Bad Breisig in alten Ansichten

Bad Breisig in alten Ansichten

Autor
:   Heino Möhring
Gemeinde
:   Bad Breisig
Bundesland
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3389-0
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bad Breisig in alten Ansichten'

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19. Auch die Villa Hermine wurde von Albert Mertes erbaut. Sie war benannt nach der Frau des Fabrikanten und lag an der Koblenzer Straße, in der oberen Hälfte des Mertes Parks, der über einen vielfältigen Baumbestand verfügte.

20. Erbauer der Villa Luzia war der Aachener Fabrikant Hugo Knops. Das 1909 auf dem ehemaligen Steinhauergelände erstandene Haus verfügte einst sowohl über einen wertvollen Park mit Gärtnerei als auch über Pferdestallungen und angeschlossenen Wohnungen für Gärtner und Kutscher. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente die Villa als Kurhaus und Verkehrsamt und gehört seit 1973 der Stadt Bad Breisig.

21. Ein großes Übel aller am Rhein und seinen Nebenflüssen gelegenen Ortschaften ist das alljährliche Hochwasser, bedingt durch starke Regenfälle oder Schneeschmelze. Besonders hoch stieg die Flut in der Silvesternacht 1925/26. Die Häuser am Ufer waren bis zum ersten Stockwerk überschwemmt, und von den Bäumen an der Promenade ragten nur noch die Wipfel aus dem Wasser hervor, an denen das Fährboot von seinem Besitzer festgemacht wurde.

22. Auch in anderen Jahren stieg die Flut zu einer beträchtlichen Höhe an, auf die sich die Rheinanlieger einstellen mußten. Sie bezogen Notquartiere oder wiehen in die oberen Etagen ihrer Häuser aus, wo sie dann nur noch mit Booten und über Leitern erreicht werden konnten.

23. Obwohl die Villen und Parks an der südlichen Rheinpromenade vorsorglich schon höher angelegt und durch Ufermauem geschützt waren, blieben auch sie bei besonders hoch ansteigendem Pegel des Rheins von den Fluten nicht verschont, wie diese Aufnahme von 1920 zeigt. Links liegt die Villa Alberti, rechts davon das Haus Oehme und weiter hinten die Villa Traine.

24. Natürlich drang das Wasser auch jedesmal in die Gassen und Straßen, die zum Rhein führen, vor. Die Anwohner der Biergasse konnten 1920 nur über schnell errichtete Stege ihre Häuser trockenen Fusses verlassen.

25. Das hohe Wasser von 1925/26 überschwemmte nicht nur Häuser, Parks und Straßen am Ufer. Die Koblenzer Straße wurde damals auch in Mitleidenschaft gezogen. Doch dabei blieb es nicht. Der zum Rhein hin fließende Frankenbach stieg dennaßen an, daß sogar Kellerräume bis hin zur Backesgasse unter Wasser standen.

26. Bei demselben Hochwasser war sogar das Erreichen der evangelischen Kirche nicht auf herkömmlichen Weg möglich. Die Kirche stammt aus dem Jahre 1902, nachdem das Gelände für ihren Bau von den Witwen Luise Traine und Auguste Wente zur Verfügung gestellt worden war. Mitbedingt durch den Bau der Eisenbahnlinie in der Mitte des vorigen Jahrhunderts und den daraus resultierenden wirtschaftlichen Aufschwung Niederbreisigs, hatte die Zahl der Protestanten hier ständig zugenornmen, sodaß der Bau eines eigenen Gotteshauses nötig wurde. Davor benutzte man die Schloßkapelle der Burg Rheineck. Schräg gegenüber der Kirche am südlichen Ortsausgang liegt heute noch der Bahnhof, dessen ungünstige Lage dem Staatsminister von Bethmann-Hollweg zuzuschreiben ist. Für ihn, als Bewohner der Burg Rheineck, mußte der Zug am Fuß des Rheinecker Berges halten. Niederbreisig ist seit 1859 Eisenbahnstation.

27. Breisig um die Jahrhundertwende, das war ein kleiner Ort mit circa 1 450 Einwohnern, deren wirtschaftliche Existenz um diese Zeit schon nicht mehr aus Fischerei, Viehzucht oder Acker- und Weinbau bestand. Als sich dann auch noch die wenigen kleinen Industrieansiedlungen als unrentabel erwiesen und unter der Bevölkerung die Landflucht einsetzte, kam man um 1900 auf den Gedanken, Niederbreisig zum Luftkurort umzugestalten. Das winterliche Foto mit seinem dörflichidyllischen Charakter zeigt einen Teil der Zehnerstraße mit Blickrichtung auf die Kirche zur Koblenzer Straße. Der schöne Fachwerkbau vorne rechts ist das ehemalige Haus Kurp von 1604.

28. Aus entgegengesetzter Richtung von der Koblenzer Straße her ist hier die katholische Kirche um 1895 zu sehen. Der in den Jahren 1718-1725 errichtete Bau, der an der Stelle der früheren St.-Nicolaus-Kapelle entstanden ist, wird dem Trierer Hofbaumeister JohannHonorius Ravensteyn zugeschrieben. Die Erhebung zur Pfarrkirche erfolgte 1786. Stilistisch spricht man von einem fünfachsigen Saalbau mit barocken, gotisierenden Formen, dem auf nordwestlicher Seite ein fünfstöckigerTurm, dem Wahrzeichen der Stadt, mit geschweifter doppelter Barockhaube und achteckiger Laterne vorgesetzt ist. Das alte Pfarrhaus am linken Bildrand wurde inzwischen längst abgerissen.

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