Bad Breisig in alten Ansichten

Bad Breisig in alten Ansichten

Autor
:   Heino Möhring
Gemeinde
:   Bad Breisig
Bundesland
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3389-0
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bad Breisig in alten Ansichten'

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39. Auch Niederbreisig mußte sich auf die Gepflogenheiten während der preußischen Regierungszeit einstellen. Anläßlich der Prinz-Heinrich-Fahrt 1910 hatte man die Koblenzer Straße aufwendig geschmückt. Prinz Heinrich, Bruder Kaiser WilheIms Il., war ein großer Förderer des Sports und beteiligte sich selbst an vielen Autorennen. Trotz preußischem Adler, zahlreichen Fahnen und Girlanden sind Rathaus und Kirchturm gut zu erkennen.

40. Die Zehnerstraße ist nach dem seinerseits 1527 im Gebäude ganz links untergebrachten Zehnthof benannt. Rechts daneben lagen die Bäckerei Kurp und das Hotel Loevenich, das heute erfreulicherweise seine Wiedereröffnung erleben konnte.

41. Hier nun sieht man im Großfonnat das vormals vom Landwirt Kurp bewohnte Haus von 1604. Die alte Zehnerscheune, in der der Zehnte, der in Naturalien entrichtet wurde, zur Aufbewahrung kam, wurde 1527 erbaut, 1604 erneuert und nach Beschädigungen während des Dreißigjährigen Kriegs 1634 wieder instand gesetzt. Man kann hier wohl von einem der ältesten Häuser Niederbreisigs sprechen. Die Aufnahme entstand um 1920.

42. Gegenüber der Einmündung der Eulengasse in die Zehnerstraße steht seit über 350 Jahren das Hotel Loevenich, heute Hotel 'Zum Weißen Roß'. Seit seiner Erbauung im Jahre 1624 war hier außerdem von 1800 bis 1837 die Poststation untergebracht. In den 1816 angebauten Stallungen wurden neben den Postkutschenpferden auch die Tiere der Halter versorgt. Das Haus ganz rechts vor dem Telegrafenmast gehörte dem Landwirt Weber.

43. Ein Ausschnitt der heute abgerissenen Häuserzeile vis à vis zwischen Biergasse und Schmittgasse zeigt das ehemalige Lebensmittelgeschäft Wassweiler und links dahinter das Schuhhaus Theodor Klein.

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44. Die Biergasse, reich an alter Bausubstanz mit viel Fachwerk, ist mit eine der schönsten Straßen des alten Ortskerns. Die zum größten Teil schon im 17. Jahrhundert entstandenen Gebäude, das Haus rechts vorne trägt die Jahreszahl 1649, werden überragt von den stufenartigen Giebeln des ehemaligen Schultheißenhauses. Der von der Fürstäbtissin zu Essen beauftragte Schultheiß verwaltete das Breisiger Ländchen anfangs von Oberbreisig aus, bis er seinen Sitz in die Biergasse verlegte.

45. Der dreigeschossige, verputzte Bruchsteinbau, hier auf einem Foto von vor 1900, wurde 1670 von dem damaligen Schultheiß Wilhelm von Meurers erbaut. Seine Initialen findet man in den nach unten ausgebauchten Schutzgittern vor den Erdgeschoßfenstem. Im Inneren sind die alte Treppe und der ehemalige Speisesaal der Familie, einst mit Stuck und Wandmalereien verziert, sehenswert. Das heute von der Familie Klee bewohnte Haus gilt als schutzwurdige Bausubstanz.

46. Vor ungefähr achtzig Jahren wurde in Niederbreisig die Kanalisation verlegt, die auch die Umleitung des Frankenbachs miteinbezog, da die Mühle am Rhein hinter Hotel Bender nicht mehr genutzt wurde. Im Zuge dieser Umbaumaßnahmen präsentieren sich hier Bauarbeiter und Anwohner vor dem Hotel Dinget in der Biergasse. Die wechselvolle Geschichte dieses Hauses geht bis in die fränkische Zeit zurück. Als Konventshof des Stifts Essen wurde das alte Gebäude 1589 von spanischen Truppen niedergebrannt, 1634 wieder aufgebaut und kam 1826 mit allem dazugehörigen Landbesitz an Hugo Maria Dinget, Kammerrat am kurtrierischen Hof, der neben einem Gasthof in diesem Haus auch ein Weinhandelsunternehmen betrieb.

47. Die Eulengasse, eine weitere Verbindung zwischen Hauptstraße und Rheinufer, konnte genau wie die Schmittgasse nie einem Vergleich mit der Biergasse in Bezug auf architektonische Schönheiten standhalten; doch hatte ihr eher provinzieller Charakter mit seiner nicht geschlossenen Bauweise der Häuser und Scheunen und dem an ihrem unteren Ende liegenden Zollhaus seinen eigenen Reiz.

48. Nach der Kanalisierung des Frankenbachs bot die Bachstraße einen für einen Luftkurort doch angemesseneren und weiträumigeren Eindruck. Mit der Beseitigung dieses Hindemisses konnten Geschäfte und Lokale eröffnet werden. Vorne rechts steht noch das Spritzenhaus, und wegen des zunehmenden Eisenbahn- und Automobilverkehrs war auch die Bahnschranke im Hintergrund vor dem Haus Littauer notwendig geworden.

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