Angermünde in alten Ansichten Band 2

Angermünde in alten Ansichten Band 2

Autor
:   Dietrich Kukla
Gemeinde
:   Angermünde
Bundesland
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6242-5
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Angermünde in alten Ansichten Band 2'

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49 Das Fachwerkhaus Rosenstraße 2 steht auf einer Bürgerstelle mit Braugerechtigkeit und dürfte das älteste Haus der Straße sein. Es wurde vom Stadtbrand 1705 nicht betroffen. Es war ein Handelshans und wurde immer von Honoratioren der Stadt bewohnt. Bereits 1724 ist ein Paul Partey, der auch Deputierter der Bürgerschaft war. als Kaufmann und Hausbesitzer ausgewiesen. In den jahren um 1930 gehörte die Fortuna-Drogerie dem Apotheker Karl Döring und das Lebensmittelgeschäfi, das mit dem Namen Thams und Garfs, Hamburg. warb, ütto Berndt.

50 In dem 1868 massiv erbauten Haus Rosenstra.ße 4 war seit 1893 der Klernpnermeister und Installateur Eduard Witte tätig. Auf dem vor 1914 aufgenommenen Bild sind neben Porzellan- und Emaillegeschirr die Hängelampen von besonderem Interesse. 1880 war eine Gasanstalt entstanden, die zunächst mit der Anlage der ersten Straßenbeleuchtung wirksam wurde. Dazu gehört die Straßenlaterne im Bild vorne rechts. Dann folgte die Versergung der Haushalte mit Gas für Koch- und Beleuchtungszwecke. Auch die Lampe zwischen den beiden Schaufenstern wurde mit Gas betrieben. Nachdem 1911 Angermünde an das elektri-

sche Stromnetz angeschlossen wurde, setzte sich in den folgenden [ahren langsam diese Energieversorgung durch.

51 Über den Eingang der Adler-Apotheke in der Rosenstraße 5 breitet ein steinerner Adler seine Flügel aus. Zurück geht dieses Symbol auf das Privileg zur Gründung der Apotheke, erteilt 1682 vom Kurfürsten van Brandenburg, dessen Wappentier der Apotheke den Namen gab. Seit 1783 befindet sie sich in der Nr. 5, vorher war sie in Nr. 3. Im vorigen [ahrhundert wurde die Apotheke durch die Familie Bolle zur Blüte gebracht, das bis dahin ebenerdige Haus erhielt ein erstes Stockwerk. Ein Bolle war Stadtverordnetenvorsteher und wurde in dem Roman 'Von seligen Herzen' von

Schliepmann nachgezeichnet. Es folgten die Apotheker Blew, Lehmann, Funk und Petrich.

52 Die Einmündung der Rosenstraße in die Brûderstraße um 1 92 7 . Rechts hinter den Bäumen die Fachwerkhäuser mit ausgebauten massiven Ladenfronten von Nr. 10, die Feinkosthandlung von Anna Haller, Nr. 11 der Goldschmied, Optiker und Uhrmacher Reinicke (Geschäftsinhaber Brandstätter) und Nr. 1 2 die Fleischerei von Konrad Müller und das Kaffee- und Konfiturengeschäft Gerling und Rockstroh von Frau May. Dahinter nach rechts abgehend die ]üdengasse (heute Loesenergasse). In der Mitte des Bildes das Haus Brüderstraße 1 8, das Eckhaus zum Paradeplatz, dann Brüderstra-

Be 19 rnit der Angermünder Bank und Nr. 20, das ehemalige Ratswaage- und Wachegebäude der Garnison, bekannt durch Ehm Welks 'Die Heiden von Kummerow', Nach der Einmündung des

Hohen Steinwegs links das Haus Hoher Steinweg Nr. 25 mit dem Ratscafé.

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53 In der Rosenstraße wohnten zwei Männer, die sich 1945 für den Erhalt der Stadt einsetzten. Der Bäckermeister Otto Miers (Foto links). Innungsobermeister. Kirchenältester und SynodaIer; und der Juwelier WalterKurt Nölte (rechts). der sich für die Entwicklung der Feuerwehr verdient gemacht hatte und bis 1934 Feuerwehrkreisbrandmeister war. gingen am 27. April den russischen Truppen entgegen und sorgten für einen kampflosen Verlauf.

54 In der Angermünder Zeitung und Kreisblatt vom 12. Februar 1896 war zu Iesen: 'Den geehrten Bewohnern von Angermünde und Umgebung hiermit die ganz ergebene Anzetge, daß ich in meinem Hause Rosenstraße 17 vis-à-vis der Apotheke eine Bäckerei neu eingerichtet habe ... Bäckermeister Otto Geistlich.' Auf dem Bild um 1900 steht der Bäckermeister mit seinen beiden Töchtern Frieda und Gertrud. 1 92 6 übernahm der Bäckermeister Otto Miers die Bäckerei und veränderte 1940 durch die Verlegung des Ladens auf die andere Hausseite und die Fassadengestalnmg mit künstlerischen Schmiedearbeiten das Aussehen des Hauses.

55 Das Haus Rosenstraße 20 steht auf dem Eckgrundstück zur Berliner Straße und wird als Blickfang mehr dieser Straße zugeordnet. Es ist auf den Grundmauern eines seit 15 15 nachgewiesenen Burglehnhauses errichtet. Bis zur Mitte des 19. [ahrhunderts wurde es als mit den Privilegien eines Burglehens geführt. In ihm waren zeitweilig dann ein Gasthof eine Bäckerei und Kaufmannsgeschäfte. Der Kaufmann CL. Heller war es, der dem Fachwerkhaus 1878 die jetzige massive Vorderfront geben ließ. Seit 1885 ist das Haus im Besitz der Familie Wolff. Auch das links daneben liegende kleine Haus gehört zum

Grundstück. Neben dem Kolonialwarengeschäft von Wolff und dem Uhrmacher Köhler in der Rosenstraße waren auf der Berliner Straßenseite in den dreißiger [ahren der Friseur Krause, Mode-

waren und Manufaktur von Ammon und der Tischlermeister Viert tätig.

56 In der Berliner Straße waren entsprechend der Bedeutung für den Fremdenverkehr und die Einkäufe der Landbevölkerung eine Reihe von Gasthöfen mit Ausspannung entstanden. Zu ihnen gehört der Gasthof'Zu den drei Linden', Berliner Straße 8. Er war auch mit der Braugerechtigkeit versehen. 1724 ist der Senator Daniel Chabot, derVertreter der eingewanderten Hugenotten, als Besitzer erwähnt. Im 19. [ahrhundert folgten die Gastwitte Benthin, Schulz, Schmidt und wieder Schulz. Zu Beginn dieses jahrhunderts übernahm die Familie Kleinschmidt diesen Gasthof

57 DieAufnahme der Berliner Straße wurde um 1910 gemacht. Rechts die Häuser Nr. 11, von 1843 bis 1897

die Gastwirtschaft 'Zurn goldenen Stern', dann von dem Verleger Windolff zum Wohnhaus mit Läden umgebaut, und Nr. 12, in dem sich von 1869 an die Druckerei, die Buch- und Kunsthandlung, die Musikalien- und Instrumentenhandlung und eine Leihbibliothek von Windolffs befand. Von dem Verlag der Familie Windolff wurde von 1847 bis zum 31. März 1925 die 'Angermünder Zeitung' herausgegeben. Auf der linken Seite die Häuser Nr. 48 mit der Delikateß- und Weinhandlung van Wegener, Nr.

47 mit der Lederha.ndlung

von Klewe, Nr. 46 mit dem Friseurgeschäft von Laessöe und Nr. 45 mit dem Gasthof 'Zum grünen Baurri' von Gottschalk.

Angermünde

Berliner Strasse

58 Auf dem Grundstück Berliner Straße 1 6 wurde nach dem Abriß einer Brauerei 1 91 3 zur Vervollständigung des Komplexes der Knaben- Volksschule eine Turnhalle errichtet. Der Blick in die Kirchgasse zeigt zunächst den 1911 erbauten neuen Teil der Schule, dahinter den Bau von 1830, der rnit dem Neubau renoviert wurde. Die Turnhalle wurde als großer Raum auch zu öffentlichen Veranstaltungen genutzt, so zum Beispiel am 25. jannar 1919 von der USPD zu einer Versammlung mit

Dr. Rudolf Breitscheid.

ANGERMÜNDE Knabenschule m. Turnhalle

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