste nachweisbare Kapelle vom Hochwasser unterspült. Der Neubau litt unter den Wirren des Dreißigjährigen

Krieges, in dem (1627) auch das Dorfniederbrannte. Am Ende der Kämpfe stand die Kapelle total zerfallen da und mußte abgetragen werden. 1698 entstand ein drittes Gotteshaus. Der jetzige Bau wurde nach der Wende völlig neu

eingerichtet. Barskamp war lange Zeit das zuständige Kirchspiel, später Bleckede. Heute gehört Stiepelse politisch und kirchlich zu Neuhaus.

72 'Die Anlage des Dorfes ist ursprünglich eine sehr enge, die Gehöfte liegen zum Teil so nahe aneinander, daß die Dächer der Gebäude sich gegenseitig berühren. Aber die zahlreichen Brände, von denen Niendorf heimgesucht wird und die es zu einem Schmerzenkind der ritterschaftlichen Brandkasse machen, schaffen Luft, und so entsteht allmählich ein Dorf, welches ein Bild schöner Regelmäßigkeit zeigt' , schreibt der Graf von Oeynhausen 1903 in der Geschichte des Ortes (S. 83,Anm. 53). Diesen Eindruck vermittelt die obere Aufnahme auf der Postkarte, die im September 1908 von Neuhaus nach Hamburg unterwegs war.

Nlendorf b. Neutraus (EIbe). /' / ~ ?? ' /" / 4 ??. -

~ .... .(' ;/! 'f ".~ , .???... /;... .' ',,' I . 0.< I

"'J~·./l~ ~ ., , (/ 6' I . .tt~""/"I 1," ~/(.,;,' /. .,.,/

Y"~" tl1J"vW<n"fIo I. ; // / '" /I . {. (-' .?

J/.d) / ~f.-,."'Y;r~ Ir 0, ~ ~u '" /' ? 4 uv / ?.????

73 In den letzten drei Jahrhunderten gehören die Greve zu Niendorf wie das Amt des Schulzen und Lehnsschulzen zu den Greyes: 1705 ist Jochim Greve Schulze, 1763 Franz Joachim Greve, später Joachim Wilhelm Greve, nach seinemTodeam 23.Juli 1815 sein Sohn Christoph Heinrich, danach Heinrich Wilhelm (Lehnseid: 12. Juli 1833) bis 1862; am 7.Juli desselben [ahres legt Wilhelm Greve den Eid ab und bleibt bis 1880 im Amt. Ernst Greve wird zum Nachfolger gewählt, lehnt aber die Annahme ab. An seine Stelle wird Carl Wolter Schulze. Als er wegen eines Augenleidens aus-

scheidet, heißt der NachfolgerWilhelm Greve (Lehnseid: 27. August 1885). 1868 waren bei einem Brand die Gehöfte von W Jammer und K.W Greve eingeäschert. Beide tausch-

ten ihre Grundstücke. Seitdem liegt der Grevesche Hof auf der anderen Straßenseite; ihn zeigt die Aufnahme.

74 In einer 1981 vom Rat des Kreises Hagenow publizierten Broschüre liest

man: 'Die Landwirtschaft als Hauptproduktionszweig in unserem Kreis hat seit 1945 eine beachtliche Entwicklung genommen. Hier hat sich das Bündnis der Arbeiterklasse mit den werktätigen Bauern als Grundprinzip der Politik der SED voll bewährt. Der Grundstein für die demokratische Entwicklung auf dem Lande wurde mit der Enteignung der Gutsbesitzer, der Nazis und Faschisten und der Übernahme der Macht durch die Arbeiter und Bauern gelegt.'

Im Rahmen der Bodenreform im Herbst 1945

wurde auch der Hof Niendorf enteignet. Hier saß seit Oktober 1936 die Familie von Hörsten. Sie hatte durch die Erweiterung des Truppenübungsplatzes ihren Besitz in Bergen-

Hohne aufgeben müssen und diesen Hof in Mecklenburg als Ersatz übernommen. Das stattliche Wohnhaus ist heute eine trostlose Ruine.

75 Die Poststraße von Hamburg nach Berlin führte im 17. Jahrhundert durch das Amt Neuhaus. Über Pret en und Dellien, wo sich eine Zollstelle befand, über Neuhaus und Carrenzien verlief sie nach Laave und weiter nach Tripkau. In Dellien trieb die Krainke auch eine Wassermühle; sie war Zwangsmühle für viele Orte im Amt. Im Sommer gab es wiederholt Schwierigkeiten, weil der Fluß nicht genügend Wasser führte, um das Mühlrad zu treiben.

1 753/54 errichtete man einen Neubau. Schon 1701 war eine Windmühle entstanden. Beim großen BrandAnfang 1822 gehörte

sie zu den vierzehn Gebäuden, die dabei eingeäschert wurden. Zwei Tote waren zu beklagen, sechs Familien wurden obdachlos, fünfzig Stück Vieh verbrannten. Nach dem Ersten Weltkrieg

weihten die Delliener ihr Kriegerdenkmal ein, das die Aufnahme im Festschmuck zeigt.

76 Gutsdörfer wie im benachbarten Mecklenburg gab es im Amt Neuhaus nicht. Lediglich Wehningen und Preten waren einst herrschaftliche Orte. Bei Pret en stand ursprünglich eine Burg Heinrichs des Löwen, die 1345 zerstört wurde. Der Ort blieb lange in adeliger Hand. Da waren die Parkentin - urn 1590 wird ein Ludolf, um 1600 ein Berthold von Parkentin genannt. Bald nach 1700 ging der Besitz an die von Bülow; 1767 folgten die von Oertzen, später kamen die von Rüdiger, von Eckard, von der Decken schließlich die von Carnap. Das geschlossene Patrimonialgericht (der Gutsherr war zugleich Richter über seine Untertanen) bestand aber schon seit 1839 nicht mehr. Die Pretener unterstanden seitdem dem Amts-

gericht in Neuhaus. Das Schloß stammt aus dem 1 9. Jahrhundert und befindet sich heute in Privatbesitz. N eues Zentrum im Ort ist die Starkenkate.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Kolophon | Privacy | Haftungsausschluss | Lieferbedingungen | © 2009 - 2019 Europäische Bibliothek Verlag