Bad Breisig in alten Ansichten

Bad Breisig in alten Ansichten

Autor
:   Heino Möhring
Gemeinde
:   Bad Breisig
Bundesland
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3389-0
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bad Breisig in alten Ansichten'

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59. Es ist durch Funde bestätigt, daß schon die Römer die Mineralquellen am Mittelrhein gekannt haben. 1914 schließlich gelang dem Freiherrn Geyr von Schweppenburg, der in den Besitz des Areals 'Auf der Bröl' gekommen war, nach vielen Mühen die Erbohrung der ersten Quelle Niederbreisigs. Wie auf dem Foto zu sehen ist, schoß das 34 Grad warme Wasser aus 605 Meter Tiefe kommend und von natürlicher Kohlensäure getrieben 12 Meter hoch in die Luft. Schon bald erkannte man den Wert dieses Thermalwassers für Therapiezwecke und baute das erste kleine Badehaus. Weitere Bohrungen nach dem Ersten Weltkrieg führten schließlich dazu, daß Bad Breisig heute über mehrere Quellen, unter anderem die Gertrudisquelle , den Mariensprudel, den Ludgerussprudel und die Michaelisquelle verfügt.

60. Das erste Badehaus wirkte noch recht bescheiden. Bei dem flachen Holzbau konnte von einem Kurmittelhaus wie man es heute kennt noch keine Rede sein. Hinter den Eisenbahngleisen in der rechten Bildhälfte liegt der Templerhof, dessen Ursprung auf das 13. Jahrhundert zurückreicht. Mit der Auflösung des hier ansässigen Templerordens, kam die Kommende 1312 an den Johanniterorden, später Malteserorden genannt, in dessen Besitz sie bis zum einmarsch der Franzosen 1794 blieb. Während in der darauffolgenden Zeit der größte Teil des Anwesens mitsamt der gotischen Donatiuskapelle abgerissen wurde, ist die ehemalige Komturei von 1657 bis heute an der Koblenzer Straße erhalten geblieben. In der Donatiuskapelle wurde eine Kreuzreliquie der Tempelritter aufbewahrt. Sie befindet sich nun in der Pfarrkirche. Aus diesem Grund begeht man alljährlich am 14. September das Fest der Kreuzerhöhung, das früher eine große Schar Pilger anzog und die Durchführung eines Marktes mit sich brachte. Schon 1374 erhob Kaiser Kar! IV. den Ort zum Marktflecken. Von allen Breisiger Märkten hat sich der Zwiebelmarkt im September, benannt nach den vormals hier viel gehandelten Zwiebeln, seit über 600 Jahren erhalten.

61. Nach der Erbohrung des Mariensprudels 1927 durch den Industriellen J.M. Schuh konnte am 1. August 1928 das erste Thermal-Freischwimmbad Deutschlands eröffnet werden. Da der Zustrom der Gäste schnell wuchs, denn man kann in dem warmen Wasser auch im Winter draußen baden, wurde bald ein zweites Becken hinzugebaut. Als der Mariensprudel infolge von Kriegseinwirkungen zeitweilig versiegte, wurde das Freibad mit dem Wasser des Geyr-Sprudels versorgt.

62. Derselbe Unternehmer pachtete im Jahre 1935 das Gelände des Geyr-Sprudels und erwarb dessen Wassernutzungsrechte. Damit hatte das bis dahin genutzte Holzbadehaus ausgedient, und ein Jahr später konnte der Bau eines modernen Heilbäderhauses mit Park verwirklicht werden.

63. Wie stolz man in Niederbreisig auf die schnelle Entwicklung zum Badekurort sein konnte, zeigt diese mit vier Aufnahmen versehene Ansichtskarte. Neben einer schönen Rheinansicht des Ortes kann man hier das endgültig umgebaute und erweiterte Kurhaus bewundern. Mit seiner vortrefflichen Lage am Rhein und dem stilvollen Park bot es seinen Gästen neben den Kurmittelbehandlungen damals auch schon Unterhaltung und Bewirtung.

iederbreisig Der Hahn

64. Zu den schon vor der Jahrhundertwende begonnenen Umbau- und Verschönerungsarbeiten gehörten auch der Ausbau und die Neuanlegung vieler Spazierwege in der Umgebung. 1893 wurde der Weg zur Höhe des Hahns gebaut, auf dem 1898 die erste Blockhütte eingeweiht werden konnte.

65. Bevor zwischen Rhein und Koblenzer Straße die großen Parks entstanden, gab es hier meist Weingärten und Wiesen. Am südlichen Ortsausgang standen die Hütten der 1830 gegründeten Steinhauerei Bachern. Nachdem hier anfangs überwiegend Steine für Festungsbauten gehauen worden waren, stieg nach 1870 die Nachfrage nach Ziersteinen für öffentliche Gebäude und Kirchen. Viele Breisiger Steinrnetze waren in dem kurzlebigen Gewerbe tätig und trugen erhebliche gesundheitliche Schäden davon.

IEDERBREI81G a. Rh.

5. Reichswaisenhaus

66. Etwas nördlich von Niederbreisig, in den Feldern zur Goldenen Meile hin, wurde 1904 das fünfte Reichswaisenhaus gebaut. Der große dreistöckige Bau war für damalige Verhältnisse eine groBe Errungenschaft.

67. Kaum irgendwo anders steht die alljährliche Fastnacht so hoch im Kurs wie im Rheinland. Schon 1892 konnte Niederbreisig mit einer Kamevalsgesellschaft aufwarten. Weder Wirtschaftskrise noch die schweren Jahre nach den Kriegen konnten die Breisiger Narren von ihrem fröhlichen Treiben abbringen. Im Bild hier der Mottowagen des Männergesangsvereins Liedertafel vor dem Rheinhotel im Jahre 1928.

68. Die erste Fußballwiese des Ballspielvereins Niederbreisig lag an der Vinxtbachmündung. Erst dem SSV von 1919 gelang es, ein für Fußballspiele angemessenes Gelände zu pachten. Es lag auf dem Sumpfgelände des Barons von Geyr 'Auf der Bröl' und mußte erst einmal trockengelegt werden. Doch schon im Jahre 1920 wurde dann hier eines der ersten Pokaltumiere durchgeführt.

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