Bad Düben in alten Ansichten Band 2

Bad Düben in alten Ansichten Band 2

Autor
:   Klaus Schmeil
Gemeinde
:   Bad Düben
Bundesland
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5887-9
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bad Düben in alten Ansichten Band 2'

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29. Neuhof ist der Name für den Bauernhof, der an der Kreuzung und Bushaltestelle 'Habermacher' von der Schützenstraße-Ecke Neuhofstraße begrenzt wird. Als letzter von vier Stadtteilen kam er 1874 zur Stadt Düben. Damals gehörten die 'Katzenhäuser' an der Schützenstraße zu ihm. Vom 5. bis 9. Oktober 1813 hatte Blücher im Neuhof sein Hauptquartier eingerichtet, deshalb wurde das Haus unter Denkmalschutz gestellt. Der Name Habermacher für die Haltestelle stammt aus dem Volksmund. Dem Neuhof gegenüber, im Grundstück Am Friedhof-Ecke Friedhofstraße, unterhielt das Ehepaar Habermacher bis zu seinem Tode 1945 einen Tante-Ernma-Laden. Dieser wurde danach von Otto Schwarze etwa zehn Jahre noch geführt und dann autgegeben.

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30. Neben dem Neuhof gab es noch drei Bauernhöfe mit Eigennamen, die jedoch außerhalb der Stadt lagen. 'Louisenhof' (kurz vor dem Wald an der Durchwehnaer Straße) war nach seinem Gründer Louis Ende benannt. Der 'Waldhof stand auch am Waldrand, aber am Waldhofsweg, der von der Görschlitzer Straße links abbiegt. Beide wurden 1970-1980 durch Abgrenzung des Gebietes durch die NVA devastiert. Dagegen steht der 'Altenhof' heute noch links der Mulde zwischen Bad Düben und Schnaditz. 1347 erstmals erwähnt, wird er 1676 als Försterwohnung und 1699 als Bauernhof genannt. Von 52 Morgen Land um 1592 vergrößerte sich der Besitz bis in unsere Tage auf 460 Morgen plus Alaunwerksgelände. Dadurch wurde 1945 als Besitzer der Leipziger Baumeister Johannes Wetzold enteignet. Von 1934 bis 1945 leitete der Landwirtschaftsinspektor Otto Böttcher den Bauernhof.

31. Ein anderer Bliek auf die Gaststätte 'Goldene Sonne in der Gustav-Adolf-Straße (als im Band 1, Nr. 51). Der letzte Wirt, Robert Schreiber, steht in der Türöffnung und lädt zur Rast ein. Wie man sehen kann, sind einige Spaziergänger und Radfahrer der Aufforderung gefolgt, denn der Vorgarten ist gut besucht. Ältere Dübener werden sich daran erinnern, daß in den letzten Jahren vor Schließung der' Sonne' der alleinstehende Herr Schreiber sich insgeheim als Kellner, Koch und Wirt in einer Person ausgab.

32. Wenn man von der 'Sonne' in die Stadt ging, vorbei an der Schmiede Grothe und die Mühlstraße hinunter, befand sich links vor der Kirche die Fleischerei von Karl Ende. Diese Fotografie zeigt die Fleischerei auf einem Gemälde von der Lutherstraße aus gesehen. Dieses Haus wurde Mitte der achtziger Jahre abgerissen. Das Gemälde wurde 1947 vom Buchillustrator Paul Haffner angefertigt. Er war der Maler, der im Museum auf der Burg Düben viele Ausstellungsräume mit erläuternden Wandmalereien versehen hat. In dem Buch 'Horns Ende' hat ihm Christoph Hein ein literarisches Denkmal gesetzt.

33. Dieses Bild zeigt die Straßenansicht der Tischlerei von Paul Rennert. Sie stand an der Lutherstraße, Ecke Am Anger. An der linken Bildkante erkennt man das Schild vom Textilgeschäft Johannes Kreylaus. Dagegen ist das Schild am Haus rechts nicht lesbar. Beide Häuser fielen im April 1945 dem amerikanischen Artilleriebeschuß zum Opfer. An ihrer Stelle wurde der Parkplatz gegenüber der Sparkasse eingerichtet.

34. Die Tischlerei Schröder befand sich in der Neumärkerstraße. Durch das aus der Heide anfallende Holz bedingt gab es zahlreiche ho!Zverarbeitende Betriebe in Düben: Möbelfabriken Hermann/Friedrich Große (zwischen den Kriegen der größte Arbeitgeberin Düben), Wilhelm/FelixFritzsche, Tischlereien P. Rennert,F. Biezner, Gehrmann, K. Barth, G. Steinhauf, Glasereien P. Sonntag, K. Sonntag, W. Knabe, Sargtischlerei K. König, die Sägewerke R. Böttkel A. Malli, K. Busse, Böttcherei H. Senftleben, Stellmacher L. Pohle, K. Pohle, W. Zaulig und die Kisten- und Holzwollefabrik von H. Biermann.

Bad Düben a. Mulde

Neumärkerstra13e

35. Die Neumärkerstraße von der Neuhofstraße (Kuhgasse) aus gesehen. Rechts im Bild ist durch Strauchwerk etwas verdeckt die ehemalige Molkerei mit ihrem Schornstein zu sehen. Im Hintergrund ragt der Kirchturm heraus. Den Abschluß der Straße im Bild bildet die Fleischerei Kar! Ende. Links im Bild sieht man den Ladeneingang von Franz Bennemann, Inhaber Ernst Bläsing. Weil die linke Straßenseite zum Süden zeigt, wurden früher typisch für Düben Weinstöcke daran gepflanzt.

36. An der Mühlstraße-Ecke Neumärkerstraße war die seit Generationen betriebene Bäckerei Thiele. Daran schloß sich die Schmiede von Franz/Paul Karnstädt an, die bis 1968 existierte. Höhne/NeumannNeuhofstraße, Grothe- Gustav-Adolf-Straße, Gütling und Hennig- Torgauerstraße waren weitere Schmieden in Düben. Seit 1922 gab es in den Ställen des Preußischen Hofes eine Hengststation vom Gestüt Kreuz/Halle. Von den drei, vier Hengsten wurdenjährlich bis über zweihundert Stuten beschält. Wer erinnert sich nicht an das Bild des Hengstreiters Wilhelm Wolter, wenn er, trotz seiner vielen im Dienst erlittenen Blessuren, in vorbildlicher Haltung vom täglichen Ausritt heimkehrte. Nach dem Krieg waren es Hengste vom Gestüt Moritzburg/Dresden, die vom Preußischen Hof über Grünstraße 1 (Große) und Gustav-Adolf-Straße 22 (Mundt) bis zur Wende dort ihr Domizil hatten.

37. Dieses Bild zeigt die Ansicht der Gaststätte 'Muldenaue' des Emil Kuhwede, später Max Kühne. Im Band 1, Nr. 13 ist sie nur angedeutet. Neben Sternburg Bier wurde auch Riebeck Bier angeboten, wie aus der Beschilderung zu ersehen ist. Über dem Eingang weist ein Schild in Richtung Bahnhof Düben, der Pfeil darunter nach Torgau und weiter unten ein Hinweis auf Continental-Reifen. Die angedeutete Monopolin- Tankstelle befand sich hinter dem Standpunkt des Fotografen gegenüber der Gaststätte.

38. Bis zum Artilleriebeschuß 1945 konnte man durch den Burgturm gehend so auf das Burgwächterhaus sehen. Der Fachwerkaufsatz an der linken Seite des Hauses ist durch den Beschuß zerstört worden. Bei der Reparatur der Kriegsschäden wurde auf den Wiederaufbau verzichtet und das Gebäude in der heutigen Form errichtet. Weiterhin kann man erkennen, daß die Pflasterung im Hof bis zum Wächterhaus ging.

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