Arnsberg in alten Ansichten

Arnsberg in alten Ansichten

Autor
:   Heike Schmidt
Gemeinde
:   Arnsberg
Bundesland
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4944-0
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Arnsberg in alten Ansichten'

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19. Bis ins 19. Jahrhundert wurde die Stadt mit ihren eng beieinander stehenden Fachwerkhäusern immer wieder von verheerenden Bränden heimgesucht. Um weiteren Katastrophen vorzubeugen, erhielten wohlhabende Angehörige der Regierung und des Adels sowie ihnen nachfolgend Freiberufler wie Apotheker und Ärzte die Gelegenheit, nach den Bränden auf 'wüsten Hausstätten' massive, freistehende Bürgerhäuser zu errichten. Infolge dieser Neuentwicklung entstanden am Alten Markt eine Reihe stattlicher Gebäude, so auch 1607 diese spätere Apotheke. Das Fachwerk mit der reichverzierten Balkeninschrift war jahrzehntelang einer Modeerscheinung folgend unter Putz gelegt. Als berühmter Mieter ist der stadtbekannte Historiker und Lehrer am Laurentianum, Féaux de Lacroix, zu nennen(um1920).

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20. Ein auf Fotos gern und häufig verewigtes Motiv stellt die Kulisse rund um den Alten Markt dar. Verändert hat sich bis heute wenig, nur parken anstatt der um 1910 üblichen Landauer und Droschken die nicht mehr wegzudenkenden 'Benzinkutschen' am Maximiliansbrunnen. Die Vorderfront des 1709 wieder aufgebauten Rathauses ziert links eine Nische mit der 'Stadtmadonna' , einer aus dem 15. Jahrhundert stammenden Holzskulptur. Davor liegt der sogenannte 'blaue Stein', auf dem früher die zum Tode Verurteilten angeblich niederknien und ein letztes Gebet sprechen durften. Hinter dem Rathaus befindet sich der 'Archivturm' , der das ehemalige landständische und auch städtische Archivaufnahm. In der Mitte erhebt sich der Glockenturm als weithin sichtbares Wahrzeichen Amsbergs. Rechts lehnt sich die Stadtkapelle an ihn an.

Ar.nsberg.

Altemarktstrasse.

21. Die jetzige Einkaufsstraße Amsbergs am Steinweg stellt sich um 1910 als geruhsamer, nur ab und zu durch Pferdefuhrwerke genutzter Flanierweg vor. Grünbepflanzung sucht man auf diesem Verbindungsstück zwischen Lindenberg und Neumarkt vergeblich. Lediglich einige Sonnenmarkisen lockern mit ihrem südländischen Flair die für heutigen Geschmack eintönige Straße auf. Sehr gut sind auf dieser alten Postkarte die damals typischen Ruhrlesesteine als Randpflasterung zu erkennen. Links im Vordergrund befindet sich das Spielwaren- und Andenkengeschäft Sonntag sowie das Hotel Helmert (heute 'Zum Landsberger Hof), das sich durch seine eigenwillige, zinnenbekrönte Fassade von der Umgebung abhebt.

22. Den mitten auf dem Alten Markt plazierten Brunnen schenkte 1779 Kurfürst Maximilian Friedrich zur Verschönerung des Stadtbildes den Arnsbergern. Vorher stand hier ein schäbiges Bretterhäuschen, aus dem sich die Bürger ihr Wasser beschaffen mußten. Bis 1826 spendete der Brunnen lediglich Ruhrwasser, das durch die überaltete und überlastete 'Wasserkunst' in die Altstadt gepumpt wurde. Oftmals waren die Wasserzapfstellen über Wochen ausgetrocknet. Um der anwachsenden Bevölkerung gerecht zu werden und möglichen Epidemien vorzubeugen, waren neue Wasserleitungen dringend vonnöten, damit die Versorgung mit sauberem Trinkwasser gewährleistet werden konnte. In der Vergangenheit wurde der Brunnen mehrfach umgestaltet. Er präsentiert sich heute in der vermutlich ursprünglichen Gestalt.

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23. An der Ecke zum Lindenberg stoßen der Steinweg und der oberhalb liegende Alte Markt aufeinander. Dies um 1919 entstandene Zeitdokument spiegelt den Eindruck vergangener Einkaufsatmosphäre wider: Kleine Schaufenster und Freitreppen bestimmen das Bild; von regem Geschäftstreiben kann keine Rede sein. Anders an Markttagen! Dann bauten die Bauern der Umgebung hier ihre Stände auf, um ihre Waren anzubieten. Und halb Arnsberg war auf den Beinen, die nötigen Wocheneinkäufe zu erledigen und vielleicht bei einer kleinen Plauderei die 'neuesten Neuigkeiten' zu erfahren. Links im Vordergrund lädt seit ehedem das 'Bürgerhaus' ein. Hinter ihm zweigt die Apostelstraße ab. Einige Bau1ücken, die nach der zeitgenössischen Architektur der Wirtschaftswunderzeit der fünfziger und sechziger Jahre geschlossen wurden, haben das Straßenbild nicht gerade zum Besseren umgestaltet.

24. Dieses Geschenkblatt, geschmückt mit Ornamenten, überreichte die Belegschaft der Buchbinderei Theodor Stein zur Hochzeit. Er war neben Wilhelm der zweite Sohn H.R. Steins, dessen Familie sich in Arnsberg allgemeiner Hochachtung erfreute. Gerade Stein, der sich unter anderem als Verleger des 'Amtlichen Kreisblattes' sowie des 'Central-Volksblattes' betätigte, war einer der führenden Betreiber wirtschaftlicher Innovationen. Das repräsentative Geschäftshaus am Alten Markt ist als Stammsitz der Familie im oberen Teil dargestellt. Nach dem Tod des Vaters führten Theodor und Wilhelm das Steinsche Druckereiund Verlagsunternehmen weiter. Als Th. Stein 1902 verstarb, übernahm sein Vetter Th. Pöpperling die Druckerei. Unter anderem stammen ungezählte Postkartendrucke, die zum Teil auch im vorliegenden Band wieder aufleben, aus diesem traditionsreichen Hause (heute Kaufhaus 'Bußmeyer').

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25. Das Hirschberger Tor - hier eine Ansicht um 1907 mit der Klosterstraße - verdankt seinen Erhalt dem zähen Einsatz des ersten Landrates des Kreises Amsberg Franz-Josef Thüsing. Ursprünglich stammt dieses Baudenkmal aus den Zeiten des Kurfürsten Clemens August. Es wurde für ihn vom Architekten Schlaun 1753 entworfen, die Tiergruppe durch J.C. Manskirch in Stein umgesetzt. Des Kurfürsten Jagdschloß zu Hirschberg zierte das Portal, wo es später dem Verfall preisgegeben war. Durch Thüsings geschickte Intervention konnte die Umsetzung des Hirschberger Tores im Oktober 1826 zum Eingang des Eichholzes erfolgen. Dank freiwilliger Spenden, die die erhebliche Summe für Abbruch, Transport und Wiederaufbau ermöglichten, besitzt Arnsberg ein eindrucksvolles Zeugnis vergangenen Prunks und herrschaftlicher Jagdleidenschaft.

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26. Ungefähr vom Hasenwinkel aus vermittelt Arnsberg um 1910 diesen Eindruck. Das große, hallenartige Gebäude in der Mitte wird in manchem Arnsberger wehmütige Erinnerungen wecken: die alte Schützenhalle. Dahinter späht das Landgericht am Brückenplatz hervor. Von rechts nach links läßt sich sehr anschaulich die Stadtentwicklung verfolgen, die sich treppenartig bis ins Ruhrtal hin vollzieht. Sie nimmt ihren Anfang am hohen, baumbestandenen Schloßberg. Darunter erstreckt sich bis zum Glokkenturm mit Stadtkapelle das Plateau der alten Oberstadt. Ab Glockenturm dehnt sich die spätere Unterstadt aus. Im Ruhrtal beginnt die noch unzusammenhängende, verzweigte Neustadt.

27. Alle Jahre wieder ist das Schützenfest ein gesellschaftlicher Saisonhöhepunkt in Amsberg. Aber nicht immer konnten die Schützen eine Halle für sich allein beanspruchen. Vor langer Zeit wurden die Feste im Rathaussaal abgehalten. Nachdem seitens der Stadt ein Platz ausgewiesen war, errichtete der Verein um 1820 nahe der Johanniskapelle ein Zelt, später ein offenes Gebäude, das sich schnell als zu klein und im Winter als untauglich erwies. Endlich wurde 1896/97 der Bau einer großen Schützenhalle mit kleinerem Seitenflügel beschlossen. Der geringeren Kosten wegen sollte die Halle in Fachwerk ausgeführt werden. Stolz haben sich auf diesem Foto Zimmerleute sowie andere Handwerker, Bauplaner und Stadthonoratioren in Positur gestellt, vermutlich, um sich für das Richtfest ablichten zu lassen.

28. Die mit Blumen, Girlanden und Fahnen liebevoll geschmückte Schützenfesthalle verdeutlicht, in welch gediegener Atmosphäre man im ausklingenden 19. Jahrhundert zu feiern pflegte. Vielleicht wollte man zu 'Kaisers Geburtstag' ein Festmahl ausrichten, denn die Büste Kaiser Wilheims Il. hat auf der Tribüne im Hintergrund einen Ehrenplatz erhalten. Nicht nur die Schützen, sondern auch zahlreiche Bürger und Vereine nahmen die dekorative Fachwerkhalle zu kulturellen und gesellschaftlichen Ereignissen gerne in Anspruch. Bis 1974 konnten die Feste im Zentrum der Stadt - am heutigen Europaplatz abgehalten werden. Kurz darauf wurde die Halle durch einen nächtlichen Brand zerstört, Noch im selben Jahr bezogen die Schützen ihre neue Halle an der Promenade.

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