Angermünde in alten Ansichten Band 2

Angermünde in alten Ansichten Band 2

Autor
:   Dietrich Kukla
Gemeinde
:   Angermünde
Bundesland
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6242-5
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Angermünde in alten Ansichten Band 2'

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59 Die Aufnahme der Berliner Straße von 1906, von dem Gebäude Prenzlauer Straße 1 aus, zeigt die historisch gewachsene Struktur der Stadt in den Gebäuden des Kirchenviertels. Die Marienkirehe, die auf der Höhe liegt, umgeben vom ehemaligen Friedhof, der Propstei, Küsterei, Kapellanei und Schule, beherrscht den Bereich. Die linksseitigen Häuser Berliner Straße 30 und 29 stehen auf früheren Budenstellen, Nr. 28 und 27 aufBfugerstellen, während Nr. 26 ehemals eine BürgersteIle mit Braugerechtigkeit war. Das kommt in der Größe des Hauses und der Nebengebäude zum Ausdruck. Die weiteren Häuser

bis zur Kirchgasse stehen auf Budenstellen, mit Ausnahme der Nr. 23, wo noch in den dreißiger [ahren die Spirituosendestillation im Braurecht seine Grundlage hatte. Die rechtsseitigen Häuser sind

ûberwiegend ehemalige Bürgerhäuser, teilweise mit Braurecht.

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Berli~~rstra8e.

60 Mit einer der ältesten Gasthöfe nut Ausspannung war in der Berliner Straße 45 der Gasthof'Grüner Baum'. Von 1826 an ist hier die Familie Kohn als Besitzer nachweisbar. Der Gastwirt Ferdinand Kalm war in der Stadt wegen seines gewaltigen Gewiehts von 365 pfund bekannt. Er nahm im Dezember 1890 in Berlin an einem Kongreß der Schwergewichtigen teil, konnte aber keinen Preis erringen. 1891 kaufte er 'Conradt's Hotel', daß er als Hotel 'Deutsches Haus' weiterführte, Im 'Grûnen Baum' waren nach ihm Walter Gottschalk, Karl Konzak, Theodor Lange und in den dreißiger Iahren Otto Magnus Gastwirte.

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61 Einer der aktivsten Vereine der Stadt war der Angermünder Radfahrer-Verein, der 1910 gegründet wurde. Er unternahm viele Touren und beteiligte sich mit größeren Delegationen an zentralen Treffen. Am 15. Oktober

1930 beging derVerein sein 20. Stiftungsfest. Der Vorsitzende Gramß und das Ehrenmitglied Mewes zeichneten eine Reihe alter Mitglieder, unter anderen Vietz, Weidner, Stiller, Muchow, Lefèvre, Erichson, Klawe, Arlt, Radke,

Peikert, Schönberger, Berger, Batke, Vilken und Stretch aus. Die auf dem Bild zwei Nadeln am Revers haben, sind die mit dem Mitgliedsabzeichen mit Eichenkranz Ausgezeichneten.

62 Die Aufnahme wurde anläßlich des 1 OOjährigen Bestehens der Drechslerei im Besitz der Familie Günther

1 93 1 gemacht. Der Homdrechsler Albert Günther war der erste. Sein Sohn Moritz Günther erwarb 1879 das Fachwerkhaus Berliner Straße 56. Dieses wurde von dem Drechslermeister Gustav Günther 1897 als massives Wohnhaus neu erbaut, mit einem kleinen Laden. 1938 erfolgten eine Ladenvergrößerung und der Einbau eines weiteren Schaufensters. Da die Drechslerei zu den durch industrielle Produktion verdrängten Handwerken gehörte, führte der Schwiegersohn Fahrer die Firma ab 1 93 6 mit

erweiterten Sortiment, zum Beispiel Waffen und Munition, fort.

63 Der Färbermeister August Krause ließ 1895 das Haus Berliner Straße 60 massiv aufbauen und auch die Nebengebäude für eine Pärberei errichten. Aus dieser Zeit dürfte die Aufnahme

sein. Max Schönberger übernahm 1912 den Betrieb, führte die Färberei zunächst weiter, richtete aber auch ein Kurz-, Weiß- undWollwarengeschäft und eine Bettfedernreinigung ein. Nach 1922 wurde das Geschäft dann auf Damenkonfektion spezialisiert. Der Laden wurde erweitert und mit einem zweiten Schaufenster ergänzt.

64 Im Blickpunkt aus der Rosenstraße auf die Berliner Straße steht die Nr. 61, eines der älresren Häuser der Stadt, der Dachstuhl ist vom Ende des 1 7. jahrhunderts. Es war das Haus eines Ackerbürgers mit Braugerechtigkeit, das zum Ende des vorigen [ahrhunderts zu einem Geschàfishaus umgebaut wurde. So wurde aus der breiten Durchfahrt auf der rechten Seite ein Laden, 1910 wurde dann die Ladenfront massiverrichtet. Die Aufnahme ist anläßlich des Gau-Turnfestes des Gaus Barnim/Uckermark am 17.118.August 1929 gemacht worden. Neben Geschirrhändler Hellmann, Mechanikermeister Radke, Schleiferei Grafunder und Sa-

nitätsgeschäft Hohmann befand sich noch die Schuhmacherwerkstatt Kaplick im Hause.

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65 Berliner Straße mit der Heilig-Geist-Kirche im Blickpunkt. In diesem Teil der Straße konzentrierten sich die Geschäfte, so auf der linken Seite vom Eckhaus RosenstraBe 1 das Eisenwaren und Haushaltsartikelgeschäft von Hermann Götze, die Germania-Drogerie von Gramß und das Schuhgeschäft von Kaplick. Anschließend Berliner Straße 6, die Buchbinderei von Walter Stahl. Auf der rechten Seite in Nr. 62 Modewaren von Max Blumenthal und Schuhwaren von Hans Höniger, in Nr. 63 die Konditorei und Café Mewes. In der Nr. 64 das Kurz- Weiß- und Wollwarengeschäft von [ulius Frank und Herrengarderobe, Hüte und Schuhwaren von

Franz Albig. Diese drei Häuser waren massiv in den achrziger Iahren errichtet worden. Die Aufnahme ist von 1 9 1 2.

66 Die Bahnhofstraße (heute Teil der Berliner Straße) urn 1905. Sie war mit der Entwicklung des Bahnhofs ab 1842 zwischen ihm und dem BerlinerTor, das zu dieser Zeit noch bestand, entstanden. Links das Hotel 'Berliner

Hof' , dahinter am Eingang der Feldstraße (Oderberger Straße) das Eckhaus, das 'Café Conrad', später 'Germania' bzw. 'Vaterland', und vor dem Bahnübergang das 'Hotel Amman'. Auf der rechten Seite vorne ein Mauerstück von der Einfriedung des Kreisständehauses (Landratsamt), dann die Gartenstraße, bis 1880 Wallgasse genannt, anschließend die Häuser BahnhofstraBe 2 und 3, [erzt Berliner Straße 73 und 74.

67 In Bahnhofsnähe entstand 1865 mit weiteren Häusern fûr die Bewirtung und Beherbergung der Gäste der Stadt das Gasthaus 'Zum Bahnhof'. Es wurde 1884 massiv gegen das bestehende Gebäude des Dr. Gerhardt ausgebaut. 1913 entstand ûber die ganze Hausbreite eine Terrasse. Im Kellergeschoß befand sich die Fleischerei Markgraf; die Gastwirtschaft wurde von Fischer betrieben. 1919 ûbernahm der Mühlenbesitzer Gustav Dahlmann das Haus und baute das Obergeschoß aus, unter anderem mit einem Atelier für den Fotografen Dröschel. 1934 erfolgte ein weiterer Ausbau im Dachgeschoß fûr Fremdenzimmer.

68 Bahnhofsanlage um 1914. Für den Bau des Bahnhofs wurden 1841 vom Territorium der Stadt 39 Morgen, 42 Quadratruthen Acker und 19 Morgen, 23 Quadratruthen Wiesen von 46 Eigentümern inAnspruch genommen, die dafür mit 6 438 Reichstalern, 24 Groschen,

1 1 Pfennigen entschädigt wurden. Sieben Scheunen mußten auf Kosten der Stadt abgerissen und neu errichtet werden. Die Unterführung des westlichen Strangabschnitts wurde bei dem großen Umbau 1906 vorgenommen, wobei die Schiertenstränge alle auf die westliche Bahnhofsseite verlegt wur-

den. Auf dem Bild sind rechts oben die Häuser des Bahnhofsplatzes erkennbar. Das Haus des Iustizrares Grieben, des Zahnarztes Karfunkel (Bahnhofplatz 2), des Dr. van Oyen (Bahnhofsplatz 3) und

der städtischen Wasserturm. An der linken Seite befmdet sich noch das Stellwerk.

ANGERMONDE

Bahnhof

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