Ansbach in alten Ansichten Band 1

Ansbach in alten Ansichten Band 1

Autor
:   Adolf Lang
Gemeinde
:   Ansbach
Bundesland
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2552-9
Seiten
:   160
Preis
:   EUR 19.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Ansbach in alten Ansichten Band 1'

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19. Die Uzstraße zählt zu den ältesten Straßen Ansbachs. Sie wurde nach dem Dichter Joharm Peter Uz benannt, der hier das Licht der Welt erblickte. Ihr irregulärer, abwechslungsreicher Verlauf macht sie zu einer der reizvollsten Straßen der Stadt. Mit der Umwandlung in eine Fußgängerzone hat die Uzstraße viel Charme zurückgewinnen können. Manch gutes Fachwerk ist inzwischen sichtbar geworden, das vor fünfzig und mehr Jahren noch unter Putz lag.

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20. Ansbach nennt als seine lukullische Spezialität immer die Bratwürste, die sich bis in das Mittelalter zurück nachweisen lassen. Selbstverständlich besitzt die Stadt deshalb auch ein 'Bratwurstglöckle', eine Wirtschaft also, die sich gerade die Bratwurstzubereitung auf das Panier geschrieben hat. Inzwischen ist das romantische, aufgemalte Fachwerk vergangen. Geblieben aber ist der hübsche Bau des 16. Jahrhunderts, der seine Funktion unverändert behalten hat.

21. Die Modernisierung der Stadt und die Vergrößerung von Geschäften haben immer wieder zu Einbußen an historischer Substanz geführt, Allzu oft sind es schöne barocke Portale, die solchen Umbauten zum Opfer fallen oder zumindest weichen müssen, Am Haus Nummer 6 in der Uzstraße, dem einstigen Anwesen Endres, hat man versucht, durch Versetzung Tèile eines solchen Portals zu erhalten. Seine von zwei Putten gehaltene Kartusche trägt die Jahreszahl 1718.

22. Nur fünfzehn Jahre, von 1791 bis 1806, gehörte Ansbach zum Königreich Preußen. Baudenkmale dieser Epoche zählen deshalb zu den Seltenheiten im Stadtbild. Um so wertvoller ist das einstige Gasthaus 'Zur Krone', das 1798 von J.P. Bischoff erbaut wurde. Die benachbarten Gebäude beträchtlich überragend, bildet es einen städtebaulichen Schwerpunkt an einem Knick der Uzstraße. Wie häufig in Ansbach blieben an der Rückseite ältere Bauten des 16. und 17. Jahrhunderts erhalten.

23. Die Uzstraße kann einige Fachwerkhäuser von Reiz vorweisen. Eines von ihnen ist das Haus Nummer 15-17 mit seinen vorkragenden Geschossen. Der hübsche Fachwerker ist allerdings eine Zugabe des 19. Jahrhunderts, die sich jedoch harmonisch einfügt, Derartige Bilder gehören in Ansbach - im Gegensatz zu den benachbarten Reichsstädten - zu den Seltenheiten, da im allgerneinen die Putzfassade des Barock vorherrscht, Um so auffälliger treten die wenigen Fachwerkbauten Ansbachs hervor.

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24. Die Ansbacher Bürgerbauten des 18. Jahrhunderts wirken auf den ersten Bliek unscheinbar und bescheiden. Sie sind aber durchweg fein proportioniert, abgewogen in den Maßen. Man könnte von einer ansbach-typischen, unaufdringlichen Eleganz sprechen, Ein schönes Beispiel dafür ist dieses Haus in der Uzstraße, das bereits klassizistische Züge trägt. Sparsam ist der verwendete Schmuck, klar die Fassade gestaltet; Fensterläden und Fenstersprossen gehören zum Gesamtbild.

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25. Zu Recht klagt das heutige Ansbach über Werbeanlagen, die das Bild der Altstadt stören. Meist handelt es sich dabei um übergroße Leuchtschriften, die tagsüber noch weniger vorteilhaft wirken. Aber auch die gute alte Zeit hatte ihre Werbeprobleme, wie gerade die Häuser in der Uzstraße dokumentieren. Ob am 'Schwarzen Bären', einem schon im 17. Jahrhundert bezeugten Gasthaus, oder bei Tengelmann: möglichst aufzufallen war wichtiger als Schönheit.

26. Vier Stadttore sind in Ansbach nachweisbar, von denen das Obere Tor im vergangenen Jahrhundert abgebrochen wurde. Von den verbliebenen drei Toren ist das Herrieder Tor der anspruchsvollste Bau. Sein barockes Erscheinungsbild läßt das wahre Alter kaum ahnen. So steekt im Erdgeschoß noch gotischer Baubestand. Darüber führte Johann David Steingruber 1750/51 sein mächtiges Oktogon auf, wobei der Hofbaumeister sorgfältig auf harmonische Abstimmung mit den Nachbarbauten achtete.

27. Das Herrieder Tor bildet den südlichen Abschluß der Uzstraße. Von ihm bietet sich ein reizvoller Bliek in den oberen Teil der alten Adlerwirtsgasse, die erst später nach Johann Peter Uz genannt wurde. Deutlich wird der irreguläre Straßenverlauf mit den vor- und zurückspringenden Häusern, der seine mittelalterliche Herkunft nicht verleugnen kann, auch wenn die Uzstraße in ihren Einzelbauten zum größeren Teil barocken Ursprungs scheint.

28. Die Ansbacher Synagoge ist die bedeutendste Hinterlassenschaft einer ehemals blühenden jüdischen Gemeinde. 1744 hatte Markgraf Carl Wilhelm Friedrich die Erlaubnis zum Bau erteilt. Schon zwei Jahre später war das Werk nach den Plänen des Hofbaumeisters Leopoldo Retti fertiggestellt. 1938 wurde die Synagoge zwar beschadigt, blieb aber in ihrer Substanz und wesentlichen Teilen der Inneneinrichtung erhalten. Sie bietet heute innen und außen ein geschlossenes Bild des 18. Jahrhunderts.

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