Bad Breisig in alten Ansichten

Bad Breisig in alten Ansichten

Autor
:   Heino Möhring
Gemeinde
:   Bad Breisig
Bundesland
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3389-0
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bad Breisig in alten Ansichten'

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69. Auf halbem Weg zwischen Ober- und Niederbreisig liegt das ehemalige Parkhotel 'Idyllenhof . An seiner Stelle befand sich früher die Köhlers Mühle , als der Weg nach Oberbreisig noch durch die Talsohle des Frankenbachs führte. Das Bild von 1921 macht die heutige bauliche Entwicklung Breisigs deutlich.

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70. Die Geschichte Oberbreisigs geht auf dieselben Anfänge zurück wie die des am Rhein gelegenen OrtsteiIs. Aufgrund der guten Bodenverhältnisse war hier, etwas abseits vorn Rhein gelegen, die Landwirtschaft schon immerdie Haupterwerbsgrundlage. Auf der vierteiligen Ansichtskarte kann man auf dem Foto links oben arn Hang über dem Marienstätter Hof noch Weingärten sehen.

71. Vom Rhein herkommend bot sich dem Besucher Oberbreisigs dieses Bild eines alten Landdorfs. An der Hauptstraße auf einer kleinen Erhebung steht die Pfarrkirche St. Viktor aus dem 13. Jahrhundert. Den kleinen vorgelagerten Bau ließ die Schultheißenfamilie Meurers kurz nach 1700 als eigene Grabkapelle errichten. Die Kirche selbst wird schon in einer Urkunde des Trierer Erzbischofs Poppo von Babenberg aus dem Jahre 1041 genannt, in der man auch die erste schriftliche Notiz von Breisig findet. St. Viktor gehörte zum Florinsstift in Koblenz, woraus sich aber später Streitigkeiten über das Pastorat mil dem Stift Essen ergaben.

72. Links: die Kirche mit dem dreischiffigen gewölbten Langhaus und dem polygonalen Chor wurde ungefähr 1220-1240 erbaut. Der spätromanische Bau weist auch frühgotische Elemente auf. Sein rechteckiger Turm mit quergestelltem Satteldach ist mit seiner Längsseite nordwestlich an das Mittelschiff gebaut. Seine Schrägstellung zur Mittelachse der Basilika läßt auf den ehemaligen Grundriß der Vorgängerkirche aus dem 11. Jahrhundert schließen. Auch die Barockzeit hat mit dem Durchbruch des Westportals am Turm und dem Anbau einer Sakristei einige Spuren hinterlassen. Im Wesentlichen jedoch hat das von 1908 bis 1912 und von 1962 bis 1964 renovierte Gebäude seinen Charakter des 13. Jahrhunderts bewahren können.

Rechts: einige von außen schon ersichtliche Unregelmäßigkeiten des Baus sind in der asymmetrischen Anordnung der Emporen an den Seitenschiffen im Innenraum wiederzufinden. Romanische Wanddekorationen und figürliche Malereien aus zwei gotischen Epochen wurden bei Restaurierungsarbeiten wiederentdeckt und freigelegt. Sie zeigen im Chorgewölbe eine Darstellung des jüngsten Gerichts und am Chorsockel verschiedene Motive frühgotischen Ursprungs. Das einzige noch auf die Erbauungszeit zurückgehende Ausstattungsstück ist der Taufstein aus Basaltlava. Die Kanzel, der Altar und das Kruzifix darüber stammen aus dem 17. Jahrhundert, Orgelempore und die mit Schnitzereien verzierte Kommunionbank aus dem frühen 18. Jahrhundert. Die aufgestellten Figuren sind barocken Ursprungs. Die Kirche trägt ihren Namen nach einer hier aufbewahrten Reliquie des heiligen Viktors.

73. In einem Pachtvertrag von 1785 wird das Hofgut Mönchsheide als ein burggräflicher freier Hof erwähnt. Sein Name erklärt sich daraus, daß hier einmal Mönche die Heidefläche rodeten und diesen Hof anlegten. Er gehörte mit dem Mönchshof oder Marienstätter Hof zur Abtei Marienstatt im Westerwald. Der Besitz der Zisterzienser in Oberbreisig ist schon seit 1215 nachgewiesen und wurde erst mit der Säkularisierung aufgehoben. Danach wechselten die Besitzer mehrmals. Anfang dieses Jahrhunderts war hier ein Restaurationsbetrieb untergebracht, der aber zwischenzeitlich wegen Personalmangel geschlossen wurde.

74. Die heutige Anlage der Burg Rheineck wurde von dem Koblenzer Architekt Joh. Claudius Lassaulx 1832 geschaffen. Dies geschah im Auftrag des Universitätsprofessors und späteren Kulturministers Dr. Moritz August von Bethmann-Hollweg, der das Anwesen im gleichen Jahr erworben hatte und es stilistisch in Anlehnung an rheinische Werke der Stauferzeit wieder aufbauen ließ. Die erste Burg wurde 1151 von Konrad 111. zerstört. Der Kölner Erzbischof Reinard von DasseIließ sie 1164 wiedererstehen, bis sie 1689 von den Truppen Ludwigs XIV. abermals niedergerissen wurde. 1718legte man die Wirtschaftsgebäude neu an, doch schließlich fiel diese dritte Anlage 1785 einem ungeklärten Brand zum Opfer. Der älteste Teil der jetzigen vierten Burg ist der Bergfried von 1164. Mit der wechselvollen Geschichte der alten Reichs- und ZolJfeste sind die Namen der Grafen von Salm, der Herren von Uelmen, die sich Burggrafen von Rheineck nannten, der Familien Warsberg und Sinzendorf verbunden.

75. Nachdem die Burg zur Besichtigung freigegeben worden war, entwickelte sie sich schnell zu einem beliebten Ausflugsziel. Mann konnte sie mit einer Sessel-Seilbahn oder auch zu Fuß erreichen, wobei man an dem alten Judenfriedhof aus dem späten Mittelalter und dem Mausoleum der Familie von Bethmann-Hollweg vorbeikam. üben war ein Café mit Terrasse untergebracht, und der Ausblick vom Turm, in dem sich Waffen- und Folterkammer befanden, bot ein herrliches Bild des Rheintals und der Höhen von Eifel und Westerwald. Bei einem Rundgang durch die ehemaligen Wohnräume war die Besichtigung der Schloßkapelle mit ihren 1834-1836 von Eduard von Steinle geschaffenen Gemälden ein kunsthistorischer Höhepunkt.

76. Der bei Rheineck am Fuß des Burgbergs in den Rhein mündende Vinxtbach hatte seit je her seine Bedeutung. Zur Zeit der Römer bildete er die Grenze zwischen den Provinzen Germania superior und Germania inferior. Gegenüber seiner Mündung begann rechtsrheinisch der Limes, ein Pfahlgraben von 550 Kilometern Länge, der das von Rom besetzte Gebiet vor germanischen Übergriffen schützen sollte. Auch in den Machtkämpfen zwischen den Erzbistümern Köln und Trier spielte die Herrschaft Rheineck eine wichtige Rolle. Im vergangenen Jahrhundert arbeiteten im Vinxtbachtal mehrere Steinbruchbetriebe . Um den hier gebroehenen Basalt zur Verladestelle am Rhein zu transportieren, wurde 1878 der Bau einer schmalspurigen, von Pferden gezogenen Bahn genehmigt. Nach langen Auseinandersetzungen mit dem Rheinecker Gemeinderat und Umverlegung der Gleisstrecke, konnte man schließlich einige Jahre später die Bahn, allerdings mit einer Dampflokomotive, dem sogenannten 'Däller Füppchen' in Betrieb nehmen. Das Foto zeigt die Lok vor der Verladestelle unterhalb der Vinxtbachmündung.

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