Arnsberg in alten Ansichten

Arnsberg in alten Ansichten

Autor
:   Heike Schmidt
Gemeinde
:   Arnsberg
Bundesland
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4944-0
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Arnsberg in alten Ansichten'

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29. Obwohl in vergangener Zeit immer wieder fürchterliche Brände ausbrachen, war das Feuerlöschwesen nur unzureichend geregelt. Zwar zeigte sich der Bürgermeister verantwortlich, konnte jedoch auf keine organisierten Kräfte zurückgreifen, sondern mußte sich auf die zufällig eintreffenden Bürger verlassen. Unter ihnen pflegten natürlich eine große Anzahl neugieriger Naturen noch mehr Chaos in die ohnehin schon turbulenten Löscharbeiten zu bringen. So gründete man im August 1879 die erste Freiwillige Feuerwehr mit 101 Mitgliedern. Die Feuerlöschgeräte wurden im Spritzenhaus an der Schloßstraße aufbewahrt. Verbesserte Wasserleitungen, ein Übungs- und Steigerturm am Schützenhof sowie moderne Gerätschaften sicherten eine effektivere Brandbekämpfung. Einsatzfreudige Männer wie Bürgermeister Löcke (der würdige Herr mit dem weißen Vollbart) und Branddirektor Kraemer sorgten für einen guten Ausbildungsstand und eine zeitgemäße Ausrüstung der Wehr.

30. Partie an der Ruhr 1897. An Stelle des ehemaligen Badehauses am Flußufer - errichtet 1811 und lange Jahre betreut von 'Mutter Willeke' - findet sich nun das Parkhotel an der Promenade. Oberhalb liegt die Geihsler'sche Halle, ein früheres Sommerhäuschen der Mönche des benachbarten Klosters Wedinghausen. Später bezog der Eichholzwärter dort oben eine Wohnung. In der offenen Halle trafen sich Arnsbergs Bürger zu Festen und sportlichen Aktivitäten. Nach 1900 ließ die Stadt ein großes Hotel mit Gaststätte auf diesem Plateau erbauen: das Kurhotel. Das neue Ehmsendenkmal (links) - im Volksmund seiner Akustik wegen 'das Flüsterhäuschen' genannt - wurde am 11. Juli 1897 zu Ehren des Forstrates Ehmsen eingeweiht.

31. Die Aufnahme ist bereits vor 1898 entstanden, da sich vom 1899 an der Fußgängerbrücke erbauten Hallenbad noch nichts erahnen läßt, Die vom Klosterberg entstandene Perspektive rückt links die Altstadt ins Blickfeld. Im Zentrum liegen Glockenturm und Stadtkapelle. Ihnen zur Rechten fällt die Giebelfront des Dückerschen Hofes (von 1627) auf. Dem Oberkellner von Dücker diente das Gebäude samt eines Marstalls an der sogenannten 'Reitschule' später als Adelssitz für sein 1652 verlorenes Rittergut Obereimer. Am Fuße des Berges zieht sich die RuhrstraBe entlang. Die abzweigende Klosterbrücke führt zum Brückenplatz. Zaghaft entstehen die ersten Häuser an der Clemens-August-StraBe. Die Peripherie Amsbergs bilden Bahnhof und Werkstätten. Das Anwachsen der Stadt hat die Acker- und Wiesenflächen verschwinden und die nun dominierende Neustadt entstehen lassen.

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32. Diese Karte um 1907 hat eine denkwürdige Attraktion Amsbergs im Bild festgehalten: das ehemalige Hallenbad (am heutigen Féauxweg). Es blieb über Jahrzehnte einmalig für das gesamte Gebiet zwischen Hagen und Kassel. Seit seiner Einweihung 1899 bot es Gelegenheit zu Sport und Erholung. Eine moderne Sauna, die benachbarten Tennisanlagen sowie die Gymnasialbadeanstalt vergrößerten das Freizeitangebot. Auch eine integrierte Wannenbadeabteilung erfreute sich großer Beliebtheit und blühte später zum Zentrum des Kneippbadebetriebes auf. Trotz hoher Besucherfrequenz erfolgte die Stillegung des Bades in den dreißiger Jahren, bedingt durch die bauliche und technische Überalterung. Zwar wurde es in den kommenden Jahrzehnten mit Modernisierungsmaßnahmen 'über Wasser' gehalten, doch kam 1965 das endgültige 'Aus' für die Anlage.

ARNSBERG i. W.

Ostseite

33. Aus diesem Blickwinkelläßt sich leicht demonstrieren, daß Arnsbergs Bewohner um 1910 noch wenig geneigt sind, den 'Sprung über die Ruhr' zu wagen. Lediglich Brückenplatz und Hellefelderstraße nehmen langsam Gestalt an. Dort, wo heute das Sauerland-Theater am Féauxweg zu suchen wäre, liegt am Ruhrufer die frühere Badeanstalt. Am gegenüberliegenden Klosterberg bieten Ehmsendenkmal, Kurhotel und Propsteikirche ein bis in unsere Tage unverändertes Ensemble. Als herausragendes Bauwerk innerhalb des Altstadtteils ist der Landsberger Hof mit Kapellenturm zu nennen, ein neben Limps-, Grünem- und Glockenturm heute noch bestehender alter Stadtturrn. Rechts neben dem SauerlandMuseum erhebt sich der früher als Druckerei eingerichtete 'Groten Turm'.

34. Hellefelder Straße in Richtung Brückenplatz 1896. Nachdem es im 19. Jahrhundert gelang, die Fluten der Ruhr weitgehend zu bändigen, verlegte man die ursprünglich direkt an der Klosterbrücke nach Süden abzweigende Hellefelder Straße weiter nach Osten Richtung Johanniskapelle. Nur zögerlich waren Arnsbergs Bürger bereit, sich an dieser durch Hochwasser gefährdeten Straße anzusiedeln. Mehrere Stege wie die 'Bazillenbrücke' (phantasievolle Namensgebung nach einer benachbarten städtischen Desinfektionsanstalt) und die 'Kamelbrücke' (Name resultierend aus der eigentümlichen Holzkonstruktion), verkürzten und erleichterten den Anliegern ihre Wege, so z.B. zu Schule und Kirche und umgekehrt den Altstädtern zu Schützenhalle oder Johanniskapelle. Nach 1900 entwickelte sich die Hellefelder Straße zu einem der wichtigen Zufahrtswege der sich im Bau befindlichen Gebäude der 'Ruhrwerke' .

35. Eine schöne Aussicht bot sich dem Betrachter an der mächtigen Königseiche auf dem Klosterberg. Selbst Kronprinz Friedrich Wilhelm IV. soll mit dem Ausspruch 'Hier ist ein schönes Fleckchen Erde' den Bliek ins Tal gewürdigt haben. Vermutlich werden sich die Frauen an jenem Ehrentag gehütet haben, das Auge des Prinzen mit ihrer Wäsche zu 'beleidigen'. Deutlich ist an der Bleiche die Ruhreindeichung erkennbar, welche die Bebauung dieses Viertels erst ermöglichte. Am Brückenplatz ragt das Landgericht neben anderen Anwesen heraus. Die Gestaltung des Brückenplatzes trägt die Handschrift Schinkels, der 1835 dessen Erschließung anempfahl und durchsetzte. Die hügelige Umgebung Arnsbergs wird noch nicht von den heute typischen Wäldern überzogen.

Am Neumarkt

AUSSTELLUNG

FOR HANDWERK, GEWERBE : UND LANDWIRTSCHAFT :

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ARNSBERG

36. Von der Klosterstraße aus erhält der Betrachter Einsicht auf den östlichen Teil des Neumarktes. Rechts zweigt - halb verdeckt - die Bömerstraße ab; in der Mitte liegt das Café Gerling. Es wird auf der anderen Seite flankiert durch den Steinweg, an dem das 'Hotel Husemann' (frühere 'König von Preußen' und 'Hotel Linnhof') seine Gäste zum Verweilen einlädt. Vor dieser betriebsamen Atmosphäre mögen die Bedenken des Magistrats zur Realisierung eines Stadterweiterungsplans 1817 befremden, der einen Ausbau des Straßennetzes für überflüssig erachtete, denn das Leben pulsiere rund um den Glockenturm. Und der damalige Oberpräsident von Vincke argwöhnte sogar, der am äußersten Ende der Stadt gelegene neue Markt könne veröden, da sich kein reger Marktverkehr einstellen werde. Die Herren irrten gewaltig ...

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Weinhandlung Telefon 11

Arnsberg i. W.

37. Mit dieser attraktiven Postkarte warb um 1910 das Café und Weinrestaurant Gerling um seine Gäste. Die zentrale Lage am Neumarkt zwischen Steinweg und Bömerstraße (frühere Lange Schule) sowie seine einladende Atmosphäre ließen es zu einem gern besuchten Treffpunkt werden. In späteren Jahren wechselten sowohl Besitzer als auch Name: Von nun an ging man ins Café Fischer. Das Rad der Zeit machte ebensowenig vor diesem ansprechenden Gastronomiebetrieb wie vor der Modernisierung des Gebäudes halt. Umfangreiche Umbaumaßnahmen, so zum Beispiel die Verlegung des Eingangs zum Steinweg, ließen aus dem einstigen Café ein schlichtes Geschäftshaus mit Apotheke und Videothek entstehen.

38. Um 1900 stellt sich der Neumarkt in einer schlicht strukturierten Form mit klassizistischem Bauensemble vor. Der Bliek von Osten fällt rechts auf 'Hotel Husemann', schon mit geschlossener Veranda. Der geschäftstüchtige Gastwirt des ehemaligen 'Gasthofs zum König von Preußen', Linnhof, hatte richtig kalkuliert, als er 1819 dies gediegene Haus am neuen Markt erbaute. Er übernahm die Posthalterei für die Gestellung der Pferde. Später wurde ein reger Kutschenverkehr von und zum Bahnhof eingerichtet. Neben dem Gasthof erhebt sich der 1859/60 entstandene Neubau des Kaiserlichen Postamtes. Gegenüber - an der Königstraße -Jiegt das Haus der Kasino-Gesellschaft und zeitweilige Rathaus. Die nüchterne Ausstrahlung der Auferstehungskirche trägt maßgeblich zur strengen Eleganz des Platzes bei.

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