Arnsberg in alten Ansichten

Arnsberg in alten Ansichten

Autor
:   Heike Schmidt
Gemeinde
:   Arnsberg
Bundesland
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4944-0
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Arnsberg in alten Ansichten'

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39. Mit den Hessen hielt auch die evangelische Konfession Einzug ins Sauerland. Die katholischen Einheimischen pflegten jedoch kaum Kontakte mit der evangelischen Bevölkerung. Als die preußischen Beamten sich hier ansiedelten, wurden die Beziehungen intensiver. Der evangelische Pfarrer Hasenclever drängte energisch auf den Bau einer eigenen Kirche, da die Gottesdienste vorher in der vom befreundeten, katholischen Pfarrer Sauer zur Verfügung gestellten Stadtkapelle abgehalten wurden. Im Mai 1825 konnte die mit beachtenswertem Innenschmuck ausgestattete evangelische Auferstehungskirche eingeweiht werden. Der Leiterder Berliner Oberbaudeputation K.F. Schinkel nahm auch bei dieser Planung entscheidend Einfluß auf die Gestaltung des klassizistischen Baues. 1890/91- als dieses Foto entstand - erweiterte man die zu klein gewordene Kirche nach Westenhin.

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40. Auf dieser Ansicht von Westen in Richtung Bömer- und Klosterstraße kommen die früheren Baumreihen am Neumarkt gut zur Geltung. Sie sollten nicht nur verschönernd, sondern gleichzeitig schattenspendend und temperaturausgleichend wirken. An der Wettersäule im Vordergrund konnten die Arnsberger nämlich seit 1874 'ihr' Wetter ablesen. Die moderne Säule war mit Barometer, Thermometer, großer Wetterfahne und Barograph ausgestattet. Ihr gegenüber zierte das Kriegerdenkmal von 1875 den Platz. Es bestand aus einem hohen mit einem Adler gekrönten Obelisken. Zusammen mit der Brunnen- und Grünanlage vervollständigte sich die Harmonie des Platzes. Zu Beginn des Nationalsozialismus mußte jeglicher Schmuck vom Neumarkt verschwinden, da man den großen Platz für Propagandaaufmärsche zu nutzen wußte (um 19(0).

ARNSBERG

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41. Königstraße um 1910. Bis circa 182011830 entstand das klassizistische Arnsberg, dem gerade Straßenfluchten und schlichte Hausfronten ihr charakteristisches Gepräge verleihen. Zahlreiche Freitreppen, die trotz des anwachsenden Verkehrs nicht aus dem Straßenbild verdrängt wurden, geben dem Karree einen besonderen Reiz. Die Anlage dieses bemerkenswerten Stadtviertels wurde maßgeblich vom Leiter der Oberbaudeputation in Berlin K.F. Schinkel beaufsichtigt und durchgeführt. Sie konnte sich nur durch die großzügige Unterstützung des Königs Friedrich Wilhelm UI. mit Bauhilfsgeldern realisieren lassen. Von der Jägerstraße bis zur Ecke der Prälaturstraße (mit dem hier abgebildeten 'Westfälischen Hof) verlieh man dieser Passage den Namen 'Königstraße' , in dankbarer Erinnerung und als Reverenz gegenüber dem freigiebigen preußischen Herrscher.

42. Auf eindringlichen Wunsch des Propstes und der um die Ausbildung ihrer Töchter besorgten Bürger ließen sich die 'Armen Schulschwestern von Nötre Dame' 1889 in Amsberg nieder, erwarben ein Grundstück an der Königstraße und konnten innerhalb kurzer Zeit eine höhere Mädchenschule mit Internat, einen Kindergarten und eine Nähschule einrichten. Bereits um 1900 vermochte der katholische Orden einige Erweiterungs- und Umbauten vorzunehmen. Als weitere wichtige Aufgabe erachteten die Schulschwestern die Vorbereitung junger Damen auf ihr Lehrerinnenexamen, welches in Paderborn oder Münster abgelegt werden mußte. Anfang dieses Jahrhunderts geriet der Schulbetrieb in eine Krise, nicht zuletzt verursacht durch eine neue staatlich organisierte Lehrerinnenausbildung. Mit dem allgemeinen Ruf nach einer verbesserten Frauenausbildung schmiedete man auch im Kloster neue Pläne: Die Anerkennung der Schule als Lyzeum erfolgte 1912, als Oberlyzeum 1925. Und seit nunmehr 62 Jahren führt das Mariengymnasium seine Schülerinnen zum Abitur.

43. Das Gymnasium Laurentianum - hier ein Foto um 1890 - kann auf eine lange Tradition zurückblieken. Bereits 1643 wird es im Kloster Wedinghausen eingerichtet. Schnell blüht der Schulbetneb auf. Schon 1715 erfolgt die Grundsteinlegung zu einem neuen Schulgebäude (dem heutigen Abendgymnasium). Ab 1782 gilt die Schule als staatliches Gymnasium, was sie bis heute auch unter wechselhaften und schwierigen politischen Verhältnissen geblieben ist. Seit 1855 fallen in Schulberichten die ständigen Klagen über erneute Raumprobleme auf. Endlicht kommt es 1879 zu diesem wenig attraktiven Neubau. Im Laufe der letzten 100 Jahre ist das düstere Gemäuer stark verändert und durch Neubauten ergänzt worden, so daß es sich heute völlig anders präsentiert.

44. Lehrerseminar und 'Präparandie' um 1908. Nachdem Arnsberg durch die preußische Regierung 'grünes Licht' erhalten hatte, konnte das Bauprojekt an der HaarlSauerstraße in Angriff genommen werden. 1904/05 wurden die neuen Räumlichkeiten des Seminars bezogen. Die Stadt mußte den Besuch von 250 Kindern garantieren, mit denen die zukünftigen Lehrer ihre ersten Erfahrungen sammeln konnten. Durch die Einführung eines neuen Ausbildungssystems für Volksschullehrer schloß das Institut 1924. Über Jahrzehnte dienten die Gebäude in vielfältiger Weise der pädagogischen Ausbildung und waren eng mit Arnsbergs Schulbetrieben verknüpft. Jetzt ist die weitere Nutzung des schon arg vom Zahn der Zeit malträtierten Seminar- und Präparandiegebäudes in Frage gestellt.

45. Bis 1906 wurden künftige Lehrerinnen in der höheren Mädchenschule der Armen Schulschwestern auf ihren späteren Beruf vorbereitet. Im Zuge der Neuordnung für Lehrausbildungen wurde die Errichtung eines katholischen Lehrerinnenseminars von der Stadt befürwortet. Das 1909/10 bezogene Gebäude mit Internat lag damals weit außerhalb des Stadtzentrums (heutige Seibertzstraße). Das Institut konnte während seiner kurzen Existenz auf eine beachtliche Anzahl von Seminaristinnen zurückblieken, war doch der Beruf als Lehrerin einer der wenigen von der Gesellschaft akzeptierten, in denen auch Frauen ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen konnten und in den Genuß einer sorgfältigen Ausbildung gelangten. 1925 wurde das Seminar geschlossen. Nach eingehenden Umbaumaßnahmen erstrahlte das ehemalige Seminar 1926 in neuem Glanz: Die Bezirksregierung hatte nach langer Behelfsphase endlich eine Bleibe gefunden.

46. Nach 1926 entfaltet sich vor den Augen des Betrachters diese Ansicht vom Hanstein aus. Die Henzestraße führt geradewegs auf das neue Regierungsgebäude zu. Nach einem Umbau, gekrönt durch den hohen Turm, konnte im ehemaligen Lehrerinnenseminar die Bezirksregierung untergebracht werden. Links unterhalb des Lüsenbergs liegt das Marienhospital. Im Vordergrund führt die hölzerne Marienbrücke die Füßgänger über die Ruhr. An der Clemens-August-Straße (damalige Bahnhofstraße) und der Grafenstraße schließen sich langsam die Baulücken. Mehr oder minder große und kompakte Mehrfamilienhäuser haben sich in diesem Bereich durchgesetzt.

47. Mit der Einweihung des Marienhospitals am 12. Januar 1913 konnte Arnsbergs Bürgern ein hochmoderner Zweckbau übergeben werden, der eine lange Periode mangelhafter Unterbringungen in ungeeigneten Räumlichkeiten ablöste. Kaum vorstellbar, daß der am Nordring gelegene, stark erweiterte und den heutigen Bedürfnissen angepaßte Komplex damals als Krankenhaus 'am Rande der Stadt' bezeichnet werden konnte, da der Lüsenberg noch ein unbebauter Hügel mit vielen Wiesen und Gärten war. Die katholischen Klemensschwestern aus Münster übernahmen den Betrieb und gewährten den Patienten eine sorgfältige Betreuung. Bereits während des Ersten Weltkriegs mußte das hier 1913 abgebildete Hospital als gleichzeitiges Kriegslazarett seine erste große Bewährungsprobe bestehen.

ARNSBERG. Kreis-Elektrizitätswerk

48. Um die Jahrhundertwende gewann die Versorgung mit Strom immer größere Bedeutung. Der zukunftsorientierte Landrat Dröge wollte diese fortschrittliche Errungenschaft auch Arnsberg nicht vorenthalten und Iieß eine Gesamtplanung für die Elektrizitätsversorgung des Kreisgebietes erarbeiten. Im Mai 1910 reifte innerhalb des Kreistages der Entschluß zum Bau eines Kreiselektrizitätswerkes. Das VEW-Verwaltungsgebäude an der Ecke Eichholz/Laurentiusstraße stammt aus den Jahren 1912/13 und wird heute ais Polizeistation genutzt. Die Versorgung mit elektrischer Energie bedeutete für die Stadt einen wichtigen Schritt. Nach und nach wurden die kleineren Elektrizitätswerke des Kreisgebietes von den VEW aufgekauft. 1928 arbeitete die Stadt einen Fusionsvertrag mit den Vereinigten Elektrizitätswerken Westfalens aus, 1929 verkaufte sie den Betrieb an Dortmund.

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