Bad Blankenburg in alten Ansichten Band 2

Bad Blankenburg in alten Ansichten Band 2

Autor
:   Rolf Ose
Gemeinde
:   Bad Blankenburg
Bundesland
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6731-4
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bad Blankenburg in alten Ansichten Band 2'

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39. Im Iahre 1897 wurde in Blankenburg die 'Freiwillige Sanitätskolonne' auf Anregung von Dr. med. Karl Franke gegründet. Karl Franke wurde am 27. August 1865 in Gera geboren. Nach einer Tätigkeit in Schwarzburg kam er 1893 nach Blankenburg. Seine Praxis hatte er in der Neuen Straße 7, der späteren Bähringstraße neben dem heutigen Ärztehaus. Dr. Franke war ein außerordentlich beliebter Arzt, den man auch auf den Dörfern gut kannte. Er hatte eines der ersten Motorräder in der Stadt, das der Berthold Albrecht alias 'Dr. Porz' pflegte und damit die berühmte 'unfreiwillige Motorradfahrt' durch das Schwarzatal veranstaltete. Auch mit eigenen finanziellen Mitteln trug Dr. Franke zum Bau des Hauses in der Hindenburgstraße (später die FriedrichEbert-Straße / Ecke Obere Mauergasse 16, bei. Am 1. April 1929 ernannte ihn der Stadtrat zum Ehrenbürger von Bad Blankenburg, noch am gleichen Tag verstarb er. Im zu Ehren wurde das Gebäude 'KarlFranke-Haus' genannt.

40. Mit dem Vertreter Convent derTurnerschaften auf den Deutschen Hochschulen kam Leben in das eher beschauliche Bad Blankenburg und Geld in die Kassen der Vermieter und Gastwirte. Der Vertreter Convent gastierte erstmalig 1902 in der Stadt. Später gab es nach den sportlichen Wettkämpfen einen Festumzug durch die Stadt und auf dem Marktplatz ein großes Gelage. Der Vertreter Convent war eine sogenannte 'Schlagende Verbindung'. Man brachte sich in einem Fechtwettkarnpf, der 'Besummungsrnensur' den Schmiß im Gesicht bei. Die Studentenbûnde gingen 1935 alle in den Nationalsozialistischen Studentenbund auf. Im Iahre 1937 wurde der 'Schmiß' vom Reichssportführer von Tschammer und Osten, der auch einmal in der Bad Blankenburger Stadthalle sprach, verboten. Die Studenten verübten manchmal recht derbe Streiche und auch in den Quartieren gab es nicht immer nur feines Benehmen.

41. Die Weltwirtschaftskrise ab ] 929 wirkte sich bei 'Vollrath & Sohn' zunächst nicht aus. Der in die Familie eingeheiratete ehemalige Offizier der Kaiserlichen Marine, Schleicher, betrieb die Übernahme der in Konkurs gegangenen Neuruppiner Firma Ebe!. Deren 'Endlosgewebte Hochleistungsriemen' wurden jetzt in Bad Blankenburg hergestellt. Auch einige Arbeiter kamen mit aus Neuruppin. Die Firma F.e. Danzfuß in Schöningen bei Braunschweig ging ebenfalls in Konkurs. Hier wurden 'Dichtdurchunddurchgewebte Fördergurte' hergestellt. Auch diese Produktion holte Schleicher nach Bad Blankenburg einschließlich des Patents für die Herstellungstechnologie.Aber die Aufträge gingen dann doch zurück. So entschloss man sich Anfang der 193 Oer jahre zur Herstellung von Spiralsaugschläuchen. Im [ahre I 93] erfasste die Krise auch 'Vollrath & Sohn', die Belegschaft sank von 300 auf I 26 Arbeiter, der Export brach zusammen.

42. Die Grundsteinlegung für das Fröbeldenkmal in der Schwarzburger Straße erfolgte am 21. April 1882. Schon all 4. August dieses [ahres konnte es eingeweiht werden. Das Denkmal entstand auf Initiative des Blankenburger Fröbelvereins. Tatkräftiger Förderer war der Rentarntmann [ohann Kiesewetter. der als Pensionär in Blankenburg wohnte.

43. Das Bild zeigt den Ausmarsch von einem Sportfest auf dem damaligen Turnplatz auf dem Oelberg im Zeigerheimer Weg in Höhe des Abzweigs des Burgweges. Der Zeigerheimer Weg harte früher ein anderes SteigungsprofJl als heute. Vor dem ehemaligen Gashaus war ein kurzer steiler Abschnitt. Auch der folgende Hohlweg hatte nicht so einen tiefen Einschnitt wie heute. Die linke Seite des Zeigerheimer Weges war noch völlig unbebaut. Im Iahre 1919 fasste der Stadtrat einen Beschluss zumAusbau des ZeigerheimerWeges. In dessen Folge entstanden die großen Stützmauern vor den bereits bestehenden Häusern von Oskar Lippmann, Paul Krämer, Oscar und Rudolf Ose und Paul Müller auf der rechten Seite. Der Weg lag jetzt tiefer. Die Pflasterung erfolgte erst nach dem Zweiten Weltkrieg.

44. Idyllische Flecken gab es im alten Bad Blankenburg zu Hauf. So auch an der Mündung der Rinne in die Schwarza. Bis zur Errichtung der Stadtballe 1931 war die Rinne noch unverbaut. Von der PrieBnitzstraBe her geht der Blick zum Hausberg mit dem Greifenstein. links in der Schwarza ist eine Buhne zum Schutz vor Hochwasser und Eisfahrten zu sehen. Solche Buhnen gab es längs des Flusses bis hinter das Hotel 'Waidmannsheil' . Sie müssen schon im 19. Jahrhundert erbaut worden sein. Die Wiesen an der Schwarza wurden noch zurWäschebleiche genutzt, obwohl man dies 1897 nnterhalb der Schwarzabrücke schon einmal verboten hatte. Die rechte Seite der Scheunengasse ist noch von Bäumen verdeckt, zeitweise nannte man diese Gasse auch Scheunenplan. Der Bewuchs unterhalb des Greifensteins ist relativ licht und der Hausberg schon bebaut.

45. Originelle 'Kaufrnannsläden' gab es früher in Bad Blankenburg viele. Ein ganz besonderer war der vonAlban Kühn am Markt 13. Vor allem für die Kinder war der Laden ein Paradies. Es gab dort eine große Kiste, wo man für einen (1) Pfennig etwas kaufen konnte. Auch sonst gab es beim 'Kûhns Albari' alles Mögliche. Vom Brathering bis zu Gummistiefeln, Ketten zum Anbinden von Ziegen, Hüte, Mützen, Schreibsachen, Schürzen, Reiseandenken, Handschuhe, Bonbons, das Angebot schien unerschöpflich. Alban hatte zwei Brüder, aus der ersten Ehe ging eine Tochter hervor, seine erste Frau starb und ebenfalls noch sehr jung die Tochter. Seine zweite Frau Frieda war ein richtiges Blankenburger Original. Alban hatte von Geburt an ein Feuermal im Gesicht und meist ein karriertes Jacket an. Nach seinem Tod war das Haus eine Erbgemeinschaft mit 40 (i) Teilen.

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46. Dem Hofrat Max Richter wurde von der Bad Blankenburger Polizeiverwaltung arn 24. Juli 1929 mltgeteilt, dass er das Befahren der Georgstraße mit Kraftfahrzeugen zu unterlassen und nur noch die Mathildenstraße dafür zu benutzen habe. Die große Belästigung der Kurgäste und die Beschwerden fielen dann weg. Der Liebe Max Richters zu Bad Blankenburg tat das keinen Abbruch. Die liebliche Parklandschaft der Stadt und ihre reizvolle Umgebung animierten ihn zum abgebildeten Gedicht mit Vertonung. Im Iahre 1932 erschien davon eine Postkarte.

47. Der Blick reicht über das Sportgelände des Vertreter Convents der Turnerschaften auf den Deutschen Hochschulen bis zum Kesselberg, den Hausberg mit dem Greifenstein und zu den Gölitzwänden bis zum Steiger. Im [ahre 1932, anlässlich des 60. [ubiläums der Gründung des Vertreter Convents wurde das Sportlerheim eingeweiht. Den Entwurf für das Haus hatte der Architekt Thiele aus Hannover angefertigt, geprägt vom damals populären Bauhausstil. Die Vorderseite bekam eine Tribüne, im Gebäude gab es Umkleide- und Duschmöglichkeiten, Wohnungen und Aufenthaltsräume. Gut zu erkennen ist der Zugangsweg vom Wirbacher Weg her und die alte Einmündung des Dittersdorfer Weges ebenfalls in den Wirbacher Weg. Die Felder bis zurn Steinhof vermitteln einen Eindruck von Großräumigkeit, wie er später nicht mehr anzutreffen war.

48. Das Bild zeigt den Bad Blankenburger Stadtrat Anfang 1933 vor der Stadthalle. Von links nach rechts sind zu sehen:

Kaufmann alto Kretzschmar, Bauunternehmer Kar] Machéleidt. Malermeister Kar] Unglauben, Tischlermeister Hugo Ose, Kassenbote Paul Müller, Schlossermeister Hermann Meurer, Hotelbesitzer von 'Waidrnannsheil' Johannes Wetzel, Gewerbeoberlehrer Arno Wittenbecher, Geschäftsführer Richard Steyer, Bürgermeister (von 1930 bis 1935) Dr. Richard Dietel. Hofkondnor und Kurkommissar Max Greiner, Rendant Hermann Koberstedt, Besitzer des Sanatoriums 'Schwarzeck' Paul Wiedeburg und Stadtbauleiter Hans Übelhör, Die Aufnahme wurde kurz vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten gemacht, später wurden die Stadträte von diesen ernannt.

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