Bad Düben in alten Ansichten Band 2

Bad Düben in alten Ansichten Band 2

Autor
:   Klaus Schmeil
Gemeinde
:   Bad Düben
Bundesland
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5887-9
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bad Düben in alten Ansichten Band 2'

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39. Eine andere Ansicht von der 'alten' Muldebrücke als im Band 1, Nr. 11. Hier ist der Brückenpfeiler in der Mitte der Brücke gut zu sehen. Auch die Pfeilerreste der Vorgängerbrücken undvon Napoleons Behelfsbrükken sind sichtbar. Vor den anrückenden amerikanischen Truppen wurde die Brücke am 21. April 1945, nachts 22.30 Uhr, in die Luft gesprengt.

40. In der Zeit zwischen Mai und November 1945 war die auf diesem Foto zu erkennende Wagenfähre bei Düben die einzigste Verbindung über die Mulde. Sie befand sich an der alten Schwarzbacheinmündung, etwa in der Mitte zwischen der Muldebrücke und der jetzigen Schwarzbachmündung in die Mulde.

41. So kam man auf der Gerberstraße (einem Stück Muldedamm und ehemals alter Straße nach Wellaune) von der Muldebrücke zur ehemaligen Weißgerberei bzw. Glace-Lederfabrik von Kar! Otto, die 1872 aus einem Handwerksbetrieb hervorgegangen war. Hier wurden bis zum Zweiten Weltkrieg hauptsächlich Ziegenhäute zu Weißleder gegerbt. Das zum Gerben benötigte Alaun bezog man günstig vom nahe gelegenen Alaunwerk und die Mulde lieferte das notwendige Wasser dazu. In die 1942 stillgelegte Gerberei wurde 1943, um den Bombenangriffen aufBeriin auszuweichen, von dort die Maschinenfabrik Plagemann und Wehmhähner (Pee-Wee) evakuiert. Daraus wurde dann der VEB Wema Bad Düben, heute Profilwalzmaschinen GmbH Bad Düben.

42. Diese Luftaufnahme zeigt die Weißgerberei mit den ursprünglichen Wohngebäuden rechts und links neben ihr, wobei letztere zur Familie Otto gehörten. In diesem Bereich bildet die Mulde mit ihrem Lauf ein großes Fragezeichcn, von dem hier nur das Mittelstück zu sehen ist. Die Fließrichtung ist von rechts nach links oben. In der Mulde am rechten Bildrand sieht man einen Streichzaun für eine Schiffmühle herausragen. Danach folgen zwei Sandbänke im Flußbett. Am oberen Bildrand sind in der Mulde hölzerne Pfostenreihen waagerecht schwach zu erkennen. Das sind Brückenreste aus der Zeit vor dem 18. Jahrhundert.

43. Dies ist ein Bliek von der hölzernen Behelfsbrücke in Richtung Kirche. Mit Genehmigung der sowjetischen Kommandantur wurde im September 1945 mit dem Bau dieser Holzbrücke begonnen. Die Leitung des Baues hatte man dem Dübener Bauingenieur Horst Stahnisch übertragen. Er bekam fachmännische Unterstützung vom Zimmermeister Friedrich Ende. Das notwendige Bauholz durfte in der Heide geschlagen werden. Links im Bild ist das ehemalige Stromwärterhaus zu erkennen, in das nach 1945 Familie (Fell-) Schmidt zog. Bis Ende des vorigen Jahrhunderts mußte hier der Brückenzoll entrichtet werden.

44. Geht man auf der Stadtseite entlang von der Muldebrücke flußaufwärts, den Lauch als Uferpromenade benutzend, so kann man einen schönen Spaziergang zur 'Schafbrücke' machen. Sie führt über den Schwarzbach. Durch sie konnte früher das Vieh, hauptsächlich wandernde Schafherden, nicht durch, sondern um die Stadt herum zum Überqueren der Mulde zur Muldebrücke getrieben werden. Diese ist durch das Geäst hindurch gerade noch zu erkennen. Die Schafbrücke ist eine gemauerte Bogenbrücke und stellt für Düben ein technisches Denkmal dar.

45. Von der Schafbrücke hat man so einen Bliek auf die Rückseite der ehemaligen Amtsmühle. Amtsmühle deshalb, weil sie bis zum Kauf durch Gottfried Sacher im Jahr 1688 zum Amt Düben gehörte. Zur Unterscheidung zu den anderen Mühlen wird sie heute Stadtmühle genannt. Sie ist eine von ehemals zehn Wassermühlen in Düben. Das waren die Stadt- und Neumühle am Schwarzbach, Ober-, Mittel- und Niedermühle am Schleifbach, Hammermühle und Lochmühle (Alaunwerk) und zeitweise bis zu vier Schiffmühlen auf der Mulde. Außerdem gab es weitere Schiffmühlen in nächster Nähe auf der Mulde bei Pristäblich, die Bergschiffmühle am Alaunwerk und bei Schnaditz (Mareseh). Hinzu kam die Windmühle, die man von der Gustav-AdolfStraße über den Windmühlenweg erreichen konnte.

46. Zwischen Stadtmühle und ehemals Dr. Bünger (heute Dr. Zapf) hindurch kommt man vom Lauch zur Eilenburger Straße. Will man links in die Ritterstraße und damit in die Stadt gehen, so muß man eine der zwei Straßenbrücken über den Schwarzbach benutzen. Im Mittelpunkt des Bildes steht das Geburtshaus des Museumsgründers Willy Winkier, das unter alten Dübenern auch als 'Kristallpalast' bekannt ist. Das Gebäude links nach der Brücke war früher 'Albrechts Gaststätte'. Rechts herum führt die Straße durch die Schloßmark zur ehemaligen Pristäblicher Ziegelei. Geradeaus geht die Eilenburger Straße,

47. Etwa 150 m bachaufwärts befindet sich diese Fußgängerbrücke über den Schwarzbach. Neben ihr, bachaufwärts, war früher eine Wagenfurt. Diese nutzten die Bauern vom Paradeplatz, Neustraße und Friedensstraße, um aufkürzerem Weg mit ihren Pferdewagen zu ihren Feldern in der Schloßmark und an der Eilenburger Straße zu gelangen. An schönen Sommertagen wurde die Furt nach der Arbeit als Pferdeschwemme genutzt. Über den Schwarzbach gibt es insgesamt zwei Straßen-, drei Fuhrwerks-, eine Eisenbahn- und zwei Fußgängerbrücken. Zu letzteren kam nach dem Zweiten Weltkrieg noch eine zum Festplatz der Kleingartenanlage, zur 'Kohlrabi-Bar' hinzu.

Oüben a. d. M.

Markt mit Rathaus

48. Das ist ein Bliek von der Drogerie Schultze über den Marktplatz zum Rathaus. Rechts im Vordergrund ist noch die Wasserpumpe mit zwei Ausläufen zu sehen, die einen Wasserkasten ersetzte. Vor dem Rathaus steht das Kriegerdenkmal mit den Namen der in den Kriegen von 1866/67 und 1870/71 gefallenen Dübenern. Beim Beseitigen der Benzintanks der ehemaligen Tankstelle der Drogerie Schultze kam eine gemauerte Zisterne zum Vorschein. Sie diente früher der Feuerwehr bei Bränden als Wasserreservoir.

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