Angermünde in alten Ansichten Band 2

Angermünde in alten Ansichten Band 2

Autor
:   Dietrich Kukla
Gemeinde
:   Angermünde
Bundesland
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6242-5
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Angermünde in alten Ansichten Band 2'

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19 Blick in die Brüderstraße in Richtung Hoher Steinweg. Vorne rechts die Bäckerei von Gustav Kesten, später Bischaff, dahinter das Friseurgeschäft von Prochnow, die Schuhmacherei von Mûnchow und das große Gebäude von Nr. 18. Vorne links ein Fachwerkhaus, wie die Straße bis zur Mitte des vorigen Iahrhunderts bebaut war. Dahinter die Häuser von Fleischermeister Klewe, später Mai, von Tischlermeister Pfeiffer, später Möbelhandlung Basien, und die drei Häuser des Tischlermeisters lefevre, Möbelfabrik, Polsterwaren und Beerdigungsinstitut. Die Aufnahme ist von

192 O. Erst 192 7 wurde das Fachwerkhaus abgerissen und

darauf ein Wohn- und Geschäftshaus errichtet.

Äl1gcrmiiode.

20 Am Paradeplatz liegt das zur Brüderstraße gehörende Haus Nr. 18. Es wurde vor 1850 massivals Restaurant, Geschäfts- und Wohnhaus erbaut, Nach einem Brand 1855 wurde es erweitert durch den Überbau des Hofes mit einem Saal, Auf dem Bild die fünf hohen Fenster am Ende des Gebäudes. Nachdem bereits 1914 ein kleiner Saal zur Wohnung umgebaut wurde, ging in der Inflation 1923 der gesamte Restaurantbetrieb ein. 1939 erfolgte, nachdem der Saal mehrere Iahre als Lagerraum genutzt worden war, auch sein Umbau zu Wohnungen. Die Hausbesitzer und Betreiber der Einrichtungen wechselten oft. Die Aufnahme ist von etwa 1910. Von 1920

bis 1936 war der Kaufmann Heymann Salomon der Besitzer.

Paradeplatz

Rosenstrasse

6russ aus Hnqermünde.

21 Der Angermünder Verein der ehemaligen Garde feierte am Sonntag, dem 7. August 192 I mit einem Umzug durch die Stadt das Fest seines 26jährigen Bestehens. Im Bild sind sechs Reiter in der Uniform der Schillschen Offiziere und das Trompeterkorps des Reiterregiments Nr. 6 aus Schwedt/O, zu sehen. Der Zug kommt aus der Brüderstraße und biegt in den Hohen Steinweg ein. In der Brüderstraße sind die Nr. 1 mit der Delikateß- und Weinhandlung Fritz Tarrey. Nr. 2 mit der Fahrrad-, Näh- und Schreibmaschinenhandlung, sowie Textilgeschäft des Lotterieeinnehmers Wilhelm Schatz, Nr. 3 mit den Läden von Friseur Walter Grube und

Zigarrenhandlung Hermann Dallichow und Nr. 4 mit der Fleischerei von Fritz Kupfer zu sehen.

22 Das Eckhaus Hoher Steinweg 25 zur Rosenstraße hin ist ebenfalls eines der Gebäude, das den Blick auf sich zieht. Es ist ein Fachwerkgebäude, das 1905 teilweise massivausgebaut wurde. Seit den achtziger jahren des vorigen Jahrhunderts waren Geschäftsräume in ihm begehrt. Unter anderem befand sich 1878 in dem Laden rechts neben dem Tor vom ersten 'Consum-Verein' ein Lebensmittelgeschäft. Seit 1920 wurde dort von dem Apotheker Krautz die Rats-Apotheke betrieben. 1929 richtete der Konditormeister Freyschmidt auf der linken Seite die Ratskonditorei und -Café ein. Die Aufnahme ist um 1928 entstanden.

23 Eines der großen Fachwerkhäuser am Markt. Es gehört mit zu den ältesten Häusern der Stadt. Es war immer ein Handwerker- bzw. ein Kaufmannshaus. 1724 war hier der Schuhmachermeister [ohann Eisenführer, 184-5 der Glasermeister Bolle, 1885 der Kaufmann Krause, 1909 der Schlossermeister Albert Wolff und 1 939 hatte in den Eekräumen zum Hohen Steinweg der Fotograf Hans Bethmann sein Atelier. 1628 soll sich in dem damals hier stehenden Haus Wallenstein aufgehalten und den Brief an die Stralsunder mit der Forderung zur Übergabe der Stadt geschrieben haben.

24 Auf dem Platz um das Rathaus ist in den ûber 750 [ahren des Bestehens viel geschehen. Hier erfolgte 1336 die Verbrennung von vierzehn Waldensern als Ketzer, 1420 der Sieg des brandenburgischen Markgrafen über die Pommern. Auf der nördlichen Marktseite bis zur PischerstraBe wurde der Viehmarkt, zur Brüderstraße hin der Krammarkt durchgeführt. Auf dem Markt zum Hohen Steinweg hin standen der Roland und ein Marktbrunnen. 1700 wurde rechts neben dem Rathaus die Hauptwache der Garnison errichtet. Da hier die Soldaten antraten, bekam der Marktteil den Namen Paradeplatz. Das Bild zeigt eine solche Paradeaufstellung arn

27. [anuar 1909 anläßlich des 50. Geburtstages von Kaiser Wilhelm 11. Diese fand nach dem Festgottesdienst unter Teilnahme der Angermünder Honoratioren und Vereine unter dem Kommando von Ma-

jor von Brandenstein, Kommandeur des Hl. Bataillon des Infanterieregiments Nr. 64 'Generalfeldrnarschall Prinz Friedrich Karl von Preußeri' statt.

25 Wochenmarkt in den dreißiger Iahren, Einwohner mit eigenem Garten verkauften ihre gärtnerischen Erzeugnisse. Ein Fischhändler aus Eberswalde war mit eigenem Stand vortreten. Ein Obsthändler aus Berlin kam Samstags mit Mandarinen, Apfelsinen, Ananas und anderen Südfrüchten und erweiterte so das Obstangebot für die Angermünder Hausfrauen. Alles spielte sich vor dem Rathaus ab. Hinter den Markisen am linken Haus befindet sich das Geschäft der Fa. C. Rauschke, Hüte, Mützen, Pel-

ze.

26 Angermünde ist um 1233 mit deutschem Stadtrecht begabt vvorden.AJs man 1933 die lOO-Jahrfeier begehen wollte, befand sich die deutsche Wirtschaft auf einem Tiefpunkt. Es waren dafür sowohl in der Stadtkasse als auch bei den Händlern und Gewerbetreibenden keine finanziellen Voraussetzungen für ein solches Fest vorhanden. Erst 1939. vom 9. bis 11. juni, konnte das Iubiläum als Heimatfest nachgeholt werden. Am Sonntag, den 11. Juni, fand nachmittags vom SchvvedterTor ausgehend ein großer Festumzug statt. An der Spitze der historische Einzug des Kurfürsten von Brandenburg 1420 in die Stadt, weiter viele Festwagen, histo-

rische Gruppen, Trachtengruppen, unterTeilnahme aller Verbände. Auf dem Bild, angeführt von dem Kommandeur Max Holtzmann. die Gruppe der Schützengilde Angermünde.

27 Das dreitägige Heirnatfest inAngermünde hatte viele Höhepunkte. So am 9. Juni 1 939 ein Platzkonzert, die feierliche Eröffnung, die Uraufführung des Pestspiels 'Die Schlacht vonAngermünde' (von 1420) geschrieben von Max Lindow, Fackelzug und Zapfenstreich. Am 10. Juni Darbietungen der Vereine, das Heimatfestspiel und anschließend der Festball in allen Sälen. Der Höhepunkt war der 11. Juni mit Blumenkorso, Platzkonzert, Festumzug, Volksfest auf dem Marktplatz mit Ochse am Spieß, gebraten von Fleischermeister Mai, Festspielaufführung und abschließend mit einem Feuerwerk am Mündesee.

28 Als der Winter noch ein Winter war ... Eine Aufnahme des Lehrers Oskar Svensson von 1940 mit dem Bliek auf die Marienkirche. Im Vordergrund die auf dem kleinen Marktplatz entstandeneAnlage mit dem von Prof. Albert Manthe, der in Angermünde geboren ist, geschaffenen Denkmal mit dem KaiserWilhelm 1. und Kaiser Friedrich Ill., das am 13. September 1891 als Kriegerdenkmal eingeweiht wurde. Es ist zum Gedenken an die in den Kriegen von 1864, 1866 und 1870/71 gefallenen oder an den Wunden verstorbenen Soldaten aus dem Kreis Angermünde errichtet worden.

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