Bad Honnef am Rhein in alten Ansichten Band 2

Bad Honnef am Rhein in alten Ansichten Band 2

Autor
:   Karl Günter Werber
Gemeinde
:   Bad Honnef am Rhein
Bundesland
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6625-6
Seiten
:   80
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bad Honnef am Rhein in alten Ansichten Band 2'

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49 Die drei Hannefer 'Annabildchen' wurden von der örtlichen Überlieferung mit der Pestepedemie der Iahre

1665-1666 in Verbindung gebracht und als 'Pesthäuschen' definiert. Nur das Bildstöckchen an der Selhafer Straße ist nachweis-

lieh im Pestjahr 1666 errichtet worden, wie die erhaltene Inschrift bezeugt.

SO Im Gegensatz zur Martinskapelle in Selhof bietet die Marienkapelle in Rhöndorf mit ihrer Umgebung heute ein ganz anderes Erscheinungsbild. Die

schmale Straße führte am Gartenzaun des Weingutsbesitzers Broel entlang, in dessen Flucht die Kapelle lag. Rechts an der Außenwand des kleinen Gottes-

hauses ist die Grabtafel des letzten Ritters vom Drachenfels eingelassen, eine Stiftung des Kölner Kaufmanns Theodor Essingh, des Besitzers des Hauses

'Im Thurrri' . Die Tafel befindet sich heute an der nördlichen Turmwand der Rhöndorfer pfarrkirche.

Rhöndorf mit Drachenfels

5 1 Ein Blick in die entgegengesetzte Richtung: der heutige Gasthof 'Zur alten Kapelle' versteckt sein

Fachwerk noch unter einer Putzschicht. Das Fachwerkhaus daneben und das angrenzende (auf unserem

Bild nicht sichtbare) wurden beim Einmarsch der Amerikaner im März 1945 zerstört.

Rhóndorf

52 Auf dem Gelände der Villa Weckbecker an der Austraße wurde am 9. Februar 1897 eine Mineralquelle erbohrt, die den

Namen 'Drachenquelle' erhielt und den Ruf der Stadt als Heilbad begründete. Die Villa Weckbecker, ein repräsentativer Bau im Stil

der Neorenaissance, mußte dem Bau der Umgehungsstraße weichen.

53 Die Umgebung der Drachenquelle wurde in einen kleinen Kurpark ver-

wandelt mit Bade- und Brunnenhaus, mit Pavillons und Spazierwegen, ge-

schmückt mit Architekturelementen und Gartenplastiken.

54 Heute ist die Gartenpracht zwischen Austraße und Steinstraße gänzlich

verschwunden. Zuletzt fiel das Haus Steinstraße 12, in dem die Büros der Dra-

chenquelle untergebracht waren, der Spitzhacke zum Opfer.

55 In derTrinkhalle des Kurgartens, am Endpunkt der bis hier geleiteten Quelle, konnte man das Wasser des 'alkalisch-rnuriatischen Säuerlings' aus dem Maul eines steinernen Drachens in bereit gestellte Becher fließen lassen.

56 Es gab - sieht man von Rhöndorf ab, wo es schon immer eine direkte Berührung mit dem Strom gab nur einen Punkt, wo die Bebauung der Stadt an den Rhein stieß: die untere Steinstraße, am 'Ofe' (Ufer), wie es die Einheimisehen nannten. Ein kleiner Hafen, ein Relikt aus der Zeit, als Honnef noch am Hauptstrom lag. Das Fachwerkhaus auf unserem Bild lag dem Rhein am nächsten. Durch eine Art Kaimauer gelangte man über eine Treppe zum Ufer hinunter.

57 Dem Ende der Steinstraße vorgelagert, im 'Toten Arm', lag Honnefs erste Badeanstalt: ein kleiner Holzbau, in winzige Zellen aufgeteilt, die an einem schmalen Flur lagen und an den Seiten von einem Sprungbrett umgeben waren. Der erste Bademeister war der 'Rechmanns Hubäet', sein Nachfolger der 'Kroh Iiipp', auch 'Schwimm-Krah' genannt (auf unserem Bild in der vordersten Reihe sitzend). Später setzte der Schwimmeister seine Tätigkeit im Rheinschwimmbad an der Rheinpramenade fort mit Hilfe einer beweglichen Balkenkonstruktion, vom Rand eines Kah-

nes in Ufernähe gesteuert, an deren unterem Ende der Schwimmschüler an Lederriemen hängend in Wasserkontakt kam.

58 Hier begann das Honnefer 'Hafenviertel' . Am Anfang, gleich an der Eisenbahnlinie, lag die Emulsionsfabrik Zalewski. Der aus Ostpreußen stammende Adolf Zalewski hatte eine bemerkenswerte Erfindung gemacht. Es war ihm gelungen, aus Lebertran, dem Schrecken aller Kinder, einen halbwegs wohlschmeckenden Saft von milchähnlichem Aussehen herzustellen. Das Produkt wurde berühmt und ging, von Ärzten empfohlen und mit höchsten Auszeichnungen versehen, in alle Welt als Zalewskis Deutsche Lebertran-Emulsion 'Marke Dorschkopf' .

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