Bad Camberg in alten Ansichten Band 1

Bad Camberg in alten Ansichten Band 1

Autor
:   G. Welter
Gemeinde
:   Bad Camberg
Bundesland
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3166-7
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bad Camberg in alten Ansichten Band 1'

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Camberg

limburger Strasse

29. 'Am Kreuz', etwa 1910, damals schon ein Verkehrsmittelpunkt Cambergs. Das 1739 errichtete Kreuz, hier noch zwischen den Rondellen (siehe Karte Nr. 36), wurde mehrfach versetzt und hat sich auch im modernen Verkehrsgetriebe gehalten. Eine lateinische Inschrift richtet eine Mahnung an die Camberger und eine Aufforderung zur Rast an den Wanderer. Hinter dem Kreuz das Gold- und Silberwaren- und Uhrengeschäft von Peter Behr (heute Volksbank), am Baum das Wegeschild zum Bahnhof und nach Limburg, weiter rechts die Gastwirtschaft 'Zum Grünen Kranz', im Volk 'Kreuzbäcker' genannt, danach die Buchbinderei von Peter Haber.

Frankfurterstrasse

Gruss aus Oomberg

30. Diese Karte, vor 1900 entstanden, stellt eine Delikatesse dar und gibt zudem Rätsel auf. Links die Treppe zum Kirchplatz, darunter ein Brunnen, von dem nichts bekannt ist und niemand etwas weiß. 1904 bestand dieser Brunnen nicht mehr, vermutlich wurde er 1897 mit anderen Brunnen entfernt. Bis in die sechziger Jahre war dort eine kleine Tankstelle. Dann der Eindruck: Wieso Frankfurter Straße? Wenn sich der Gestalter nicht verschrieben hat, muß die Limburger Straße, die ja erst 1974 umbenarmt wurde, früher schon einmal so geheißen haben. Hinzuweisen ist auf die rechts vor der Metzgerei Hollingshaus zum Kaufanreiz aushängenden Würste.

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31. Wieder eine nicht mehr bestehende Gaststätte: Zur Eisenbahn, von den Cambergern liebevoll 'Schwarzes Loch' genannt. Davor stand hier das 'Bierhaus' als erste und damals einzige Brauerei Carnbergs. Heute ist an dieser Stelle ein Privatparkplatz an einer Arnpelanlage. Auf der Ansicht der Bahnhofstraße vorn rechts eine der seltenen Aufnahmen der früheren Darnpfbrauerei Vering & Müller, heute eine Gumrnitexti1fabrik.

32. Ein Bliek von der Einmündung der Bahnhofstraße in die Limburger Straße. Ist das wirklich erst sechzig Jahre her? Der Colonialwarenladen rechts, das Café, der Nassauer Hof, vorn links das Gasthaus von Clemens Wenz - das alles besteht nicht mehr, Doch 'Cigarren' kann man unter diesem Schild noch immer kaufen. Ganz hinten der Schornstein der Bürstenfabrik (siehe Karte Nr. 35). Mutter schickte diese Karte im November aus der Kur: 'Hier ist's jetzt etwas kühler, aber immer noch schön, wir machen alle Tage Ausflüge.'

33. Der Nassauer Hof war zeit seines Bestehens Mittelpunkt des Camberger Vereinslebens und Hochburg des über 150 Jahre alten Carneval-Vereins. Er wechselte sehr oft Besitzer und Pächter, irgendwann fand sich niemand mehr, den Großen Saal wieder herzurichten, und wenn dieses Bild betrachtet wird, ist der alte Nassauer Hof möglicherweise schon zum Abbruch bestimmt.

Caniberg

Dr. Lieber'sches Krankenhaus

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34. Das Lieber'sche Krankenhaus oder Hospital auf einer Ansichtskarte mit Stempel vom 4. Januar 1926, hier noch ohne Anbau. Gisbert Lieber (1759-1843), nach dem die vorbeiführende Straße benannt ist, hinterließ für dieses Haus 36 000 Gulden, sein Sohn Moritz baute es mit fünfzig Krankenbetten, später wurde auch eine Chirurgische Klinik angeschlossen. Der 1929/30 begonnene Anbau wurde wegen lokaler Streitereien nicht zu Ende geführt und bildet heute noch einen Torso. 1958 wurde das Krankenhaus geschlossen, was bis heute nicht wenige Cam berger bedauern.

35. Ein Gebäude, das noch vor zehn Jahren zu sehen war: die 1908 errichtete Bürstenfabrik von Heinrich Thuy. Andere Materialien, moderne Methoden, rentablere Fertigungspraktiken ließen die Fabrikation, die einst vielen Menschen Cam bergs und seiner Umgebung Arbeit und Brot gab, eingehen. Die Fabrik wurde 1978 niedergelegt, an ihrer Stelle steht heute ein 'City-Center'.

Bayriscber Hof

36. Zur Fortsetzung unseres Spazierganges durch das alte Cam berg sind wir zum Kreuz zurückgekehrt und blieken etwa 1910 - auf den Untertorturm mit dem Bayrischen Hof von Wilhelm Send, 'Turm-Send' genannt, der sich auf einer anderen Karte als 'Radfahrer-Haltestelle' empfiehlt. Der Turm hat noch seine Haube, die im Zweiten Weltkrieg abgeschossen wurde, und unten einen heute zugemauerten Eingang. Vom links die übermannshohen Rondelle mit einer 1936 entfernten Verbindungsmauer. Sie waren die Reste zweier Türmchen, die früher mit einem Schlagbaum dazwischen vor dem Untertor standen.

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37. Das Hotel Send 'Zum Gutenberger Hof' (heute: Guttenberger HoD vor 1900. Links, auf den Betrachter zulaufend, Reste der alten Stadtmauer. Der fensterlose Anbau wurde wenige Jahre später das Geschäft 'Woll-Wieser', heute eine Antiquitätenhandlung. Der Hof stammt schon aus dem Jahre 1336, gehörte den Hattsteinern, dann den Guttenbergern, wurde 1816 von einer Cam berger Familie übernommen und war als Hotel und Gasthof Jahrzehnte hindurch die 'gute Stube' Cambergs. Die Karte wurde am 13. Apri11903 von der Besitzer-Witwe Send zur Vermählung an das Ehepaar Hartmann versandt, die Anschrift lautete 'Hier, England' - so nannten die Camberger einst die Burgstraße.

38. Eine seltene Privatpostkarte der Familie Lieber, gezeichnet 1901 von 'H.R.'. Diese Familie, aus der auch der Reichstagsabgeordnete Dr. Ernst Maria Lieber stammt, hat für Camberg vielfältige Bedeutung (siehe auch Karte Nr. 34). Darüber ist gerade in jüngster Zeit ein Buch erschienen. Der 'Weiße Turm' von 1357 wurde von Dr. Lieber 1890 renoviert, der eindrucksvolle Spitzhelm 1981 durch eine flacheres Dach ersetzt. Das abgebildete Haus wurde 1813 errichtet.

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