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Auszüge aus dem Buch ''

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59. Ein Bliek vom Sanatorium Schwarzeck auf einen Teil des verschneiten Blankenburgs oder schon Bad Blankenburg? Ein Bild vor oder nach 1911? Auf jeden Fall etwa um diese Zeit. Im Vordergrund die Pappenfabrik, dahinter der damals noch völlig unbebaute Flurteil 'Schlotterfeise' und daran anschließend der Goldberg. An seinem Fuß ganz links das ehemalige Mädchenpensionat der Frau von Wrade, später von 'Silentarium e.V.' als Dauerruheheim genutzt, heute Wohnhaus. Rechts die Villa Dittrich und die Villa Harms. Daneben das Kerngebäude des Sanatoriums 'Am Goldberg und kaum erkermbar die Villa 'Agnes', die später baulich mit dem Sanatorium 'Am Goldberg verbunden wurde. Im Hintergrund der Hausberg und die Flurteile 'Die Metze ' sowie 'Hinter der Stadt' und 'Der Pfarrberg' oberhalb der Esplanade und ' Am Burgwege' noch ohne jede Bebauung.

60. Bereits im Mittelalter befand sich hier ein Vorwerk 'Derer von Watzdorf'. Über viele Jahrhunderte hinweg wurde das einfache Gebäude als Schäferei genutzt und 1731 als Gut der Domäne Watzdorf neu angelegt, nachdem das alte Vorwerk 1726 völlig abgebrannt war. Das Gelände wurde auch 'Das Schwartzburg' genannt, weil die unterhalb gelegenen Weinberge der Herrschaft des Schlosses Schwarzburg gehörten. Nachdem das Gebäude ein leuchtend rotes Ziegeldach erhielten, sprach man im Volksmund vom 'Roten Haus'. 1917 ist die Schäferei von der Familie Werner erworben und zu einer Pension ausgebaut worden, sie wurde 'Haus Tanneck' genannt. Betrieben wurde eine Gaststätte für Einheimische und Wanderfreunde. Im Jahre 1926 verzog die Familie Werner nach Hamburg und Immobilienmakler Voß übernahrn Haus und Grundstück, welches danach von seinem Schwiegersohn Schmalfuß weitergeführt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb die Gaststätte in Betrieb, bis 1953 eine Jugendherberge eingerichtet wurde , die heute noch besteht.

61. An der großen Schwarzaschleife unterhalb des Jagdschlosses Eberstein überspannte in früherer Zeit eine Brücke den Fluß , der Hordensteg. Der Name ist wohl in Zusammenhang mit Horde, mundartlich flir Hürde , also Geländer zu verstehen. Tatsächlich bildete die Brücke eine künstliche Hürde für das im fürstlichen Tiergarten gehaltene Wild. Das weiträumige Wildgatter war an den Grenzen, die durch die Schwarza führten, nur mit Hilfe von Brücken zu sichem. Unter diesen Brücken, die eigentlich mehr Stege waren, hingen mit Ketten befestigte Holzroste , die von Wachen je nach Wasserstand gehoben oder gesenkt werden konnten. Nachdem 1924 der Wald im Schwarzatal größtenteils Staatseigenturn wurde , verpachtete man das Wildgatter. In den Jahren des Zweiten Weltkrieges verfiel das Gatter zunehmend. Mit dem Einzug der Amerikaner im April 1945 begann das Leerschießen. Die danach folgenden Jahre brachten dann den endgültigen Abriß des Gatters. Damit verfiel auch der Hordensteg.

62. Eine Festordnung gibt Auskunft über die Einweihung des neuen Stadtbades in Bad Blankenburg. Eingeleitet wurden die Feierlichkeiten mit einem 'Großen Kornrners' am 17. Juli 1920 im Kurhaus Chrysopras-Löscheshall, Am Sonntag, dem 18. Juli 1920, eröffnete um 11 Uhr Bürgermeister Dr. jur. Moenich die Badeanstalt. Ebenfalls hielt Bauleiter Ingenieur Paatz eine Ansprache. Nachmittags 14 Uhr formierte sich ein Festzug auf dem Marktplatz, der zum 'Großen Eröffnungsschwimmfest' Richtung Bad marschierte. Unter Mitwirkung von Schwimmvereinen aus Rudolstadt, Jena und Leipzig wurden verschiedene Schwimmarten, Kunstspringen, Rettungsschwimrnen und Streckentauchen vorgeführt, Wettschwimmen und ein Wasserhallspiel veranstaltet. Mit Festbällen im Kurhaus Chrysopras und im Rathaussaal klang die Einweihung des neuen Stadrbades aus. Die Bezeichnung 'neues Stadtbad' deutet darauf hin, daß es vorher bereits um die Jahrhundertwende eine Badeaustalt des Naturheilvereins am unteren Ende der Prießnitzstraße unmittelbar an der alten Mühllache gab.

63. Vielen Bad Blankenburgern ist er noch in guter Erinnerung, der 'Ebersteiner Kräuterlikör'. Er wurde in der Fabrik von Raimund Voigt und Nachfahren in der Bahnhofstraße hergestellt. Raimund Voigt produzierte zunächst Elixire , zum Beispiel Hingfong, aber auch Beerenweine. Raimund Voigts Tochter Marie , geboren 1898, heiratete den ein Jahr jüngeren Willy Mackeldey aus Schwarza, der den Betrieb weiterführte. Auf dem geschmackvollen Etikett standen die 'Leistungen', die für Ebersteiner warben. Vorzüge: Zeichnet sich durch Feinheit des Aromas aus; wirkt bei Appetitlosigkeit und allen Magenverstimmungen, Darmträgheit, Blutarmut, Blähungen, Hämorrhoidalkrankheiten, Ohnmachten, Übelkeiten u.s. w. Desgleichen ist derselbe als Stärkungs- und Kraftigungsmittel überhaupt, sowie bei Rekonvaleszenzen bestens zu empfehlen. Ebersteiner vor und nach dem Essen ist der beste Magendoktor. Ebersteiner ist nur aus allerfeinsten Gebirgsheilkriiutern hergestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg baute Mackeldey das Produktionsgebäude hinter seinem Haus, heute am Parkplatz, aus. Bis zu seinem Tod 1956 gab es noch den Ebersteiner. Danach füllte die Watzdorfer Brauerei in diesem Gebäude Limonade und Tafelwasser ab. Zuletzt wurde es als medizinisches Lager der Zivilverteidigung genutzt.

64. Wie wohl jede Stadt hatte auch Blankenburg seine Originale. Es waren nicht, wie oft angenommen, bedauernswerte oder dürnrnliche Menschen, sondern

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