Angermünde in alten Ansichten Band 2

Angermünde in alten Ansichten Band 2

Autor
:   Dietrich Kukla
Gemeinde
:   Angermünde
Bundesland
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6242-5
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Angermünde in alten Ansichten Band 2'

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9 Häuser in der Schwedter Straße, stadteinwärts vor der Abzweigung Unterwall. Das erste Haus links, Nr. 30, wurde 1853 als massives Wohnhaus errichtet für den Maurermeister Wil berg. Es wurde 1922 vom Getreidehändler Steinicke für die Familie Freundlich gekauft. Nach dem Zwangsverkauf 1942 wurde von hier die jüdische Familie Freundlich deportiert. Daneben Nr. 29, das im Garten des Gastwirts Heyse, der hier ein Sommerrestaurant hatte, 1884 massiverrichtete Wohnhaus, das von der alt-Iutherischen Gemeinde erworben wurde, die 1889 das Nebengebäude als Versamrnlungsraum ausbaute. Rechts Nr. 28, ein ehemaliges Fabrik-

gebäude von 1864 des Pappfabrikanten Luckwaldt, das 1889 zum Wohnhaus umgebaut wurde. 1902 war es im Besitz der Restaurateurs Lange, der im Garten den Springbrunnen erbauen ließ.

10 Das SchwedterTor um 1910. Hier begann die Schwedter Straße. Die TorpfeiIer zeigen an, wo sich früher das Innentor derTaranlage befand. Berelts 1694 wurde das Tor als baufällig eingeschätzt. Weiterer Schaden trat nach dem Stadtbrand von 1705 ein. 1845 wurde die Genehmigung zum Abriß des Tores gegeben, da der Warentransport behindert wurde, aber rnit der Auflage: ' ... daß an Stelle des abzureißenden Thores, welches militärischen Verschluß zuläßt, wieder erbaut wird .. .' DerWiederaufbau in der dargestellten Form erfolgte 1856. Nachdem nochmals eine Renovierung

derTorpfeiler 1893 erfolgte, wurden sie aufBeschluß der Stadtverordneten vom 20. Januar 1916 abgerissen. Hinter dem Tor links das Grundstück des Baugeschäfts Harpe, dahinter die Einfahrt in den Un-

terwall. Rechts binter der Mauer die Gartenanlage des Lokals 'Kaisergarten' .

flngermünde - Schwedlu-Slrasse

lIDer Verkehrs- und Verschönerungsverein Angermünde gab um 1913 einen Führer durch die Stadt nut Ansichtskarten heraus. Daraus ist diese Ansicht des Ostgiebels der Klosterkirche. In diesen ist ein großesTor durchbrochen worden, denn der Ostteil der Kirche wurde von der Garnison als Magazin genutzt und mit Pferdewagen befahren. Links ist das Offizierskasino angeschnitten, rechts die Häuser der Klosterstraße, Nr. 30 des Kaufmanns Eduard Neumann, Nr. 31 van Friedrich, Nr. 32 von Schäfer, Nr. 33 van Saße, Nr. 34 van Röseler, Nr. 35 van Nürnberg und Nr. 36 von Bauernfeind.

12 Auf dem zum früheren Klostergelände des Franziskanerklosters gehörenden Gartengrundstück wurde 1908 für das Offizierkorps des HL Bataillons des Infanterieregiments 64- 'Generalfeldmarschall Prinz Friedrich Karl von Preußen' (8. Brandenburgisches). das Angermünde als Garnisonstadt harte, ein Offizierskasino erbaut. Es wurde am 14-. November 1908 mit einem Festessen für fünfzig Personen eingeweiht. Nach dem Auszug der Garnison wurde es 1 930 an die Arztfamille Dr. Comolle verkauft.

Ingermünde

Offizier-Kasino

13 Der Platz neben der Franziskanerklosterkirche diente im Laufe der jahrhunderte vielmals den Angermündern als Versammlungsort. Hier hat die Angermünder Bürgerwehr, die sich in Vorbereitung der Befreiung von der napoleonischen Herrschaft gebildet harte, exerziert und die Bedienung der Waffen erlernt. Hier versammelte sich auch 1848 wieder die Bürgerwehr. Dann war es der Übungsplatz für die Freiwillige Feuerwehr, aber auch Standort für den Rummel. Auf diesem Bild ist festgehalten, wie am 1. August 1914 die Angermünder Garnison, das lIL Bataillon des Infanterieregiments NI. 64 'Generalfeldmarschall Prinz

Friedrich Karl von Preußen' (8. Brandenburgisches) van der Bürgerschaft verabschiedet wurde und die Stadt zum Einsatz in Frankreich verließ.

14 Der Leiter der Restaurierungsarbeiten, Dr. Walter Schleyer, vor dem renovierten Südeingang zur Klosterkirche mit dem vom Klosterdach abgenommenen Wetterhahn, der seit der ersten Renovierung von 1840 sich über dem Ostgiebel nach dem Wind drehte. Damals wurde das Hauptgesims behelfsmäßig wiederhergestellt, die Abdekkungen der Strebepfeiler erneuert, die gröbsten Schäden des Dachstuhls beseitigt und das Dach umgedeckt. Von Dr. Schleyer erschien 1935 eine 'Chronik der Stadt Angermünde' . Über das Franziskanerkloster liegt nur ein Manuskript vor.

15 Die Wiederherstellung der Franziskanerklosterkirche von 1933/34 galt nicht nur der baulichen Erhaltung sondern auch der stilgerechten Erneuerung der einzelnen Gebäudeteile. Auf dem Bild werden Schäden am nördlichen Hauptgesims ausgebessert. Nach der Erneuerung von vier Balken des Dachstuhls, dessen Stämme aus der Mitte des 15. [ahrhunderts stammen, wurden 92 Reihen Dachlatten darauf befestigt und das Dach unterVerwendung von 48 000 alten und 16500 neuen Dachziegeln wieder gedeckt.

16 Das Franziskanerkloster inAngermünde wurde erstmals 1299 erwähnt, Es entstand in einer Zeit, wo das Klosterstraßengebiet noch nicht in die Stadt einbezogen war. Ihre heutige Form erhielt die Klosterkirche erst im 15. Jahrhundert, als eine neue monumentale Kirche in gotischer Form errichtet wurde. 1933/34 wurden unter der Leitung des Regierungsbaumeisters Dr. Walter Schleyer Instandsetzungen an der Franziskanerklosterkirche durchgeführt. Mit Geldern des Arbeitsbeschaffungsprogramms wurden neben Gebäudeinstandsetzungen auch Grabungen auf dem Kloster-

platz zur Erkundung der frûheren Anlage vorgenommen. Diese Grabungen haben bei der Bevölkerung großes Interesse gefimden. So war die Aufdeckung der umfangreichen Kellereien des ehernali-

gen Ostflügeis der Klosteranlage mit das wichtigsre Ergebnis.

17 Ende des 18. [ahrhunderts wurde das Haus Richtstraße 1 erbaut. Als 181 7 Angermünde Kreisstadt geworden war, wurde es als 'Kreishaus' ausersehen. Aber die Stadtobrigkeit wollte es nicht für den Landrat hergeben. Erst 1828 konnte die Kreisverwaltung, anfänglich der Landrat mit fünfBeamten, einziehen. Mit den gestiegenen Aufgaben reichte das Gebäude nicht mehr und es erfolgte 1871 der Umzug in das Kreisständehaus. Nach anfänglicher Nutzung als Wohnhaus wurden ab 10. Juni 1890 das Haus und die Nebengebäude auf dem Grundstück als Massenquartier für 62 Soldaten inAnspruch genommen. Verwal-

tungsdienststellen der Stadt zogen ab 1908 ein und 1932 erfolgte die Zmveisung an die Städtische Berufsschule.

18 Aml6.0ktober1893 wurde in der Richtstra.ße 8a die erste Kleinkinderschule der Stadt und Umgebung eräffnet.Am 3. September 1895 erfolgte dann die Grundsteinlegung für das Evangelische Gemeindehaus, das fortan die Kleinkinderschule, später Kindergarten, beherbergte, der 1 914 schon 1 05 Kinder betreute. Hinter dem Gemeindehaus die Scharfrichtergasse, die vom Markt zum Scharfrichtergrundstück führt. In Nr. 8 war seit 1876 ein Lebensmittelgeschäft, das von 1913 an in Besitzder Familie Rafoth war. Die Aufnahme ist um 1930 entstanden.

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