Bad Iburg in alten Ansichten

Bad Iburg in alten Ansichten

Autor
:   Heinz Köhne
Gemeinde
:   Bad Iburg
Bundesland
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5109-2
Seiten
:   64
Preis
:   EUR 16.95 inkl. MwSt. *

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Auszüge aus dem Buch 'Bad Iburg in alten Ansichten'

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7. Das Schloßtor öffnete den Einlaß in den gemeinschaftlichen Binnenhof des Schlosses und der ehemaligen Abtei. Durch das Schloßtor fällt der Bliek auf das 1683 von Abt Maurus Rost im Stile der Renaissance errichtete Kirchenportal der alten Abteikirche St. Clemens. Das Portal trägt noch heute das Giebelschild mit der Aufschrift 'Sit Nomen Domini Benedictum'. (Benediktinischer Wahlspruch 'Der Name des Herrn sei gepriesen'.)

8. Die Pfarrkirche St. Clemens diente bis zur Säkularisation im Jahre 1803 dem Iburger Kloster als Abteikirche. Erst 1807 konnte die Kirche nach langjährigen Verhandlungen der Katholischen Kirchengemeinde Iburg zur Nutzung übergeben werden. Dazwischen hatte die Kirche als Pulvermagazin gedient. 1836 wurde die Kirche Eigentum der Kirchengemeinde.

9. Vor der Umgestaltung im Jahre 1890 Kenner sprechen von einer 'kalten Purifizierung' - präsentierte sich das Innere der katholischen Pfarrkirche St. Clemens in einer reichen barocken Ausstattung. Der barocke Hochaltar wurde neben der heute noch vorhandenen Barockorgel von Abt Adolph Hane durch J ohann Conrad Schlaun errichtet.

10. Das Gefängnis im Bennoturm beherbergte gefesselt und in Ketten geschlossen - die aus Münster nach Osnabrück geschickten und dort festgesetzten Wiedertäufer. Aus dem Bucksturm wurden die 'Osnabrücker Apostel' nach Iburg gebracht, wegen Erregung von Aufruhr zum Tode verurteilt, auf dem Stallbrink bei Oesede enthauptet und auf das Rad gelegt.

11. Das schöne Fachwerk der fürstbischöflichen Apotheke 'an der Hirschseite' lag verborgen unter dem weißen Putz. Den nördlichen Flügel des Schlosses nannte man 'an der Hirschseite' , weil er an ein Gatter grenzte, in dem sechs Hirsche und sicben Muttertiere gehalten wurden. Erst in den fünfziger Jahren wurde die dicke Putzschicht auf Anweisung des Staatshochbauamtes beseitigt.

12. Nach den Wirren des Dreißigjährigen Krieges ließ Bischof Franz-Wilhelm von Wart enberg den Rittersaal bauen und prachtvoll ausstatten. Die zunächst freitragende Decke des RittersaaIes mußte durch zwei hölzerne toskanische Säulen getragen werden. Erst bei den Restaurierungsarbeiten der Nachkriegszeit konnte dieser Übelstand beseitigt und so der Ursprungszustand wieder hergestellt werden.

13. Die reich geschnitzte Barocktür im Rittersaal, deren Profile mit der Hand statt mit der Maschine hergestellt wurden, stammen aus den Jahren 1653 bis 1656. Ein kunstvolles Kastenschloß vervollständigt und verziert noch heute die Saaltür.

14. Nach einem Entwurf des königlichen Kreisbauinspektors DI. Ing. et phil, Jänecke wurde 1906 ein Tor zum Binnenhof gebaut. Das Tor ist inzwischen wieder beseitigt worden. Jänecke war der Erforscher der Baugeschichte des Schlosses Iburg. 1909 erwarb er in Münster bei Professor Hermann Ehrenberg mit dieser Baugeschichte den philosophischen Doktorgrad.

15. Zur Erinnerung an die Opfer des Ersten Weltkrieges wurde auf dem Burghof ein Kriegerdenkmal errichtet, das in unserer Zeit dem Szalinski'schen Denkmal weichen mußte. Das Ehrenmal für die Opfer des Ersten Weltkrieges hatte der langjährige Leiter des Osnabrücker Staatshochbauamtes DL Ing. et phil, Wilhelm Jänecke, später Schleswig, entworfen. Das Gebäude der Legge, das bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg den Schloßplatz prägte , hatte für die Hausindustrie des Osnabrücker Landes große Bedeutung. Das von den Bauern- und Kirchhöferfamilien fabrizierte Leinen wurde hier vor dem Export von dem Leggemeister und seinen Gehilfen gernessen, klassifiziert und gestempelt. Später diente die Legge als Feuerwehrgerätehaus.

16. Auf dem von sieben Gerichtslinden umsäumten Dingplatz trat das Iburger Gogericht (nachweisbar seit 1225) zum 'gebotenen Ding' zusammen. Dem Ruf des Gografen mußten alle Einwohner, die 'ihren eigenen Rauch' hatten, folgen. Hier wurden unter anderem im Jahre 1534 die im Bergfried ('Bennoturm') eingekerkerten Wiedertäufer zum Tode verurteilt. (Text: Bernd Schonlau.)

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