Ansbach in alten Ansichten Band 1

Ansbach in alten Ansichten Band 1

Autor
:   Adolf Lang
Gemeinde
:   Ansbach
Bundesland
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2552-9
Seiten
:   160
Preis
:   EUR 19.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Ansbach in alten Ansichten Band 1'

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69. Der virtuoseste Raum des Ansbacher Schlosses ist das Spiegelkabinett, das 1739/40 unter Leopoldo Retti entstand. Neun Spiegel schaffen eine verwirrende Raumwirkung, steigern und vervielfachen das brillante Schnitzwerk. Die Atmosphäre ho her Kostbarkeit wird durch die vielen Porzellanfiguren forciert. Berliner, vor allem Meißener, aber auch Thüringer und Ansbacher Stücke befinden sich unter ihnen, manche Rarissima außergewöhnlicher Qualität.

70. Der Ansbacher Schloßplatz und das umgebende Gelände waren seit Jahrhunderten ständigen Umgestaltungen unterworfen. So wich die Reithalle vor rund fünfzig Jahren dem Haus der Volksbildung, womit aber die ästhetische Zusammenstimmung des Platzes nicht verbessert wurde. Das Gaswerk wurde inzwischen zu einem Teil abgebrochen. Viele Fragen der Schloßplatzgestaltung, auch im Zusammenhang mit der neugebauten Residenzstraße, harren weiter der Lösung.

71. Mit der Orangerie, dem 'Porneranzenhaus' , besitzt Ansbach eines der größten Gartenschlösser Frankens, das auf Carl Friedrich von Zocha zurückgeht. Französische Vorbilder, wie die Louvre-Fassade von Perrault und der Grand Trianon, haben Pate gestanden. Heute ist die Orangerie nach völliger Restaurierung der repräsentative Konzertsaal Ansbachs und Heimat der Bachwoche. Sogar die Rezat, hier noch knapp an der Orangerie vorbeifließend, mußte deshalb weichen.

72. Der Hofgarten ist die grüne Lunge von Ansbach. Seine Anfänge reichen in das 16. Jahrhundert zurück. Markgraf Georg Friedrich ließ ein 'Lusthaus' bauen. Die heutige Gestaltung des Hofgartens begarm jedoch im 18. Jahrhundert mit dem Bau der Orangerie und der Anlage großer Lindenalleen, die seinen entscheidenden Reiz ausmachen. Ein Teil des alten Baumbestandes ging bei den Bombenangriffen 1945 verloren und wurde durch Neupflanzungen ersetzt.

ßnsbach

Kgi. Orançerie

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73. Die Orangerie erstreckt sich parallel zur großen Lindenallee, mit der sie durch eine geometrische Gartenanlage verbunden ist, dieim Zuge der Umgestaltung gemäß englischen Gartenideals schon einmal aufgelassen war. Nach dem Zweiten Weltkrieg (inzwischen war hier Gemüse angebaut worden) ging man wieder daran, den alten Zusammenhang zu rekonstruieren. Die Nord-Süd-Allee konnte sogar bis zur Bahnhofstraße verlängert werden.

ANSBACH

Kgi. Orangerie

74. Im 18. Jahrhundert mußte die Orangerie zur kalten Jahreszeit die empfindlichen Bäume und Pflanzen aufnehmen. Diese Funktion hat sie lange behalten. Daneben wurde sie für Bälle, Konzerte und Ausstellungen verwendet. Im Sommer war sie ein beliebter Treffpunkt der Ansbacher. Nach den Schäden des Jahres 1945 stand die Existenz der Orangerie zur Diskussion, der Abbruch wurde erwogen. Inzwischen konnte sie jedoch großzügig für Tagungen und Konzerte ausgebaut werden.

75. Der Hofgarten weist einige Denkmäler auf, die an berühmte Ansbacher erinnern. Das bedeutendste davon ist dem Dichter Johann Peter Uz gewidmet. Es wurde 1825 von Carl Alexander von Heideloff geschaffen und zeigt die Porträtbüste Uzens, der ein Ansbacher Kind war und den größten Teil seines Lebens (1720-1796) in Ansbach verbrachte. Die Literaturgeschichte hat ihn als Anakreontiker eingestuft. Seine Ausdruckswelt reicht aber weit über problemlose Fröhlichkeit hinaus.

76. Der Hofgarten mußte im Jahre 1945 nicht nur empfindliche Verluste an den Baumbeständen des 18. Jahrhunderts hinnehmen. Der Krieg brachte, neben den schweren Schaden an der Orangerie, auch die Zerstörung dieses Barockgebäudes am westlichen Hofgarteneingang in der Bischof-Meiser-Straße. Inzwischen wurde das Haus durch einen eingeschossigen Neubau ersetzt, der ein gelungenes Pendant zu seinem (hier nicht sichtbaren) Gegenüber darstellt.

77. Die große, aus zwei Doppelreihen bestehende Lindenallee mit fünfhundertfünfzig Metern Länge ist nach wie vor die Hauptachse des Hofgartens. Durch die Neigung mächtiger Äste nach innen ist ein dornartiger, feierlicher Eindruck entstanden. Die Anlage war vor rund zweihundertfünfzig Jahren auf Geheiß der Markgräfin Christiane Charlotte gepflanzt worden. Die Lindenstämmchen kamen aus den Niederlanden und waren auf dem Wasserwege nach Franken gebracht worden.

78. Eine Stätte düsterer Erinnerung bezeichnet das Kaspar-Hauser-Denkmal irn Hofgarten. Hier war der Findling am 14. Dezember 1833 niedergestoehen worden. Drei Tage später verstarb er und wurde auf dem Ansbacher Friedhof bei Heilig Kreuz beigesetzt. Vielf'ach wurde Kaspar Hauser als der 1812 geborene badische Erbprinz bezeichnet. Letzte Klarheit wurde nie erreicht, obwohl sein Schicksaloffensichtlich mit dem Hause Baden zusammenhängt.

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