Bad Blankenburg in alten Ansichten Band 2

Bad Blankenburg in alten Ansichten Band 2

Autor
:   Rolf Ose
Gemeinde
:   Bad Blankenburg
Bundesland
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6731-4
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bad Blankenburg in alten Ansichten Band 2'

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29. Gegründet wurde das Geschäft von Hugo Seege in der Oberen Marktstraße 32. Er empfahl alle Arten Uhren, Gold- und Silberwaren, Trauringe, Brillen, Klemmen ete. etc., und seine Werkstatt für Reparaturen. Im Iahre 1908 kaufte er das Haus in der Bahnhofstraße 3. Nach seinem Tod übernahm seine Frau Eisa das Geschäft. Ihr Sohn, Wilhelm Seege, musste dann von 1926 bis 1929 in Iena eine Lehre als Uhrmacher absolvieren. Danach arbeitete er im Geschäft seiner Mutter, 1940 wurde er zur Wehrmacht eingezogen. Nach dem Krieg übernahm er dann das Geschäft und legte 1953 in Weimar seine Meisterprüfung ab. Zeitweise beschäftigte er einen Gesellen und bildete auch Lehrlinge aus. Das Geschäft bestand bis 1983. Auf dem Bild ist das Haus in der BahnhofstraBe mitWilhelm Seege im Iahr 19] 5 zu sehen,

30. Notgeld bedeutete Geldersatz beim Versagen der kapitalistischen Währungspolitik. Im Ersten Weltkrieg wurden in Bad Blankenburg 3 I Scheine, die sogenannte Kriegs-Geld-Serie, zu 10 und 50 Pfennig mit banknotenähnlichem Aussehen herausgegeben. Infolge der Metallknappheit erhielt man damit den Zahlungsverkehr aufrecht. Später, während der eigentlichen Inflation, diente das Notgeld weniger als Zahlungsmittel, sondern mehr der Spekulation. In Deutschland gab es zu dieser Zeit etwa 80 000 verschiedene Notgeldscheine von allen möglichen Herausgebern.Auch der Burgwart Knabe auf dem Greifenstein gab Notgeld heraus.

31. Mit Notgeld wollte auch der Rat der Stadt Bad Blankenburg seine Finanzen aufbessern. Bezeichnend dafür ist die 1921 herausgegebene Serie 'Graf Günters Königswahl' mit Szenenfotos einer Theateraufführung in der Burgruine Greifenstein zu je 50 Pfennig. Ebenfalls 1921 ließ der Stadtrat Notmünzen mit dem Bildnis Friedrich Fröbels in fünf Varianten zu Nominalen 10 und 50 Pfennig prägen, sowie fünfFröbelscheine der Gemeinde Keilhau zu je 50 Pfennig drucken. Die Münzen mit dem Kopfbild Fröbels wurden in der Prägeanstalt C. Balmberger in Nürnberg hergestellt. Die Münzen mit dem Brustbild Fröbels stammten aus der Prägeanstalt Gebrüder Kugel und Fink in Lüdenscheid. Auflagenhöhen sind nicht bekannt, die Eisenmünzen wurden nach Gewicht ausgeliefert.

Elektrizitäts - u.Jndustrie-Werke ALBE.RT WEDELL & SOHN Bad B I ank en b u ro

32. Die Wollspinnerei Strickrodt am Wirbacher Weg wurde im Iahre 1843 auf dem Gelände der ehemaligen Neumühle gegründet. Auch sie verdankte ihre Energiegewinnung der alten Lache. Am März 1899 erhalten B. und E. Strickrodt die Konzessionierung für eine 'Elektrische Anstalt'. Eine elektrische Lichtzenrrale wird im 'Hotel zum Löwen' unter Ingenieur Kienbaum eingerichtet. Im [ahre 1920 ging das Unternehmen an Albert Wedel! und Sohn über. Die Stromversorgung der Stadt von Wedell aus führte zu einigen teils gerichtlichen Streitereien mit der Stadt. Nach dem Bau von Hochspannungs- Überlandleitungen und dem wachsenden Strombedarf verlor das Elektrizitätswerk mehr und mehr an Bedeutung. Trotzdem liefen die Turbine und der Generator noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Zeichnung zeigt den Betrieb freilich-räumlich viel großzügiger als in der Realität. Nach 1945 gehörte der Betrieb zum Volkseigenen Bad Blankenburger Antennenwerk und diente auch als Ausbildungsstätte für Metalllehrberufe und für den Unterrichtstag der Polytechnischen Oberschulen in der Produktion.

33. Zur Einweihung des neuen Stadtbades im jahre 1920 hatte man unter anderen den Leipziger Schwimmclub 'Poseidon' eingeladen. Herr Ratsassistent Fiedler nahm im Rathaus die Anmeldungen der Bad Blankenburger als Quartiereltern für die siebzig Damen und Herren aus der Messestadt entgegen. Als Entschädigung für ein bereitgestelltes Quartier gab es 15 Mark. Der Vorsitzende vom 'Poseidonclub' gab zur Eröffnung des Bades seiner Verwunderung Ausdruck, dass ein so kleiner Ort von nur 4 000 Einwohnern ein derartig schönes Bad bauen ließ und schmetterte den Schwimmergruß 'Gut naß, Hurra!' Bürgermeister Dr. Moenich forderte in 'schónen Worten' besonders die weibliche Jugend auf, dem Schwimmsport zu huldigen. Das Bad sollte zum Schauplatz vieler Sportfeste und Geselligkeiten werden. Das Bild zeigt ein Schwimmfest am 31 Juni 1921.

34. Das 'Hotel zum Goldenen Löweri' am Markt verfügte früher über einen romantischen Biergarten. In den Sommermonaten wurden hier Tanzabende im Freien veranstaltet. Selbst bei Regenwetter konnte man geschützt in den Veranden rings um den Innenhof verweilen. Die große Kastanie links im Bild bot viel Schatten und wurde erst im Iahre 1981 gefällt. Im Garten des Hotels und späteren Erholungsheimes gab es noch bis in die 1970er [ahre Veranstaltungen, vor allem Tanzabende. Im 'Hotel zum Goldenen Löwen' hatte der Apotheker Sattler im November 1893 den hiesigen Zweig des 'Thüringer Waldvereins' gegründet, dessen erster Vorsitzender der Stadtkämmerer Speerschneider wurde. Im Iahre 1928 wird der 'Löwe' auch Gewerkschaftshaus genannt. Nach 1975 wurde der Innenhof leider verbaut und ein romantisches Fleckchen in der Stadt ging verloren.

35. Die Folgen der gegen das Deutsche Reich von den Entente-Mächten verhängten Importrohstoff-Blockade während des Ersten Weltkrieges bekam auch die Firma 'Vollrath und Sohn' zu spüren. Zur Produktion brauchte man Hanfe, Flachse, Haargarne, Balata und vor allem Baumwolle und Naturkautschuk. Synthesekautschuk gab es zu dieser Zeit noch nicht. Das alles stand kaum oder gar nicht mehr zur Verfügung. Die Geschäftsverbindungen zum Ausland waren zum Erliegen gekommen oder unterbrochen. Die Personalsituation war ebenfalls schwierig, die beiden letzten Webmeister hatte man 1916 zum Kriegsdienst eingezogen. Erst 1920 wurden wieder Webmeister eingestellt. Die Weimarer Republik brachte auch den Arbeitern bei 'Vollraths' den verbindlichen Achtstundentag. Aus dem alten Betrieb im Villenviertel wurden bis 192 5 die Schärerei, die Zwirnerei und die Weberei in das neue Werk in der Rudolstädter Straße verlegt. Auch die Verwaltung zog um.

36. Das Bild zeigt die Bad Blankenburger Schützengesellschaft vor dem 'Schiesshaus' anlässlich des 37 5-jährigen Bestehens des Vereins im Iahre 1925. Von links nach rechts sind im Bild zu sehen, erste Reihe sitzend: Hugo Liem, August Zimmermann, Karl Wurmb, Schützenmajor Lehrer Arthur Siegmund, Hotelier Ernst Fischer, Bahnmeister Hugo Bock, Hotelier AdolfEnders und Const Claudi. Stehend in der Reihenfolge von links nach rechts: Kaufmann Robert Eismann, Schlossermeister Hermann Meurer, Kaufmann Kar! Fischer, Frisör Eugen Günther, Tischlermeister Albert Koch, Kaufmann Alfred Schilling. Darüber stehend, von links nach rechts: Kaufmann Armin Rosenberger mit Feder am Hut, Glasermeister Hugo Rößig, Walter Milde, Klempnermeister Paul Müller, Malermeister Hermann Wurmb, darüber von links nach rechts: Kaufmann Hugo Zapfe, Kar! Knoblauch und Schützendiener Möller, in derTür stehend von links nach rechts: Max Kästner, Herr Bender und Herr Gorsehboth; aus dem Fenster schaut OUo Koch.

37. Die Unterbringung der Bad Blankenburger 'Städtischen Bibliothek' hat im Laufe der Iahre mehrfach gewechselt. Lange Zeit war sie in den Räumlichkeiten der ehemaligen 'Städtischen Badeanstalt' im Badewäldchen untergebracht. Leiterin nach dem Zweiten Weltkrieg war Frau Elia Weckener, die später das Friedrich-Fröbel-Museum arn Goldberg leitere. Einige Zeit befand sich die Bibliothek auch im Haus der Organisationen, dem späteren Klubhaus. Um günstigere Arbeits- und Ausleihebedingungen zu schaffen, kaufte die Stadt das Haus von Bernhardt Macheleidt in der Bahnhofstraße 13, der es der Stadt angeboten hatte. Auf dem Bild sind die ehemalige 'Städtische Badeanstalt' - zu dieser Zeit wurde hier auch Bier vom Faß in Flaschen abgefüllt - und die spätere Lesehalle zu sehen.

38. Am Dittersdorfer Weg standen früher mächtige Lindenbäume. Sie sollen jahrhundertealt gewesen sein. Das Kernholz über dem Stock fehlte den meisten. In riesigen Hohlräumen fanden bis zu fünf erwachsene Personen Platz. Einige Hohlräume hatte man mit Zement ausgegossen, um die Bruchgefahr zu vermindern, wie den Baum neben dem 'Milchhäuschen' . In dem kleinen Holzhaus konnte man Milch- und Eisspezialitäten, Fûrst-Pûckler-Eis, Schokoladen und Pralinen verkosten. Die stärkste Linde stand von der Chrysoprasbrücke her links an der Einmündung zum Dittersdorfer Weg. Es wurde erzählt, dass dieser Baum schon während des Dreißigjährigen Krieges hohl gewesen sein soll und der Kirchendiener Heinrich Meurer auf der Flucht vor den Schweden ins Schwarzatal in diesem Baum wenvolle Gegenstände aus der Kirche versteekt haben soll. In den 1960er Iahren brach diese Linde aus Altersschwäche um.

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