Bad Breisig in alten Ansichten

Bad Breisig in alten Ansichten

Autor
:   Heino Möhring
Gemeinde
:   Bad Breisig
Bundesland
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3389-0
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bad Breisig in alten Ansichten'

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49. Das Hotel und Restaurant 'Zur alten Post' erhielt seinen Namen nach der bis 1877 hier eingerichteten Poststation. Mit dem Bau der Eisenbahnlinie, der aufstrebenden Dampfschiffahrt und der Entwicklung des Autos stellten die Postkutschen ihre Fahrten ein, so daß die Stallgebäude des Hotels Loevenich nicht mehr gebraucht wurden. Café und Conditorei Bleidt gibt es heute nicht mehr, wohingegen sich das Fuhr- und Reiseunternehmen Klee , das sich hier mit einem der ersten mehrsitzigen Wagen für Autorundfahrten präsentiert, bis heute erhalten hat.

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50. Diese beiden Aufnahmen der Bachstraße von der Bahnlinie aus gesehen machen die Entwicklung Niederbreisigs zwischen 1890 und 1925 besonders deutlich. Der vormals noch ländliche Charakter ist einem recht modern wirkenden Straßenbild mit beleuchteten Bürgersteigen und renovierten Häuserfassaden gewichen. Das zweistöckige Haus auf der linken Seite, heute Schuhhaus Hansen, gegenüber dem Friseurladen diente nach der 'Alten Post' bis 1958 als Postamt mit einer schon 1877 eingerichteten Telegrafendienststelle.

51. Auch im oberen Teil der Bachstraße ließen es sich die von den Arbeiten der Frankenbachkanalisation Betroffenen nicht nehmen, für eine Foto zu posieren. Ganz links vor der Bäckerei Joharm Schmitz erkennt man die damalige Krautfabrik Corzilius. Dieses Haus, im Jahre 1639 erbaut, und 1841 renoviert war vor 1800 Haltestelle für Postkutschen und reitende Boten. 1490 eröffneten die von Thurn und Taxis im Auftrag Kaiser Maximilians 1. die erste Postroute von Innsbruck über Frankfurt und Aachen in die Niederlande. Dadurch, daß größere Reichsstädte im Rheinland es ablehnten, die Boten zu bestellen, wurde Breisig zur ersten Posthalterei arn Mittelrhein. Seit dem Beginn des 18. Jahrhunderts verkehrten auf dieser Strecke, die bei Breisig über die heutige Backesgasse und Vogelsangstraße verlief, die ersten Kutschen und Paketfahrzeuge.

52. Die Grabenstraße hat ihren Namen nach dem alten Wassergraben erhalten, der einmal mit Ringmauer und Wehrtürmen aus dem 13. Jahrhundert den Ort umgab. Das Wasserfür den Graben lieferte der Frankenbach. An der Ecke zur Bachstraße steht rechts das Haus der Metzgerei Schäfer. Der kleine Fachwerkbau ganz links wurde inzwischen abgerissen.

53. Am nördlichen Ende der Grabenstraße befand sich ein Schafstall, in dem zwei Schafherdenbesitzer ihre Tiere untergebracht hatten.

54. Die Schützenstraße verlief genau vor dem alten Schafstall. Die Gartenstraße, als Verlängerung der Grabenstraße nach Norden, bot damals wirklich nichts anderes als Gärten und Wiesen mit Obstbäumen.

55. Diese drei Aufnahmen entstanden in den zwanziger Jahren und zeigen die ersten in der Backesgasse gebauten Häuser. Es handelt sich um die Häuser Backesgasse Nr. 4, 3 und 5, die bis heute fast unverändert erhalten geblieben sind. Bei der derzeitigen Enge der Straße kann man sich schwerlich vorstellen, daß die Gebäude einmal mit Vorgärten versehen waren. Die Backesgasse hat ihren Namen nach dem sogenannten Backes erhalten, der früher hier am Fuß des Elzenbergs gestanden hat. Der Backes war nicht nur Gemeindebackhaus, wo jeder seine Brote und Kuchen backen konnte, er fungierte gleichzeitig auch als Treffpunkt und Kommunikationszentrum seiner Benutzer. Damit man die Backzeiten auch einhalten konnte, wurde der Standort des Backes so gewählt, daß man von seiner Tür aus immer einen guten Bliek zur Kirchturmuhr hatte, denn damals verfügte kaum schon jemand über eine Armbanduhr.

56. Der gebogene Straßenzug der Bufhell entspricht dem Verlauf des Frankenbachs. Vorne links steht das Haus des Landwirts Söller, heute Gasthaus' Alt Breisig', und dahinter befanden sich die zum Hof Schmitz gehörenden Gebäude. Die Bufhell führt am Laacher Hof vorbei, den zeitweilig einmal die Abtei Maria Laach besaß, und dessen Geschichte bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht. Die Straße endet vor der Miebach, wo man noch bis um 1890 Wein anbaute. 1845 zogen sich die Weingärten bis hinunter zur Koblenzer Straße. Weitere Anbauflächen lagen am Berghang der Burg Rheineck und am südöstlichen Abhang des Elzenbergs. Wie bedeutend der linksrheinische Weinanbau einmal war, der durch die Römer eingeführt wurde, bestätigen zahlreiche Urkunden über Landbesitz benachbarter Klöster, die hier ihren Bedarf an Messwein deckten. Auch an die Abtei in Essen wurde viel Wein aus dem Breisiger Ländchen zur Zahlungdes Zehnten abgeführt. Um die Jahrhundertwende setzte in unseren Weingärten ein starker Reblausbefall ein, sodaß die Rebstöcke vernichtet werden mußten.

57. Die ehemalige Neugasse, hier mit dem Haus Frenzel um 1926, lag früher außerhalb Breisigs. Ihre alte Bezeichnung als Judengasse weist daraufhin, daß schon seit Jahrhunderten Juden in Breisig und Rheineck gelebt haben. Der Judenfriedhofmit den alten Grabsteinen wurde leider von seinem ursprünglichen Platz am Rheinecker Berghang zum Kesselberg verlegt.

58. Der Arweg oder auch Orweg ist mit der Eifelstraße die Verbindung durch das Frankenbachtal nach Oberbreisig. Er wurde 1845 ausgebaut. Sein Name soll von dem lateinischen Wort 'orare' = beten abgeleitet sein, wonach die Juden früher gern auf diesem Weg ihre Gebete verrichteten. Man hat hier 1909 und 1910 sieben Betstationen errichtet, die die sieben Fußfälle Jesu darstellen, von denen eine am rechten Bildrand zu sehen ist. Am unteren Ende des Arwegs betrieb damals A. Laux eine kleine Firma, die Grabsteine anfertigte.

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