Bad Camberg in alten Ansichten Band 1

Bad Camberg in alten Ansichten Band 1

Autor
:   G. Welter
Gemeinde
:   Bad Camberg
Bundesland
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3166-7
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bad Camberg in alten Ansichten Band 1'

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39. Vom 'Altoranischen Platz' gelangen wir zum Markt, dem Mittelpunkt des alten Cambergs. Mit dieser Karte soll der alte Marktbrurmen gezeigt werden. Er wurde, wie andere Brunnen der Stadt, nach 1897 gegen den Wunsch der Bevölkerung entfernt, um die Bürger zur Nutzung der neuen Wasserleitung zu zwingen. Auf dem Bild soll gerade Wasser in großen Fässern abgefahren werden. 1966 traten Einwohner durch Veröffentlichungen dafür ein, auf dem Markt wieder einen Brunnen zu errichten; 1984/85 wurden erneut derartige Pläne bekannt.

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Verlag Peter Haber Il, Camberg.

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40. Hier eine Karte mit der gegenüberliegenden Marktseite, vor 1900. Der Brunnen ist verschwunden, es ist so gut wie kein Fachwerk zu sehen. Das Eckhaus an der Obertorstraße beherbergt noch die Korbmacherei von Anton Hoffmann Wwe., daneben die Gastwirtschaft und Bierbrauerei 'Zum Römer' von Eduard Vering, im Hintergrund das Uhrmacher- und Goldwarengeschäft des JosefWeyrich.

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41. Wie man sieht, war der Marktplatz einmal 'Kraftpost-Haltestelle'. Bemerkenswert das Aussehen des Postomnibusses. Das Sadony-Haus links ist jetzt bis in den ersten Stock mit Fachwerk gerüstet. Daneben die Wirtschaft, Metzgerei und Apfelweinkelterei 'Zum Schützenhof" von Wilhelm Schütz, Hinter dem Bus das Lebensmittelgeschäft von Heinrich Kremer, das erst vor Jahresfrist geschlossen wurde, und auch die Firma Burdy, Möbellager, Sattler und Polsterer, ist noch nicht lange aus der Ansicht des Marktes verschwunden.

42. Diese Karte trägt einen farbigen Zierrand mit dem Camberger Wappen, dessen Reliefprägung in der Wiedergabe leider nicht deutlich wird. Das Foto von Longert zeigt Winterstirnmung an Amthof und Obertor, in den verschneiten Kleingärten an Stelle der heutigen Kuranlagen spielen Kinder. Das herrliche Fachwerk des Amthofes liegt noch unter Verputz. Rechts am Bildrand der Schlauchturm der Feuerwehr. Eine Hermine schreibt am 19. August 1903: 'Liebe Jenny! Bin glücklich hier angekommen. Habe in Limburg noch den Schnellzug um 7 Uhr erreicht und kam viel früher an.'

43. Vor über neunzig Jahren war einem Fotografen der Innenhof des Amthofes, überragt vom 500jährigen Obertorturrn, eine Aufnahme wert. Brennholz liegt vor den Türen, Hühner suchen friedlich nach Futter. Der angebaute Treppenturm rechts wurde gerade erneuert, die Front im Hintergrund renoviert. Von den beiden Linden steht noch eine, heute doppelt so mächtig, und der Brunnen darunter, der schon 1198 stand, wurde 1911 von Cam berger Bürgern restauriert. Von dem Schalstein, aus dem er einst gefertigt wurde, sagen die Geologen, daß er 300 Millionen Jahre alt sei,

44. Die 1660 mit einem Übergang an den Amthof angebaute Hohenfeldkapelle, links ein Durchblick zur Hirtengasse. Am Altarflügel steht noch die später abgerissene Sakristei, hier befindet sich jetzt der Eingang zum Stadt- und Turmmuseum. Die niedrige Mauer ist verschwunden, dort führt heute ein Weg um die Kapelle und damit um das Obertor herum.

45. Das eigentliche übertor, heute noch Verkehrsengpaß, mit Durchblick auf die übertorstraße, zum Markt und zur Pfarrkirche. Rechts das Schild weist auf die Kohlenhandlung Duffy hin, heute ist dort ein Blumenladen. Im Jahre 1786 dachten die Camberger 'touristisch' und beantragten, den Verkehr von Erbach durch dieses Tor in die Stadt und durch das Untertor wieder hinauszuleiten, damit Gewerbe und Gasthöfe davon profitierten. Das Ersuchen wurde abgelehnt (Poststempel 18.9.1911).

46. Eine seltene alte Aufnahme des 'Schlößchens' und der Zehntscheune. Das Schlößchen, an dessen Stelle mit ihren Trümmern noch bis 1792 die Camberger Burg stand, wurde im Dezember 1916 mit 24 Morgen Land von der Stadt dem Baron von Freiberg-Schütz abgekauft und von da ab als Rathaus genutzt.

47. In der Zehntscheune, auch Zehntscheuer, Herrenscheune und Herrenspeicher geheißen, wurde noch bis in das 19. Jahrhundert der pflichtgemäße 'Zehnte' abgeliefert. Die mächtigen, tiefen Kellergewölbe der Scheune dienten danach lange Jahre als Ablage für die Stadtakten, bis diese von dort befreit und im heutigen Stadtarchiv im Amthof untergebracht wurden. In Camberg galt die historische Scheune wenig, selbst in offiziellen Prospekten wurde sie nicht erwähnt, Anfang der siebziger Jahre sprengte man sie und errichtete auf ihren Fundamenten das heutige Bürgerkurhaus. Vorn die Stufen der ehemaligen Freilichtbühne, auf der die Cam berger ihr Heimatstück 'Gerhard Langenbach, der Schultheiß von Camberg' aufführten und im Sommer Kurkonzerte veranstalteten.

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48. Der alte Camberger Stadtkern auf einer am 8. Juni 1922 geschriebenen Karte, etwa vom heutigen Parkplatz am Friedhof aus gesehen. Von links nach rechts: Das Rathaus-Schlößchen, die Zehntscheune, der Feuerwehrturm, die Hohenfeldkapelle, der Obertorturm und der Amthof. Auf der Höhe im Hintergrund verläuft heute die Autobahn.

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