Bad Gandersheim in alten Ansichten Band 3

Bad Gandersheim in alten Ansichten Band 3

Autor
:   Axel Christoph Kronenberg
Gemeinde
:   Bad Gandersheim
Bundesland
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6708-6
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

Lieferzeit: 2 - 3 Arbeitstage (unverbindlich). Der gezeigte Umschlag kann abweichen.

   


Auszüge aus dem Buch 'Bad Gandersheim in alten Ansichten Band 3'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

9. Villa Prahmann

Die im [ahre 1913 erbaute Villa des Kreismauermeisters Leopold Prahmann in der Hildesheimer Straße 2 war - entsprechend ihrem großzügigen Äußeren - innen mit repräsentativen Möbeln ausgestattet, wie sie vor dem Ersten Weltkrieg von begüterten Bürgern gern erworben wurden. Die Innenaufnahme zeigt Leopold Prahmann (1862-1948) mit seiner Frau Auguste, geborene Hauenschild, in ihrem Wohnzimmer. Aufnahme 1930.

10. Buchdruckerei und Verlag Carl Friedrich Hertel

In dem Haus an der Stiftsfreiheit 9, früher Wilhelmsplatz 7, befand sich die 1833 (zunächst bis 1836 im Steinweg 75) von Buchdrucker Carl Friedrich Hertel (t 1871) gegründete Buchdruckerei, die zunächst das 'Wochenblatt des Kreises Gandersheim' und später als Verlag das 'Ganders heim er Krcisblatt' herausgab. Das Foto aus dem [ahr 1923 zeigt das festlich geschmückte große Haus, aus dessen rechtem Fenster im 1. Stock der Besitzer Robert Hertel jun. (1880-1949) und seine Frau Margarethe, geb. Mühe (1894-1980), die spätere Verlagsinhaberin, herausschauen. Vor dem jetzigen Haus stand an dieser Stelle eine prächtige Stiftskurie, die die Ritterfamilie von Gandersheim im 13. und 14. Jahrhundert und danach die von Ruscheplat und von Stapler besessen hatten. Aufnahme 1923.

11. Der Steinweg im verordneten Fahnenschmuck

Jedes Haus war gehalten, am 1. Mai dem 'Tag der nationalen Arbeit', eine Fahne herauszuhängen. Anfangs war die schwarzweiß-rote Reichsfahne neben der neu als offizielle deutsche Fahne eingeführten Hakenkreuzfahne noch zulässig, da es diese noch nicht im gewünschten Umfang zu kaufen gab. Der erste Umzug in Bad Gandersheim seit der 'Machtübernahme' der Nationalsozialisten wurde am 1. Mai 1933 zu einer großen Demonstration der neuen Machthaber. 1 700 Teilnehmer aller Betriebe, Schulen, Verbände, Handwerker und militärischen Traditionsvereine sowie zahlreiche Bürger zogen mit Musikbegleitung nach Salutschüssen und einem Feldgottesdienst unter Glockengeläut vom Wilhelmsplatz durch die Stadt zum Marktplatz. Mehr als 2 000 Zuschauer säumten den Weg des Festzuges. Der gepflasterte Steinweg ist bereits für den späteren Umzug nach Westen in Richtung St.-Georgs-Kirche hin abgesperrt. Aufnahme 1933.

12. Die Moritzstraße, die bis 1945 Adolf-Hitler-Straße hieß

Wie viele andere Straßen in Städten und Dörfern Deutschlands wurde auch in Bad Gandersheim im [ahre 1933 die schönste Straße, die Moritzstraße, in Adolf-Hitler-Straße umbenannt. Das Foto zeigt eines der Häuser mit der Hakenkreuzfahne. Besonders bei den Feiern am 1. Mai wurden wegen des verordneten Festumzuges Fahnen an den Häusern gehisst. Der große Dachgiebel am Ende der Moritzstraße und das Haus davor gehören zum Hotel Weißes Ross am Marktplatz, gegenüber dem Rathaus. Aufnahme 1933.

13. Wilhelmsplatz (heute Stiftsfreiheit) mitWilhelmsburg

An dem Platz der Wilhelmsburg (großes Haus im Hintergrund) und der Gärten dahinter stand von 1501 bis 1568 das Franziskanerkloster. Dieses wurde im Volksmund 'Barfüßerkloster' genannt, seine Gebäude wurden bis 1 570 für das 'Gymnasium Illustre' genutzt, einer Vorstufe der von Herzog ]ulius geplanten Universität. In dem großen Eckgebäude an der Barfüßergasse und rechts daneben befanden sich zunächst Stiftskurien, dann Wohnungen der Pastoren, ab 1964 ein Textilgeschäft. Links ist ein Teil des Verlagsgebäudes des Gandersheimer Kreisblattes zu sehen, daneben das Schreibwarengeschäft Drucklieb. Oben, halb verdeckt, befand sich bis 1960 das Platramt der Stiftskirche, rechts davon die Feuerwehr, davor eine Tankstelle und ein Gemüsegeschäft. Aufnahme Eberhard Schwarz 1956.

14. Die Zollschule auf dem Kleinen Osterberg

1937 ließ der Chef des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps AdolfHühnlein auf der unbewaldeten Kuppe des Kleinen Osterberges eine Kaserne als Schulungsstätte für Kfz- und Führerscheinausbildung erbauen: die so genannte Reichmotorsportschule. Im Juni 1937 erfolgte die Einweihung. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm 1950 die Bundeszollverwaltung die Anlage und richtete die Zollschule für die Ausbildung der Zollbeamten ein. 1987 wurde der Lehrbetrieb eingestellt und nach Münster verlegt. Die Gebäude wurden an die amerikanische Kirche 'Chris! for Narions' verkauft, die hier ihren theologischen Nachwuchs ausbildet. Aufnahme 1960.

1 s. Fotograf, Museumsleiter und Ehrenbürger Johannes Nissen JürgenArnecke bläst auf dem alten Nachtwächterhorn des Stadtpfeifers, das ihm der Museumsleiter Johannes Nissen (1881-1972) gibt. Johannes Nissen besaß das Fotografengeschäft in der Moritzstraße. Er fertigte die meisten Fotos des alten Gandersheim an und dokumentierte besonders das Leben und die Gebäude Gandersheims in den [ahren 1920-1950. Er baute das städtische Heimatmuseum auf und leitete es jahrelang. Aufnahme Wolfgang Etzold, Hamburg 1960.

16. Fachwerkhäuser am Marktplatz

Nach dem großen Brand im [ahre 1580 entstanden ein [ahr später die schönen Fachwerkhäuser am Markt. Das hohe repräsentative Hotel Weißes Ross war einst das erste Haus am Platz. Zu ihm gehörte das dahinter stehende Haus. Es war stets im Besitz von bedeutenden Gandersheimer Bürgern und wurde 1686 Gasthaus. Heute befindet sich ein REHA-Zentrum in dem Gebäude. Das Haus am Markt 2, rechts daneben, gehört seit 1859 der Drechslermeisterfamilie Pinne. Zuvor wurde es fast zweihundert [ahre lang von Bäcker- Fleischer- und Kürschnermeistern bewohnt. Das reich geschmückte und gut erhaltene Fachwerkhaus an der Ecke Markt 3 wurde 1581 von Kaufmann Hans Niebecker erbaut, wie die Inschrift verrät. Verschiedene Handwerksmeister, meistens Schlachtermeister, besaßen das schmucke Haus, das heute eine italienische Gaststätte ist. Aufnahme 1960.

1 7. Ehemaliger Schäferhof

Bis zur Reformation befand sich hier das im [ahre 939 geweihte Benediktinerinnenkloster St. Marien, das der Äbtissin des Reichsstiftes Gandersheim gehörte. Mit der Auflösung des Klosters durch Herzog [ulius von Braunschweig im Herbst 1570 wurden die Ländereien in eine staatliche Domäne umgewandelt, um mit den Erträgen die Neugründung der Universität in Helmstedt zu finanzieren. Der gotische Marienaltar aus dem [ahre 1521 wurde auf herzoglichen Befehl 1582 aus der Klosterkirche in die Stiftskirche gebracht, wo er noch heute eine Seitenkapelle ziert. Die Kirche und die Klostergebäude wurden weitgehend abgerissen. 1980 wurden die letzten baufälligen Domänengebäude abgerissen, um einem großen Verbrauchermarkt zu weichen. Das Foto zeigt das damals noch benutzte Wohnhaus und ein Stallgebäude. Heute erinnert nur noch der Straßenname 'Marienklosrer' daran, dass hier einst ein Kloster stand. Aufnahme Gandersheimer Kreisblatt 1958.

18. Die Stiftskirche St. Anastasius und St. Innocentius

Der erste Bau der Stiftskirche wurde am 1. November 881 geweiht. Die jetzige romanische Basilika - der vierte Bau - wurde 1172 unter der tatkräftigen Äbtissin des Reichsstiftes, Adelheid IV. von Sommerschenburg (1152-1184), geweiht. Die heutige Kirche entstand, bis auf die gotischen Kapellen im 14. [ahrhundert, in dieser Zeit. Der Lettner von 1912 trennte den Hohen Chor vom Hauptschiff, das durch den niedersächsischen Stützenwechsel geprägt wird. Die neugotische Kanzel war ursprünglich für den Dom zu Braunschweig vorgesehen; sie kam Mitte des 19. Jahrhunderts als Geschenk Herzog WilheIms in die Stiftskirche. Die um 1900 von Professor Quensen vorgenommene Ausmalung der Decke und der Wände wurde Anfang der 19 50er [ahre übertüncht. Das Foto zeigt den Zustand des Kirchenschiffes vor der umfassenden Restaurierung in den [ahren 1992 bis 1997. Aufnahme Photo Puhlmann 1954.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Kolophon | Privacy | Haftungsausschluss | Lieferbedingungen | © 2009 - 2019 Europäische Bibliothek Verlag