Ansbach in alten Ansichten Band 1

Ansbach in alten Ansichten Band 1

Autor
:   Adolf Lang
Gemeinde
:   Ansbach
Bundesland
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2552-9
Seiten
:   160
Preis
:   EUR 19.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Ansbach in alten Ansichten Band 1'

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llnsbach

Gymnasium

29. Auf eine große Geschichte blickt das Gymnasium Carolinum zurück, das rund vierhundertfünfzig Jahre besteht. Seinen heutigen Bau, der ursprünglich als Zuchthaus geplant war, erhielt es 1737. Carl Friedrich von Zocha war sein Architekt, für den die ruhige Fassadengestaltung bezeichnend ist. Bausubstanz des 16. Jahrhunderts repräsentiert der dicke Turm, dessen Verwandschaft mit Nürnberger Befestigungskunst ins Auge springt. Vielleicht war einer der Beheim sein Schöpfer.

30. Unweit des Gymnasiums Carolinum, in der Schalkhäuser Straße, erhebt sich das architektonisch feingliedrige Rektoratsgebäude aus dem 18. Jahrhundert. Als Baumeister wird gerne Leopoldo Retti in Anspruch genommen. Hier wohnten und wirkten die Rektoren des (bis nach dem Zweiten Weltkrieg einzigen) Ansbacher Gymnasiums, das sich nach seinem Erneuerer im 18. Jahrhundert, dem oft unterschätzten Markgrafen Carl Wilhelm Friedrich, wieder 'Gymnasium Carolinum' nennt.

31. Das Gymnasium Carolinum hat sein bauliches Gesicht im Lauf der Zeit stark verändert. Ständig wachsender Raumbedarf zwang zu immer neuen Eingriffen, zumal einstmals auch das Alumneum beherbergt werden mußte. So wurde im 19 . Jahrhundert aufgestockt, was an der Fassade lange deutlich sichtbar blieb. Das Kantoratsgebäude im Hof wurde abgerissen, um einen Turnplatz zu gewinnen. In jüngster Zeit schließlich unterzog man das Schulgebäude einer umfassenden Restaurierung.

32. Die Stadt Ansbach ist jetzt bemüht, der Uzstraße und auch Teilen der Neustadt durch die Einrichtung einer Fußgängerzone die notwendige Lebensqualität zurückzugeben. Das Bild von ehedem wirkt fast wie ein Traum der Städteplaner von heute: vor der Gastwirtschaft Steurer in der Neustadt sitzen fröhliche Studenten bei Bier und Klampfenmusik. Der Moloch Verkehr hat von der Straße noch nicht Besitz ergriffen, Geselligkeit und Gemütlichkeit kennzeichnen die Altstadt.

finsbach

" Neustadt

33. Die Neustadt (für Uneingeweihte sei gesagt, daß sie zur Altstadt gehört) geht in ihrer Anlage auf das IS. Jahrhundert zurück, wo eine Stadterweiterung erfolgte. Einer ihrer Schwerpunkte war das 'Brandenburger Haus' mit seinem mächtigen Portal. Hier befand sich in markgräflicher Zeit die Posthalterei, viele Jahre mit dem Namen Hassold verquickt. Der Bau selbst stammt von Gabriel de Gabrieli, dem bedeutenden Baumeister aus dem Graubündener Roveredo.

ANSBACH. Serie: Portale.

34. Eines der schönsten barocken Portale Ansbachs schmückt das 'Brandenburger Haus' in der Neustadt, die alte Posthalterei. Im Segmentgiebel befindet sich eine große Wappenkartusche mit dem großen brandenburgischansbachischen Staatswappen, darüber der Fürstenhut: Ausdruck der Landeshoheit des Markgrafen, die natürlich gerade an einer TaxisPosthalterei nicht zu kurz kommen durfte. Künstlerisch verrät das Portal die kräftige Handschrift Gabrielis.

_ Rnsbach i. B. B ick vorn Regierungsgebäude.

35. Das Bild der Ansbacher Altstadt wird nach wie vor von den charakteristischen Turrnfassaden der Gumbertus- und der Johanniskirche beherrscht. Die Reitbahn im Vordergrund ist heute Heimat der Wochenmärkte. Bei den benachbarten Bauten, wie dem Turm des Behringerhofes, wurde inzwischen das Fachwerk freigelegt, In seiner Gesamtheit ist dieser Stadtprospekt eine feine Symbiose von Gotik, Renaissance und Barock, organisch unter der Hohenzollernherrschaft entstanden.

ftnsbach - Reitbahn mit Restauration zum deutschen ljat.ls.

36. Die Reitbahn wird im Osten durch die mächtige Schloßfassade begrenzt. In markgraflicher Zeit wurden hier die Pferde zugeritten. Wegen ihrer zentralen und doch vom Verkehr abgeschlossenen Lage wird die Reitbahn heute für die Wochenmärkte verwendet. Jeden Mittwoch und Samstag können Obst, Gernüse, Geflügel und vieles andere eingekauft werden. Die augrenzenden Anwesen gehörten einmal dem reichbegüterten Gumbertusstift.

37. Cafés zählten immer zum Bild der Beamten- und Militärstadt Ansbach und spielten eine gewichtige Rolle im gesellschaftlichen Leben. Zu ihnen gehörte auch das 'Deutsche Haus' in der Reitbahn, das längst Vergangenheit geworden ist. Bequem war es mit der Kutsche oder- gar dem Automobil zu erreichen. Das 'Deutsche Haus' mit den feinen Maskenkonsolen hat inzwischen so viele Umbauten erlebt, daß nur ein geübtes Auge alte Bausubstanz erkennt.

}nsbach, Igl. .tand- u. J.mlsgerichls-Gebäude mil Gumberluskirche

38. Der neben dem Schloß und der Orangerie glanzvollste Profanbau der markgräflichen Zeit ist die Hofkanzlei. Sie wurde von Gideon Bacher aus U1m geschaffen und 1594 vollendet. Im Zusammenhang darnit muß auch der Neu- beziehungsweise Umbau der Westfassade von St. Gumbertus gesehen werden. Ursprünglich bestand sie aus nur zwei Türmen, bis Bacher die heutige Dreiturmgruppe schuf (nur der Südturm ist noch gotisch), die zu einem Wahrzeichen Ansbachs wurde.

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