Bad Hönningen in alten Ansichten Band 2

Bad Hönningen in alten Ansichten Band 2

Autor
:   Gregor Krämer
Gemeinde
:   Bad Hönningen
Bundesland
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1213-0
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bad Hönningen in alten Ansichten Band 2'

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39. Unser 1926 entstandenes Bild zeigt die Hofgasse in westlicher Richtung. Die gepflasterte Straße mit dem alten Fachwerk im Hintergrund wurde von der Familie Nebgen bewohnt, danach folgt das Anwesen Weißenfels. Daneben wohnte der Uhrmachermeister und Hobbymaler Schuhmann. Oben rechts der Fotograf Schrörs. Links das bruchsteinerne Haus wurde von den Geschwistern Weißenfels bewohnt. Links an der Ecke befindet sich heute das Café RoU.

40. Um 1907, als diese Aufnahme entstand, hatte die Metzgerei Zech an der Ecke Hauptstraße/Kirchstraße dieses Aussehen. Das Ehepaar Zech hat sich mit ihren Kindern Theo und Finehen (Hall) vor ihrem Geschäft für den Fotografen aufgestellt. Hinzu gesellten sich einige Nachbarinnen, denn die Möglichkeit zu einem Bild bot sich zu der damaligen Zeit noch recht selten.

41. Gleich neben der katholischen Pfarrkirche stand bis in die siebziger Jahre das alte Küsterhaus. Über siebzig Jahre wohnte die Familie Graben in dem für den Küster und Organisten zur Verfügung stehendem Haus. Jahrelang wurde in dem nach der Hofstraße zu liegendem Zimmer die Gesangsprobe abgehalten. Unsere Karte wurde im Dezember 1912 gemacht und zeigt Frau Graben mit ihren Söhnen Josef, Peter und Kar! vor dem Eingang zu ihrem kleinen Feinkostgeschäft. Rechts der Eingang zur Waschküche. Zum Keller gelangte man durch eine hölzerne Falltüre.

42. Das ehemalige Fachwerkhaus in der oberen Schmiedgasse diente vor dem Ersten Weltkrieg als Umschlagplatz für Papier. Die Firma Rudolf Buse lagerte Papier zur Tütenherstellung in den Räumen des Gebäudes. Viele Bürger Hönningens holten Papier und klebten in Heimarbeit Tüten, um die Haushaltskasse etwas aufzubessern. Angaben noch lebender Zeugen zufolge bekam man vor dem Ersten Weltkrieg für eintausend Tirten zwanzig Pfennig. Das Haus, im Volksmund 'Tuttefabrik' genannt, hatte eine große Einfahrt mit eigener kleiner Rampe zum Abtransport fertiger Tüten mit Fuhrwerken. Auf unserem Bild, oben, mit Mütze, sieht man Fritz Rüssel und Toni Lacher, beide bekannte Hönninger der früheren Jahre.

43. Ein malerisch gestaltetes Bild bot der Hof der Gaststätte Witwe Rüssel im Jahre 1928. Eine wunderschöne Weinlaube lud zum gemütlichen Verweilen ein. Bequem hatte es der Gast in den schönen Sitzgruppen. Manche schöne Plauderstunde mag in dieser beschaulichen Ecke stattgefunden haben. Gleich daneben war der Hubertus-Saal, Über den bunten Fenstern erkennt man den Spruch: 'Hubertus-Saal bin ich genannt, und rühmlich überall bekannt.' Darüber sieht man den heiligen Hubertus mit dem weißen Hirsch, den Schutzpatron und Namensgeber der alten Gaststätte. Viele Dokumente und Sammlungen sowie Zeugen historischer Briefwechsel bewahrt, chronologisch geordnet, für die Nachwelt DI. Karl Rüssel, ein Sohn des Hauses Rüssel.

44. Ein Szene aus der Schmiedgasse: Frau Wenigmann hat eine Ziege in fotografengerechte Position gebracht. Ein solches Motivaus der Zeit um 1930 ist heute in dieser Straße nicht mehr denkbar. Überlieferungen zufolge hielt man in der Schmiedgasse mindestens vierzehn Ochsen, dabei ist das Vieh nicht mitgerechnet, das außer von Landwirten auch noch von privaten Haushalten gehalten wurde.

45. So sah einmal die Schmiedgasse aus Richtung Rheinweg aus. Links sieht man ein großes schmiedeeisernes Tor und darüber der Kellereingang des früheren Hotels 'Zum Treppchen'. Auf der rechten Seite stehen die niedrigen Fachwerkhäuser der Gebrüder Matthias, Michael und Willi Müller. Parterre wohnte Frau Agnes Kruft (Krufts Nies), dahinter steht das Anwesen Christian Pyra, Heute steht dort das Geschäftshaus Josef Düren. Rechts, mit dem dunklen Anzug, erkennt man Heinrich Kösters.

46. Vor seiner Schmiede steht hier Matthias Ammerich in dem Holzlager der Stellmacherei Max Adenauer. Zu dieser Zeit war es üblich, dass die Nachbarn noch Hand in Hand arbeiteten. Matthias Ammerich war zuständig für das Beschlagen der Pferde, die Beschläge für die Fuhrwerke und viele Mitbürger brachten ihre Handwerksgeräte zum Überholen. Bei Max Adenauer wurden Pferdewagen, Leiterwagen und Zubehör hergestellt. Vor dem Holzlager stehen von links: Willi Scheidt, Matthias Ammerich und Max Adenauer.

47. Die Peter-und-Paul-Kirmes wurde nachweislich immer auf den Tag gefeiert. Der Veranstalter war und ist der katholische Junggesellenverein 1829, der in diesem Jahr sein 150. Jubiläum begehen konnte. Nach den drei jährlichen Festtagen wird eine Strohpuppe, Kirmesmann genannt, durch den Ort getragen und anschließend brennend in den Rhein geworfen. Hier ziert der Kirmesmann die Neustraße in der Höhe des ehemaligen Mühle- und Kreissägenbesitzers Johann Pyra, der in früheren Jahren vielen Leuten zu geschnittenem Brennholz verhalf. Der Sappeur gibt auf dieser Aufnahme dem Kirmessymbol noch einen aufmunternden Schlag.

48. Ohne Feierlichkeiten und nur im Beisein von zufällig vorbeikommenden Passanten wurden während des Ersten Weltkrieges zwei Glocken des Geläutes der katholischen Kirche St. Peter und Pa ui zum Einschmelzen abgeholt. Erst am 28. März 1926 konnte die Weihe der neuen Glocken vorgenommen werden. Leider mussten die Hönninger Burger später nochmals die gleiche Erfahrung machen.

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