Bad Breisig in alten Ansichten

Bad Breisig in alten Ansichten

Autor
:   Heino Möhring
Gemeinde
:   Bad Breisig
Bundesland
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3389-0
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bad Breisig in alten Ansichten'

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9. Im Jahre 1909 unternahm das Luftschiff 'Zeppelin 2' einen Flug von Friedrichshafen am Bodensee das Rheintal hinab in Richtung Köln. Aufkommendes Unwetter auf Höhe der Erpeler Ley gegenüber von Remagen veranlaßte die Umkehr des Zeppelins, der hier über dem Rheinufer von Niederbreisig dahinschwebt. Die Anlegebrücke der Köln- Düsseldorfer Schiffe war noch nicht vorhanden. Im rechten Vordergrund sieht man die vordere Außenmauer des zum Kalkbrennen benutzten Ofens.

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10. Ein Teil der Faehwerkhäuser am Rheinufer ist hier aus nächster Nähe zu sehen. Das Haus in der Mitte mit Erker gehörte früher der Familie Riek und wurde 1708 erbaut. Das Gebäude links daneben stammt aus dem Jahre 1783 und ist heute der' Alte Zollhof' . Der damals noch nicht vorhandene Steintisch von 1790 hatte seinen ursprünglichen Standort als Zollzahltiseh am Kölner Tor, dem nördlichen Ortsausgang von Breisig. Das Haus am äußersten linken Bildrand ist neben dem Zollhaus eines der ältesten hier. Sein Giebel trägt die Jahreszahl 1682. Fälschlieherweise hat man auf dieser Ansichtskarte die Rheinuferstraße als Hauptstraße bezeichnet.

11. Dieser Bildausschnitt läßt den Bliek an derselben Häuserfront entlang nach Nordwesten zum alten Zollhaus hin wandern. Neben der schon vorhandenen Straßenbeleuchtung kann man deutlich erkennen, daß das Posieren vor einer Kamera für Anwohner und Passanten noch nichts Alltägliches war. Ähnlich wie auf den letzten beiden Fotos muß der Engländer Salmon die Uferpartie Breisigs mit den Häusern als Hintergrund gesehen haben, als er auf einer Reise hier vorbeikam und dieses Motiv für eine Zeichnung wählte, die 1838 von Shury a. Son in Stahl gestoehen wurde.

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12. Es ist den Verdiensten des damaligen Verschönerungsvereins zuzuschreiben, daß schon am 12. Juni 1910 die bis heute erhaltene Anlegebrücke der Köln-Düsseldorfer Schiffahrt eingerichtet werden konnte. Wie hier, 1910 oder 1911, gehören seitdem die Schiffe der 'Weißen Flotte' zum sommerlichen Bild des Breisiger Rheinufers. In alten Zeiten überwiegte während der 'Saison' noch das dörfliche Leben. Anstelle von Kurgästen und Touristen sieht man spielende Kinder am Ufer. Ganz links liegt die Terrasse des Hotels Bender, damals noch nicht mit einem Überbau versehen.

13. Mit der Zunahme des Fremdenverkehrs ab Mitte der zwanziger Jahre vergrößerte sich nicht nur die Zahl der Hotels und Gasthäuser. Alteingesessene Betriebe mußten ihre Kapazität erweitern, wie auch das Hotel Bender in der Bildmitte links neben dem 'Rheinischen Hof. Dahinter ragt der schöne Giebel des alten Patrizierhauses Klee hervor. Am Ufer sind schon einige Automobile abgestellt, gegen die das talwärts fahrende Segelschiff recht nostalgisch wirkt. Während zu dieser Zeit die Dampfschiffahrt längst den Verkehr auf dem Rhein bestimmte, waren Boote dieses Typs jahrhundertelang auf die Flußströmung und den Wind angewiesen. Bergauf wurden sie von Pferden oder gar von Menschenhand den Leinpfad entlang getreidelt. Auch Breisig war einmal Treidelstation, wo die Pferde gewechselt wurden.

14. Die weiträumig zwischen Koblenzer Straße und Rheinufer angelegten Parks mit ihren Villen boten sich für den Kurbetrieb geradezu an. Die ehemalige Villa des dänischen Consuls Oehme konnte 1926 mit Park von der Kurbad Niederbreisig GmbH erworben und umgebaut werden. Der Park bot genügend Platz für eine weiträumige Rheinterrasse. Die Promenade am Ufer wurde bis hierher verlängert und ausgebaut. Links im Hintergrund liegt die Villa Alberti, deren Parkfläche hier allerdings noch von der des Kurhauses durch die bis zum Ufer hinlaufende Lohkump getrennt wurde.

15. Daß Park und Haus Oehme auch für lokale Festivitäten genutzt werden konnten, bestätigt diese Aufnahme von 1927. Der Männergesangsverein Liedertafel feierte hier sein 43jähriges Stiftungsfest und kann heute auf eine über hundertjährige Geschichte zurückblieken. Der Umbau der Villa zum Kurmittelhaus war in jenem Jahr noch nicht erfolgt. Anstelle eines verglasten Vorbaus an der Nordseite befand sich ein holzverkleideter Balkon.

16. Obwohl die Verschrnutzung des Rheins in letzter Zeit abgenommen hat, kann man sich heute kaum vorstellen, ein Bad in seinen Fluten zu nehmen. Das sah um die Jahrhundertwende und die Zeit davor noch ganz anders aus, als die Rheinwiesen und das Ufer die Möglichkeiten zu einem gern genutzten Badevergnügen boten. 1846 wurde die erste Genehmigung zur Errichtung eines Badehauses unterhalb von Niederbreisig erteilt, allerdings mit der Auflage, den Schiffsverkehr, denn die Schiffe wurden noch an Leinen bergauf gezogen, nicht zu behindern. Albert Mertes, Ehrenbürger des Ortes, erlaubte man 1910 eine Badeanstalt einzurichten, und im Jahre 1928 gab es sogar ein Strandbad unterhalb der Rheinallee. Diese 1912 entstandene Aufnahme zeigt einige Breisiger im 'Sonntagsstaat' vor zwei Badehäusern am Ufer.

17. In der Bildmitte hinter der Ufermauer ist die ehemalige Villa der Familie Traine zu sehen. Sie wurde mit dem Park, der früher 'Auf dem Planken' hieß, im Jahre 1933 von den Franziskanerinnen, die schon seit 1867 im 'Klösterchen' an der Koblenzer Straße wirkten, übernommen und hieß seitdem St.-Josefshaus. Nachdem sie sich in der ersten Zeit auch hier hauptsächlich um das Wohl der Armen und Kranken bernüht hatten, widmeten sich die Schwestern später ausschließlich der Pflege alter Menschen und der Betreuung von Kindern. Das Pflaster der Rheinpromenade weist hier deutliche Hochwasserschäden auf. Die Bänke am Aufgang zum Kurpark, wo die ehemalige Schulwiese lag, sind vorsorglich abmontiert worden.

18. Die Villa Alberti, hier von der Rheinseite aus zu sehen, wurde in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts von dem Kölner Hutfabrikanten Albert Mertes gebaut. Er hatte sich von einern Bonner Metereologen die klimatischen Verhältnisse Niederbreisigs errechnen lassen und wählte daraufhin diesen Ort am Ufer für sein Landhaus als Erholungsdomizil. Das Haus existiert heute nicht mehr. An seiner Stelle wurde 1974 das neue Kurhaus errichtet und mit dem dazugehörigen Park wurde die Fläche des heutigen Kurparks um ein großes Stück erweitert.

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