Bad Camberg in alten Ansichten Band 1

Bad Camberg in alten Ansichten Band 1

Autor
:   G. Welter
Gemeinde
:   Bad Camberg
Bundesland
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3166-7
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bad Camberg in alten Ansichten Band 1'

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ommerfrische Tenne i. T. 500müd.f1

Bes Cer! Bachon.

59. Am Waldschloß vorbei gelangt man in einer knappen Fußstunde zur 'Sommerfrische Tenne' (das Haus hinten), ebenfalls Hotel und Restaurant, erbaut 1900. Früher las man liber dem Eingang den Vers: 'Bist du müde, hier ist Friede.' Das Haus davor, ganz rechts, stammt aus dem Jahre 1878, es war der erste Gasthof und wurde noch Jahre nach Entstehen des Neubaues als Hotel genutzt. Wo die Tische unter schattigen Bäumen stehen und Mutter und Kind sitzen, befindet sich heute der Parkplatz, liegt ein Autostraßendreieck mit der Einmündung in die Bundesstraße Idstein-Usingen (Poststempel 1.10.1910).

60. Verlassen wir Cam berg in genau entgegengesetzter Richtung, unterqueren wir die Autobahn mit der Abfahrt Bad Cam berg, die den Namen der Stadt stärker bekanntgemacht hat als alles andere. Die Bürger waren seinerzeit gegen diese Abfahrt, aber Vertreter der Kur setzten sie durch. Während des Autobahnbaues lag über Camberg das Baulager XIV, die Bauleitung hatte ihren Sitz im Hotel "Taunusbliek', das heute als häßliche Ruine eine denkbar schlechte Visitenkarte für die Kurstadt abgibt. Nördlich der jetzigen Raststätte Ost befand sich bis 1813 der Camberger Galgen auf dem Rabenstein.

61. Jenseits der Autobahn liegt wieder eine einstmals sehr beliebte Ausflugsgaststätte, die Neumühle im Wörsbachtal, am Eingang zu den Felspartien der 'Camberger Schweiz'. Dort lebte Hugo Neumann aus Böhmen, der auf der Mühle ein Drehstromwerk für das Dorf Beuerbach unterhielt und sich mit physikalischen Forsehungen befaßte, die ihn in die Nähe von Nobelpreisträgern rückten, Als er 92 war, 1966, verkaufte er Mühle und Gaststätte, Das Grundstück wurde von einer Sekte übernommen, heute ist die Mühle nicht mehr im Gespräch und das Wörsbachtal um ein Ausflugsziel ärmer.

62. Durch die umstrittene Gemeindeumgliederung des Jahres 1974 wurden fünf Nachbargemeinden zu Camberg geschlagen: Dombach, Erbach, Oberselters, Schwickershausen und Würges. Die Bevölkerung stieg so von einem Tag auf den anderen von 5 000 auf fast 12000 Einwohner. Auch für alle diese heutigen Stadtteile gab es damals Ansichtskarten. Diese 'Gruß aus Dornbach-Karte wurde Anfang August 1905 geschrieben. Wer von Camberg kommend aus dem Wald tritt, kann Dombach noch so liegen sehen; auch die Kirche, das Pfarrhaus und die alte Schule sind noch vorhanden.

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63. Franz Alfred Muth war bis 1890 Pfarrer zu Dombach und Schwickershausen. Als munterer Wanderer, mit Stab und Ränzel, umgeben von Freunden, hatte er sein Amt angetreten. Er ließ 1875 die Sankt-Wendelin-Kirche bauen und ist als Heimatdichter der Nachwelt überliefert, ein 'später Romantiker', Verfasser nicht nur religiöser Gedichte wie hier auf der Karte von 1925, sondern vor allem naturverbundener und heiterer Verse.

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cm 3. nnb 4 . .Juli 1898.

64. 'Wo's deutsche Lied erschallt, da such ich Aufenthalt.' Hier in Erbach, das schon 768 als 'Erilbach' urkundlich erwähnt ist. Auf dieser Karte sehen wir den Ort von Westen, von der Eisenbahnstrecke her, vorn rechts die Straße nach Gnadenthal. Der Gesangverein 'Frohsinri' gehört noch immer zu den aktivsten Sangesgemeinschaften des Goldenen Grundes.

65. Die Ansichten auf dieser Karte vom 9. März 1914 sind in Erbach unschwer zu vergleichen, auf beiden überragt auch heute noch der Kirchturm. Oben der Bliek aus der Erlenbachstraße mit dem Erlenbach, um dessen Offenhaltung die Bürger zur Zeit kämpfen, unter die heutige Limburger Straße mit (rechts) der ehemaligen Schule, danach Rathaus, heute Postamt. Nichts deutet in dieser Dorfstraße auf den jetzt dort brandenden Verkehr einer Bundesstraße hin, für die eine Umgehung um Camberg und Erbach angestrebt wird.

Straßenpartie mil Schu.e

GruB aus Erbach i. Taunus

66. Noch einmal eine Gesamtansicht von Erbach, dazu Einzelbilder der damaligen Frankfurter Straße, der Schule, des Pfarrhauses und der Sankt-Mauritius-Kirche, die 1969 mit Ausnahme des Turms durch einen modernen Bau ersetzt wurde (Poststempel Erbach/Taunus 25.7.1906).

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67. Oberselters kam zu Cam berg, um das Vorhandensein eines Brunnens zu schaffen, das für die Ernennung zum 'Bad' unabdingbar ist. Neben dem Bild der Mineralbrunnen-Anlage auf einem Tisch die Tonkruken, in denen seinerzeit das Wasser vertrieben wurde. Die Karte ist am 5. Juni 1900 in Niederselters abgestempelt. Das Gasthaus 'Zum Rothen Ochsen' in der Brunnenstraße ist uns unter dem Namen 'Stadt Camberg' bekannt und wurde jüngst von der Jugend in 'Kneipe zum Herpes' umbenannt.

68. Eine seltene Werbekarte, etwa 1910. Das 'Tafel- und Gesundheits-Wasser ersten Ranges' wird bereits in grünen Glasflaschen verabreicht. Die Oberselterser Quelle wurde schon 1731 entdeckt, 1581 wird bereits der 'Kam berger Sauerbrunnen' erwähnt. Auf der Karte wird Oberselters bei Niederselters, nicht bei Cam berg liegend bezeichnet. Es steht mit anderen Orten ähnlichen Namens im gewerblichen Wettkampf um den Anspruch, das 'echte Selters' zu fördern.

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