Bad Driburg in alten Ansichten Band 2

Bad Driburg in alten Ansichten Band 2

Autor
:   Waldemar Becker
Gemeinde
:   Bad Driburg
Bundesland
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5196-2
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bad Driburg in alten Ansichten Band 2'

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19. Die Aufnahme der Stadt Bad Driburg ist um 1930 vom Steinberg aus gemacht worden. Die Stadt hatte sich bis dahin kaum über die Altstadt hinaus ausgedehnt. Das Bild der Stadt war noch stark von einer Reihe von Fabrikgebäuden und den dazugehörigen hohen Schornsteinen geprägt: irn Vordergrund an der Brakeler Straße die Glashütte Becker, links daneben Fa. Anna Bose, an der unteren Langen Straße die Glashütte Münstermann (Friedrichshütte), zwischen der Altstadt und dem Missionshaus das städtische Elektrizitätswerk und die Ziegelei Breker. Auf der Aufnahme nicht zu sehen ist die dritte Driburger Glashütte, die sogenannte Judenhütte an der Bahnhofstraße.

20. Die Aufnahme zeigt die Glashütte Becker an der BrakeIer Straße um 1930. Nachdem die Stadt Driburg 1864 an das Eisenbahnnetz angeschlossen worden war, hat Otto Becker diese Hütte 1865 in der Nähe des Güterbahnhofes als erste Glashütte in bzw. am Rand der Stadt errichtet. Um die Jahrhundertwende waren dort etwa achtzig Arbeiter beschäftigt. Nach der Schließung der Hütte infolge der Weltwirtschaftskrise wurde sie ab 1933 zusammen mit der sogenannten Judenhütte als Vereinigte Driburger Glashüttenwerke weitergeführt. In den sechziger Jahren mußte die Hütte trotz mehrerer Versuche, die für die Stadt und ihre Bewohner wichtigen Arbeitsplätze zu erhalten, ihre Produktion endgültig einstellen.

21. Otto Becker (linkes Bild), der aus Siebenstern stammte und ab 1847 die Glashütte Emde leitete, war 1865 der Gründer der Glashütte Becker an der Brakeler Straße. Otto Becker (rechtes Bild) war Inhaber und Leiter der Glashütte von 1922 bis zu ihrer Stillegung in der Weltwirtschaftskrise.

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22. Die Friedrichshütte an der unteren Langen Straße war die zweite Glashütte, die in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts am Rand der Stadt errichtet worden ist. Die Gebrüder Friedrich und Werner Seidensticker und Carl Münstermann waren 1876 die Gründer der Firma Seidensticker u. Cie. Von 1886 bis zu ihrer Stillegung und endgültigen Schließung in der Weltwirtschaftskrise war die Hütte im Besitz der Familie Münstermann. Das obige Bild aus dem Firmenbriefkopf war eine Darstellung der Friedrichshütte, die nicht in allen Einzelheiten der Wirklichkeit entsprach. An der Stelle der Fabrikgebäude wurde am Ende der dreißiger Jahre das neue Rathaus errichtet. Die zur Hütte gehörigen Arbeiterwohnhäuser an der Langen Straße sind im Winter 1957/58 und das Wohnhaus der Familie Münstermann (das spätere Haus Lödige) 1973 abgerissen worden.

23. Carl Münstermann (linkes Bild). Hüttenmeister und Hafenmacher auf der Glashütte Emde , gründete 1876 zusammen mit Friedrich und Werner Seidensticker an der unteren Langen Straße die Glashütte Seidensticker u. Cie. Ab 1886 war Münstermann Alleininhaber des Werkes. Carl Münstermann (rechtes Bild), ein Enkel des Firrnengründers, war der letzte Besitzer der Friedrichshütte, die infolge der Weltwirtschaftskrise ihren Betrieb einstellen rnußte. Von 1933 bis 1959 leitete Carl Münstermann die Vereinigten Driburger Glashüttenwerke .

1926

24. Die Neue Hütte an der Bahnhofstraße ist im Jahre 1906 als dritte Driburger Glashütte gebaut worden. Da einer der Mitbegründer der jüdische Kaufmann Schuster war, hieß die Hütte von Anfang an 'Judenhütte' . 1909 waren dort 65 Arbeiter beschäftigt. Ab 1914 war die Hütte ein Zweigwerk der Friedrichshütte. Nach deren Stillegung bildete sie ab 1933 zusammen mit der ehemaligen Glashütte Becker die Vereinigten Driburger Glashüttenwerke. Das obige Bild der 'Judenhütte' ist - wie bei der Friedrichshütte - eine etwas stilisierte Darstellung. An der Stelle der Hütte ist in den achtziger Jahren ein modernes Wohnviertel entstanden.

25. Der 1889 von August Wolff errichtete Englische Hof an der unteren Langen Straße/Ecke Caspar-Heinrich-Straße gehörte jahrzehntelang zu den führenden Hotels der Stadt. Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges nannte H. Wolff sein Hotel zunächst in Preußischer Hof und schon wenige Tage später wegen der Bündnistreue des österreichischen Kaisers Franz Joseph in Wiener Hofum. Am Ende der fünfziger Jahre wurde das Hotel abgebrochen.

26. Auf der Aufnahme, die etwa 1900 von dem Königlichen Bahnmeister a.D. und 'AmateurPhotograph' A. Emskötter gemacht wurde , ist das Haus des Kaufmanns Ferd. Gildemeister an der unteren Langen Straße/Ecke Caspar-Heinrich-Straße zu sehen. Später führte eine hohe Treppe in der Mitte des Hauses in den Lebensmittelladen. Das Gebäude an der Caspar-Heinrich-Straße oberhalb des Hauses Gildemeister war ein Arbeiterwohnhaus des Rittergutes. Am linken Bildrand ist das Stallgebäude des Rittergutes, am rechten Bildrand der Garten des Englischen Hofes angeschnitten. Ferd. Gildemeister war viele Jahre lang Stadtverordneter, StadtverordnetenVorsteher und Beigeordneter. Für seine Verdienste verlieh ihm die Stadt Bad Driburg deshalb 1924 das Ehrenbürgerrecht.

Driburg -zur E~ntezeit

27. Dieser Anblick der Stadt Driburg und der Iburg bot sich dem Betrachter um die Jahrhundertwende von der oberen Caspar-Heinrich-Straße aus. Die neue katholische Pfarrkirche in der Stadtmitte ist wenige Jahre zuvor erbaut worden. Auf der Iburg, dem Wahrzeichen der Driburger Landschaft, sind die den Anblick des Berges stark verändernden Bauten (Kaiser-Karls-Turm und Sachsenklause) noch nicht errichtet. Das Getreidefeld im Vordergrund gehörte zum Rittergut. Heute stehen dort das Park-Hotel und einige andere Häuser, vor allem Pensionen.

28. An der unteren Langen Straße gegenüber dem Rittergut stand das Haus Thöne , in dem Tischlermeister Johann Thöne im Jahre 1905 eine Bau- und Möbelschreinerei eröffnete. Das Fachwerkhaus rechts im Bild war das Bauernhaus Stolte. Beide Häuser sind abgebrochen worden.

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