Bad Breisig in alten Ansichten

Bad Breisig in alten Ansichten

Autor
:   Heino Möhring
Gemeinde
:   Bad Breisig
Bundesland
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3389-0
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bad Breisig in alten Ansichten'

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29. Um 1900 bildeten die Koblenzer und die Zehnerstraße noch keine gerade Achse durch den Ort. Die Häuser im Hintergrund lassen den leichten Straßenknick gut erkennen. Die Telegrafendrähte verliefen noch oberirdisch. Das schmiedeeiserne Portal im rechten Vordergrund war der Eingang zum Park der Villa Traine. Demgegenüber begarm die Grabenstraße. Ihr Verlauf entsprach dem des Wassergrabens, der einmal Niederbreisig umzog. An der Ecke stand das Haus Schubach, hier Koblenzer Straße NT. 8, von 1555.

30. Im Inneren der Pfarrkirche ist die barocke Ausstattung aus der Zeit um 1730 noch vollständig erhalten. Der dreiteilig aufgebaute, sich nach oben verjüngende Hauptaltar stellt über dem Tabernakel die Auffahrt Marias, der Pfarrpatronin der Gemeinde, in den Himmel dar. Zur Raumgewinnung wurde später die Stellung der beiden Seitenaltäre und der Kommunionbank verändert. Kanzel, Beichtstühle und Empore unterstreichen die einheitliche barocke Einrichtung, die in den Jahren 1924/25 von Hellwegen renoviert wurde. Die an den Seitenwänden auf Sockeln stehenden Figuren sind außer der des heiligen Sebastians gegenüber der Kanzel dem Barock nachempfundene Arbeiten aus den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts. Die alte, einst in Cochem gekaufte Orgel, wurde 1957 durch die Barockorgel aus der evangelischen Kirche in Aurich ersetzt. Die hier auf dem Bild noch erhaltene farbige Fensterverglasung fielleider Kriegseinwirkungen zum Opfer.

31. Anno 1908 bot sich dem Betrachter, wenn er vor dem Kirchenportal stand, dieser Eindruck dörflichen Lebens in der Zehnerstraße. Da es noch so gut wie keinen Autoverkehr gab, konnte man gefahrlos auf der Straße spazierengehen oder wie diese Kinder vor dem GasthofNiederée spielen, Auch die Pferde wurden vor der Schmiede, im Hintergrund der rechten Häuserfront, beschlagen.

32. Einige Jahre später hatten Ausflugs- und Fremdenverkehr derartig zugenommen, daß Niederbreisig neben Königswinter zu einer der beliebtesten Anlegestationen für Rheinschiffe geworden war. Daß sich Geschäftsleute und Gastronomen schnell darauf einstellten, zeigt der Zusatz, den das Gasthaus 'Zum Schwanen', hier noch an der Ecke ZehnerstraßelBiergasse, unter seinem Namen führte. Die Fahne am Fenster des Dachgeschosses dürfte noch in den preußischen Farben gehalten sein. Alle Häuser auf dieser Seite der Straße sind in den Jahren 1953/1954 abgerissen worden, damit die 'Hauptstraße', die heutige Bundesstraße 9, den ständig gestiegenen Anforderungen des Verkehrs entsprechend ausgebaut werden konnte.

33. Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs 1918 rückten auch in Niederbreisig, wie schon öfter in der langen Geschichte des Ortes, fremde Besatzungstruppen ein. Diesmal waren es Amerikaner, die mit 300 Mann und 40 Pferden, einem Teil der sogenannten Regenbogen-Division, untergebracht werden mußten. Während die Stabsoffiziere die Villen am Rhein bezogen, das Hauptquartier hatte man in den Villen Hermine und Luzia eingerichtet, quartierten die Mannschaften in Hotelsälen und anderen requirierten Unterkünften. Allein im Hotel 'Zum weißen Roß' waren 125 Mann untergebracht, denn hier bot sich auch die Möglichkeit Pferde einzustellen.

34. An der Ecke ZehnerstraßelBachstraße stand früher das Gefängnis und Spritzenhaus, hier rechts im Bild. Davor, am Kreuzungspunkt mehrerer Straßen vor der Kirche, lag der Marktplatz oder auch GemeindekeIler genannt. Im Laufe seiner langen Geschichte erlebte er unter anderem am 16. September 1804 den Empfang Napoleons und am 8. August 1845 die Durchreise König Friedrich Wilheims N., die beide hier mit einem Pokal Elzenberger Weins begrüßt wurden. Die auf diesem Bild kurz vor der lahrhundertwende angetretene harmlose Parade dürfte eine der ersten Abordnungen der zur Kamevalsgesellschaft von 1892 gehörenden Stadtsoldaten sein. Die auch heute überall im rheinischen Karneval anzutreffenden Garden dieser Art waren als Parodie auf das preußische Militär gedacht.

35. Auf dem Platz vor der Kirche laufen Koblenzer und Zehnerstraße, Biergasse und Bachstraße zusammen. Letztere hat ihren Namen nach dem hier bis zu seiner Kanalisierung offen fließenden Frankenbach erhalten. Vor jedem anliegenden Haus gab es Stege und Brükken, die die Anwohner zur Überquerung des Bachs benutzen mußten. Sein Verlauf ging Bufhell und Bachstraße entlang, an der Kirche und dem alten Pfarrhaus vorbei, wo er die Koblenzerstraße kreuzte. Vor seiner Mündung in den Rhein wurde sein Wasser früher zum Betrieb einer Mühle genutzt, an die das heutige Hotel 'Zur Mühle' noch erinnert.

36. Vom Ortsmittelpunkt vor der Kirche aus geht hier der Blick nach Süden die Koblenzer Straße hinauf. Auch diese Häuser auf der linken Straßenseite, aufgenommen um 1928, mit dem Schreibwaren- und Souvenirgeschäft Brug, mußten bei der späteren Straßenerweiterung abgerissen werden.

Niederbreisig a. Rhein

37. Diese Ansichtskarte von 1916 zeigt den südlichen Abschnitt der Koblenzer Straße. Inmitten der rechten Häuserfront erkennt man das seit 1867 von Franziskanerinnen unterhaltene Kloster mit seiner kleinen Kapelle. Sie gehörten zu der noch jungen Genossenschaft von Schwestern aus Waldbreitbach, die anläßlich einer Poekenepidemie von den Bürgern des Ortes gebeten wurden, die hier am Rhein betroffenen Kranken zu pflegen. Gegenüber der Kleinen Kapelle lagen die Eingänge zu den Gärten und Parks der Villenbewohner. Auf dem Berg im Hintergrund erhebt sich die Burg Rheineck, deren Geschichte mit der des Breisiger Ländchens eng verwoben ist. Die Postkarte selbst ist im Verlag J ohann Brug jun. erschienen, dessen Nachfahren heute noch ein Zeitungs- und Schreibwarengeschäft neben der Kirche betreiben.

38. Dieses bis in die heutigen achtziger Jahre als Rathaus genutzte Gebäude wurde im Jahre 1874 nach zweijähriger Bauzeit bezogen. Nachdem man 1872 dem damaligen Bürgermeister die Wohnung nebst angeschlossenem Bügermeisterei-Bureau in der Kirchstraße 165 gekündigt hatte, war der Bau eines eigens zu diesem Zweck geschaffenen Hauses' Auf dem Planken' neben der alten Schule notwendig geworden. Es wurde 1905 erweitert, ist aber platzmäßig den heutigen Anforderungen längst nicht mehr gewachsen.

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