Angermünde in alten Ansichten Band 2

Angermünde in alten Ansichten Band 2

Autor
:   Dietrich Kukla
Gemeinde
:   Angermünde
Bundesland
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6242-5
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Angermünde in alten Ansichten Band 2'

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29 Die Marienkirche von Angermünde birgt seit zweieinhalb Jahrhunderten eine der schönsten BarockorgeIn Ostdeutschlands. Joachim Wagner, ein Silberrnann-Schûler, har mit dem Bau 1 742 begonnen und sie zwei Iahre später vollendet. Seit 250 jahren ertönt von der Empore der gotischen Marienkirche die Wagnerorgel und hat ungezählten Menschen Freude, Entspannung und Trost gespendet. Die Orgel hat dreißig Register, das heißt dreißig verschiedene Klangfarben, die man in vielfältiger Weise miteinander misehen kann. Sie hat 2 000 klingende Pfeifen von etwa 5 m bis 9 mm Länge. Eine Einmaligkeit sind Zimbelsterne

und zwei Pauken, die von den Paukenengein auch geschlagen werden können.

30 Das Gasthaus 'Zum Schweizerhof' besteht als solches seit 1880 in der Wasserstraße 1 und wurde als Stätte der Handwerksburschen zur Herberge 'Zur Heimat'. Vermutlich stammt von den Handwerkern auch der Name, denn die im Buchdruck Beschäftigten wurden unter anderem als 'Schweizer' bezeichnet. Es ist ein altes Fachwerkhaus, das oft den Besitzer wechselte, so 1 895 Carl Schulz, 1903 Paul Schurnann, 1912 Artur Klein,

192 2 August Meseck und ab 1924 die Familie Ratz mit der legendären 'Tante Olga' Ratz. Die Aufnahme könnte von 1938/39 sein.

3 1 Unmittelbar an der Nordseite der Stadt gelegen erstreckt sich etwa 1,5 km lang und etwa 0,8 km breit bis zum Ortsteil Dobberzin der Mündesee.Von Norden her ragt eine Halbinsel in den See. Ihr vorgelagert ist die Ziegeninsel. Eine weitere Insel hat sich nach der Absenkung desWasserspiegels urn 50 cm 192 9/3 0 gebildet. Bei Regenzeiten. so unter anderem im Sommer 192 7 , waren die Seegärten überflutet worden und in den Kellern der See-, Jäger- und Fischerstraße stand das Grundwasser. Durch die Absenkung wurde rings um den See ein Streifen von 5 bis 10m Breite frei. Auf einem Teil wurde durch Verkippung auf der Uferzone dann die

Seepromenade geschaffen. Auf dem Kirchwerder, der stadtseitigen Halbinsel, gab es bis 1928 eine Badeanstalt für die Garnison. Danach einen Wassersportklub. Ein weiteres Seebad befand sich in der See-

straße. 1929 wurde an der Hamai ein Freibad mit Sprungturm errichtet.

32 Bereits am 29. Mai 1852 zeigte der Bleicher August Bastian an, daß in der Schwimmanstalr im Mündesee das Schwimmen gelernt werden könne. Um 1900 betrieb der Dachdeckermeister Daus dieses nach Frauen

und Männern getrennte Schwimmbad und einen Bootsverleih. 1902 erbaute er ein Wohnhaus, das dann 1908 zu einem Restaurant 'Seebad' durch den Restaurateur A. Meyer umgebaut wurde.

1931 wurde das Grundstück durch den Brandenburgischen Herbergsverband e.v., der zur evangelischen Kirche gehörte, übernommen und zur Herberge 'Zur Heimat', vor allem für Handwerksburschen, umgebaut.

33 DieseAufnahme von 1920 zeigt die zu dem Restaurant Seebad gehörende Badeanlage. Sie bestand aus zwei getrennten Pfahlbauten für Damen und Herren, damit sie gesondert ihr Bad nehmen konnten. In der Kabine stieg man gleich in das Wasser und stand auf einer unter Wasser befindlichen Plattform. Durch eine Tür konnte man in den See hinaus schwimmen. Da die Plattformen an Ketten hingen, wurden sie je nach Größe und Bedarf des Nutzers reguliert. Rechts die Krötenburg, ein von der Gräfin Dönhoff 1795 gebautes Fachwerkhaus, in der Mitte die ersten dreistöckigen Miethäuser in der Prenzlauer Straße.

34 Neben der Badeanstalt des Restaurants Seebad und der Militärschwimmanstalt gab es am Mündesee noch das Städtische Licht-, Luft- und Seebad oder auch Freibadeanstalt genannt. Auf dem Bild aus den dreißiger [ahren sind die Schüler des Uckermärkisehen Realgymnasiums bei der Abnahme der Schwimmprüfung. Anfänglich trennte hier auch eine Bretterwand die Geschlechter. Eine größere Anzahl von Kabinen gab Gelegenheit zum Urnziehen. Dieses Bad hatte einen frei im Wasser stehenden Sprungturm mit 3- und S-MeterSprung brettern.

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35 Die Fischer, Fischzüchter und am Angelsport Interessierten waren im Kreis-Fischerei- Verein organisiert. Sie führten jährlich ein An- und ein Abangeln durch. Die Aufnahme ist vom Anangeln 1930. Die Teilnehmer haben sich bei dem Bootsverleih getroffen. Im Hintergrund das Pumpwerk der Deutschen Reichsbahn, das den Bahnhof, insbesondere die Lokomotiven mit Brauchwasser versorgte. Der Zugang erfolgte von der Seestraße aus. Zum Krötenberg ging der Weg am Schlachthof vorbei zur Prenzlauer Straße.

36 Am Nordrand der Altstadt liegen ziemlich verborgen die Reste der 'Burg', der Kernzelle, aus der später die Stadt Angermünde entstand. Auf einem Feldsteinfundament steht an der Nerd-WestEcke des Burggeländes ein unregelmäßig sechseckiger Turm, dessen Gewölbe 1 735 noch vorhanden war, der aus Klosterformatigen Backsreinen errichtet wurde. Die abbröckelnde Außenverblen dung in unregelmäßigen mittelalterlichen Verband gibt die dahinter liegende Fûllmauer frei. DerTurm ist nach beiden Seiten mit einer mittelalterlichen Ziegelmauer abgegrenzt. Seit dem Ende des 16. jahrhunderts ist die Burg eine Ruine, deren Steine zum

Häuserbau verwender wurde bis 1709 das 'Stehlen' der Steine bei Strafe verboten wurde.

37 Scheunen in der Prenzlauer Straße. Nach den beiden großen Stadtbränden von 1705 und insbesondere

1731, wo van den 277 Häusern 110 in Flammen aufgingen, wurden die Scheunen aus der Stadt vor die Tore verbannt. In der Prenzlauer Straße standen stadtauswärts auf der rechten Seite Scheunen in drei Reihen bis hin zum Krötenberg. Eine weitere Reihe stand auf der linken Straßenseite. Es werden etwa fünfzig Scheunen gewesen sein. Die hier rechts und links abgebildeten sind die letzten. Heute kann man noch auf dem Gehweg der rechten Seite an den vorhandenen Pflasterungen frühere Standorte erkennen. Auf dem Bild vorne rechts das

Haus der Schlachthofverwaltung, vorne links die Einfahrt zur alten Templiner Straße und dem Schleyerschen Grundstück.

38 Mit der Entwicklung des Verkehrsknotenpunktes Angermünde und der Niederlassung von Behörden, wie Finanzamt, Katasterarnt, Hochbauamt und Amtsgericht wuchs die Bevölkerung von 6790 Einwohnern 1892 auf8 497 Einwohner 1912. Es entstanden unter anderem die Beamtenwohnhäuser in der Prenzlauer Straße in Krótenbergnähe. Der erste aus drei Wohnhäusern bestehende Block wurde beginnend an der Einmündung des Weges zum Mündesee in den Jahren 1 9 11 und 1 9 1 2 errichtet.

Beamteri-Wohnhäuser Prenzlauer Strasse

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