Angermünde in alten Ansichten Band 2

Angermünde in alten Ansichten Band 2

Autor
:   Dietrich Kukla
Gemeinde
:   Angermünde
Bundesland
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6242-5
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Angermünde in alten Ansichten Band 2'

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39 Nach der Inflation von 1923 entwickelte sich ab

192 5 in Angermünde mit dem Bau von Wohnhäusern in der Prenzlauer und Templiner Straße eine neue Baustelle. Vorne links das 1 91 0 von Wolgast erbaute Haus, in der Bildmitte die Beamtenhäuser von 1 911/1 2. Im Bild rechts die sogenannten Eisenbahnerhäuser, erbaut ab 1926. In der linken Baulücke wird mit dem Ausbau eines Hanskomplexes der Baugenossenschaft Angermünde e.G.m.b.H. begonnen, der dann am 1. August 1930 fertiggestellt war.

40 In Vorbereitung auf den geplanten Bau der Bahnlinie Berlin-Stettin errichtete der Angermünder Baukondukteur Albert August Ferdinand Amerlan um 1 840 vor dem PrenzlauerTor ein Wohnhaus und Sägewerk. In dem Hause wurde 1841 die Schriftstellerin Frieda Amerlan geboren. Am 1. März 1848 erwarb der von [oachimsthal übersiedelte Zimmermeister Friedrich Wilhelm Schleyer das Grundstück. Sein 1 853 geborener Sohn Wilhelm Schleyer wurde Geh. Baurat und Prof Dr. h.c. an der Technischen Hochschule Hannover. Er war führend an der Entwicklung des Meßbildverfahrens beteiligt.

Sein Bruder Carl wurde Zimmermeister und richtete

1886 neben dem Wohnhaus ein Dampfsägewerk mit einem hohen Schornstein ein. Am 14. jannar 1911 wurde er anläßlich der 2 Ojährigen Tä-

tigkeit als Stadtverordnetenvorsteher Ehrenbürger der Stadt.

41 Die Gaststätte ven Franz Pasche, Prenzlauer Straße 1, liegt sehr günstig an der Einfahrt in die Stadt. Das Grundstück, ursprünglich eine Akkerbürgerstelle ohne Braurecht, wird ab 1836 als Gastwirtschaft nachgewiesen. 1860 wird das abgebrannte Haus des Gastwirts Ohm im Erdgeschoß massiv, das obere Geschoß in Fachwerk wieder aufgebaut. Erst 1863 wird dem Gastwirt Salomon die Erlaubnis erteilt selbstgebrautes Bier auszuschenken. Zur Erweiterung des Brauereibetriebes wurden Teile der ehemaligen Burganlage gekauft und ab 1 872 von der Familie Pasche die Brauerei betrieben. 1925 wurde die Mälzerei neugebaut und die 'Kronen-

Malzfabrik' als weiterer Betrieb errichtet. In Konkurrenz mit den Großbrauereien wurde dann schließlich eine Niederlage der Engelhardt-Brauerei daraus. Damit hatte die letzte Brauerei von Anger-

münde aufgegeben. Die Aufnahme ist von 1 92 8.

ANGERMONDE

Prenzlaner Straße Ed<e Berliner Straße

42 Das 'schiefe Haus' von Angermüude ist nicht etwa altersschwach oder durch die Jahrhunderte schief geworden. 1911 beantragte der VorkosthändlerWennicke die Baugenehmigung für ein mehrstöckiges Wohnhaus auf dem Grundstück Nr. 20 der Gartenstraße. Ein Baugrunduntersuchung wurde nicht gemacht, man verließ sich auf Erfahrungswerte ohne zu berücksichtigen, daß das Baugelände das früher sumpfige Vorgelände vor der Stadtmauer war. Baupolizeiliche Hinweise wurden nicht beachtet, so daß bereits im September 1912 bei der Gebrauchsabnahme festgestellt wurde, daß das Haus sich zur rechten Seite hin gesenkt hatte. Bis 1921

wurden Senkungen festgestellt, der Giebel war 30 cm außer Lot. Dann ist das Haus zur Ruhe gekommen.

43 Der Bliek vom Uckermärkischem Realgymnasimn um 192 7 zeigt im Vordergrund die Gartenstraße und die Wallpromenade, die durch die 'Himmelsleiter' verbunden werden. Dahinter der mächtigeTurm der Marienkirche. Seit der Mitte des vorigen [ahrhunderts entstanden hier in den Gärten Wohnhäuser. Im Vordergrund links ist zu sehen wie die Gärten dem Hausbau weichen. Durch den Baumeister Erich Schulz wird begonnen die Häuser Gartenstraße 12 bis 14 zu bauen.

Die Verbindung von der Promenade zur Berliner Straße stellt die im Volksmund so genannte Flatowgasse dar.

44 Mit der Einebnung der Wälle undVerfüllung der Gräben vor der Stadtmauer zwischen dem Berliner und dem PrenzlauerTor entstanden in der Mitte des 18. Iahrhunderts Landflächen, die 'Kamp' genannt wurden. Diese Kampflächen wurden von den Bürgern als Gärten genutzt. Zwischen ihnen hindurch ging als Verbindung zu den beiden Toren ein Weg, der Wallgasse genannt wurde. Nach dem Bau einzelner Gehöfte um 1800 begann dann ab 1865 im größeren Umfang eine Bautätigkeit, die auch mit der erforderlichen Befestigung derWallgasse verbunden war. Ab August 1880 erhielt dieser Weg den Namen 'Gartenstraße' . Hier errichtete

auch 1894 die katholische Gemeinde ihre Kirche und das Pfarrhaus.

Angermünde

Gartcnsirasse mit Katholiscbcr Kirche

45 Der am Bahnhof vcrbeiführende Feldweg wurde erst ab 1896 von dem Maurerund Zimmermeister Albert Becker, der seinen Acker mit Wohnhäusern bebaute, zur Straße entwickelt. Auf der den Balmanlagen nahen Seite entstanden Wirtschaftsgebäude, wie der Getreidespeicher von Steinicke, die Niederlage der Schultheiß-Brauerei und 1914 die Mühle von Metscher, später Görs. Das Haus links vorne wurde 1 897, die weiteren 1931,1908,1896, 1898 und 1906 erbaut. Die Straße wurde nach dem Uhrmachermeister Heinrich MülIer, der 25 [ahre als Stadtverordnetenvorsteher bzw. als Beigeordneter des Rates der Stadt tätig war, anläßlich der

Verleihung der Ehrenbürgerschaft am 4. Mai 1900 in Heinrichstraße benannt.

.'In. erttuui e - tiemrtms- Ir:J'I

46 Seit dem 26. Mai 1860 lag das lIL Bataillon des Infanterieregiments Nr. 64 in Angermünde in Garnison. Die Gefallenen des Bataillons im deutsch-dänischen Krieg von 1864, wurden mit auf dem Feldwebel-Probst -Denkmal, die vom preußisch-ósterreichischen Krieg 1866 und deutsch-franzósischen Krieg von 1870/71 auf dem ZweiKaiser-Denkmal auf dem Marktplatz geehrt. Zum Gedenken an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges wurde am 5. November 1922 im Friedenspark, gegenüber dem Hotel 'Berliner Hof' der Grundstein gelegt und im Fundament eine Kassette mit Urkunde eingemauert. Bereits am 14.Januar 1923 konnte

dieses Denkmal für die 1 300 Gefallenen des lIL Bataillons unter großer Beteiligung der Bevölkerung eingeweiht werden.

47 Das Hotel 'Drei Kronen' mit der Heilig-Geist-Kirche und das Restaurant 'Berliner Ecke' stehen am früheren Eingang zur Stadt. Mit der Kirche war früher ein Hospital verbunden, dessen erste Erwähmmg von 1363 ist. Der Dreißigjährige Krieg zerstörte das Hospital. 1 735 kaufte der Senator Chabot das Grundstück und ließ auf dem Fundament des Hospitals ein zweigeschossiges Gebäude errichten, an das 1860 ein Saal angebaut wurde. 1924 wurde dieser nach Entwurf des Angermünder Baumeisters C. Schulz im klassizistischem Stil mit gewalmten Dach restauriert. Das Haus Berliner Straße 70/71 war 1850 in Besitz des Schankwirts Conradt, der es

1 874 zum Hotel umbauen ließ. Von ihm erwarb es Ferdinand Kahn, der es als Hotel 'Deutsches Haus' weiterführte. 1912 war Richard Schwedesky der Besitzer. Fehlende Auslastung ließ darm nach

192 0 nur noch die Gaststätte 'Berliner Ecke' bestehen bleiben.

ANGERMCrNDE

Berliner Str,

48 Die Rosenstraße hat ihre mittelalterliche Behäbigkeit einer breiten Straße erhalten. Auch nach dem großen Stadtbrand von 1 705, der vom Haus Rosenstraße 18 ausging, bei dem 54 Wohnhäuser verbrannte, änderte nichts an der Anlage der Straße. Es wurden vom Brand die Häuser Nr. 4 bis Nr. 20 betroffen, die neu aufgebaut werden mußten. Die Rosenstraße war eine Einkaufsstraße, denn es gab kein Haus in dem nicht ein Laden, zumindest irn Kellergeschoß , war. Zwei große Häuser, die in die Berliner Straße hineinreichen, rechts und links, waren bestimmend. Die Aufnahmeistvon 19IO.InNr.I (rechts) waren das Kurz-, Weiß- und Wollwarengeschäft

der Putzmacherin Rosa KöppIer und das Kaffeegeschäft van Tengelmann. In Nr. 20 (links) waren das Kolonialwarengeschäft von Wolff und der Uhrmacher Köhler.

f1ngefmünde

Rosenstrasse

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