Bad Honnef am Rhein in alten Ansichten Band 1

Bad Honnef am Rhein in alten Ansichten Band 1

Autor
:   Karl Günter Werber
Gemeinde
:   Bad Honnef am Rhein
Bundesland
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4861-0
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bad Honnef am Rhein in alten Ansichten Band 1'

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59. Am 8. November 1907 starb im Alter von 50 Jahren Theodor Waechter, Honnefs Bürgermeister seit dem Jahre 1889. Der Aufstieg Honnefs zur Kurund Badestadt ist mit seinem Namen verknüpft. In seine Amtszeit fiel der Erwerb des Kurhauses und der Bau des Rathauses am Markt. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde der zu früh Verstorbene zu Grabe getragen. Hier zieht der Trauerzug über die mittlere Hauptstraße an den Häusern 33-43 entlang.

60. Theatergastspiele gab es nicht nur auf der Bühne des Kursaals. Hier gibt eine wandernde Zigeunerfamilie mit Affen und Tanzbär auf offener Straße eine Vorstellung. Ort der Handlung: der Marktplatz vor dem Gasthof der Familie Dix (heute: Hotel Franco).

61. Zur 'Rheinischen Riviera' , wie die Honnefer Bucht einst schmeichelhaft genannt wurde , gehörten auch Badestrände. Der eine lag am Ufer des Toten Armes an der Steinstraße, vom 'Rechmanns Hubäät' begründet, der andere lag weiter nördlich, an der Rheinpromenade in Richtung Rhöndorf, beaufsichtigt vom 'Kroh Jüpp'. Auch in Rhöndorf wurde Wassersport betrieben (unser Bild).

62. Die heutigen Tennisplätze auf der Insel Grafenwerth und an der Rheinpromenade hatten schon Vorgänger: hier, im westlichen Teil des Kurgartens, an der Luisenstraße, vor der malerischen Kulisse der neuromanischen, im Jahre 1900 errichteten evangelischen Kirche lagen sie. Damen, die zur Kur weilten, betätigen sich hier in zeitgemäßer, wenn auch wenig sportlicher Bekleidung.

63. Das aIte Honnef verfügte über eine Gastronomie von beachtlicher Vielfalt. An erster Stelle muß Dell's Hotel 'Zum Siebengebirge' genannt werden. Über 100 Jahre war es im Besitz der Familie Deli. Der Altbau (Eckhaus rechts) war im Jahre 1828 von Hermann Joseph Tillmann erbaut worden, der vorher am Markt eine Bäckerei betrieben hatte. Das schlichte klassizistische Gebäude mußte im Jahre 1904 dem Neubau weichen, der heute noch steht (Kaiser's Kaffee-Gschäft). Links am Bildrand die Hauderei des Wilhelm Schönenberg, gegenüber das Haus mit dem Treppengiebel, die Drogerie des Adolf Zalewski. Zalewski gelang es später, aus Lebertran, dem Schrekken aller Kinder, eine halbwegs wohlschmeckende Emulsion herzustellen. Das Produkt ging unter dem Namen 'Marke Dorschkopf' in alle WeIt. Die Fabrik lag an der unteren Steinstraße.

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64. Ein Patrizierhaus des frühen 18. Jahrhunderts, ursprünglich Wohnsitz der Honnefer Gerichtsschreiberfamilie Steffens, beherbergte einen Gasthof, der dem Hotel Deli an Ansehen kaum nachstand: das Hotel Klein. Seine Blüte erlebte es unter der Führung von Frau Berta Klein, an deren gerühmter Table d'höte gelegentlich auch Königin Sophie von Schweden speiste. Proteste denkmalschutzbewußter Bürger konnten den Abriß des schönen, barocken Baudenkmals im Jahre 1964 nicht verhindern. Heute steht an seiner Stelle die Volksbank Siebengebirge.

65. Das Hotel Webel an der mittleren Hauptstraße (Nr. 62) lud als 'Hotel des Deutschen Offiziers- Vereines' vor allem zu Feiern an 'Kaisers Geburtstag' und am Sedanstag ein. Seine Lage gegenüber dem Kriegerdenkmal trug dazu bei, Reminiszenzen an Preußens große Tage wachzuhalten. Sein Besitzer stammte aus Berlin und sah gem preußische Offiziere an seiner Table d'hóre. Es besaß die Nummer 1 im Honnefer Telefonbuch.

66. Ein Bliek in die obere Hauptstraße: rechts das Hotel Rüdesheim, das zu den führenden Häusern Honnefs gehörte (Hauptstraße 67-69), mit Stammtisch, und Table d'höte, einem Garten mit Laubengang, Grotten aus Lava, Springbrunnen und Wasserfall, einem Musikpavillon, in dem Militärkapellen spielten, und einem großen Saal, der später Honnefs erstes Kino beherbergte. Dem Hotel gegenüber fand man die erste Geschäftsniederlassung der Honnefer Volkszeitung und der Buchhandlung Werber (heute: Walkernbach, Hauptstraße 82). Daneben hatte der Uhrmachermeister Kindermann sein Geschäftslokal, das später in die Kirchstraße übersiedelte.

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67. Ein Hotel rühmte sich stolz der 'unbestritten schönsten Lage von Honnef und betrachtete sich als eine Art Gegenstück zum Bahnhof Rolandseck. Des weiteren zählte es '24 große, höchst comfortabel eingerichteTe Fremdenzimmer' auf', 'einen großen, angenehmen Garten, ein herrliches Rheinpanorama von Godesberg bis Remagen, eine Dunkelkammer für Amateurphotographen sowie Maihümpchen als Spezialität'. Sein Pächter, Peter Schwellenbach, veranstaltete Festlichkeiten für die Bonner Burschenschaften und des Offizierskorps der Bonner Husaren. Es war das Hotel 'Feuerschlößchen' auf dem Kirchbeuel, der ehemalige Besitz der Damen von Bongart, Stifterinnen der Annakapelle. Heute nehmen seinen Platz die von Kommerzienrat Wilhelm Girardet errichtete Villa und das Städtische Siebengebirgsgymnasium ein.

68. Ein beliebter Treffpunkt, vor allem der Honnefer Damenwelt, war das Café Dahlhausen, Hauptstraße 68 (später Linzer Straße la). Der Besitzer: Peter Dahlhausen, dem die Königin von Schweden den Titel 'Hofconditormeister' verliehen hatte, steht in der Mitte der Gruppe, umgeben von Farnilienangehörigen und Nachbarn.

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